Ein Spaziergänger hatte das Wrack entdeckt, für den Piloten kam jede Hilfe zu spät. Foto: Eich

Zwei Monate nach dem tödlichen Absturz eines Segelfliegers bei Schonach werden neue Details zum Unglück bekannt. Die Untersuchung ist aber noch nicht abgeschlossen.

Schonach - Trauer beim Breisgauverein für Segelflug in Freiburg und Entsetzen an der Unglücksstelle in Schonach: Der Tod eines 22-jährigen Fliegers bei einem Unglück im Juni bewegte die Menschen, über die Ursache wurde gerätselt. Nun hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in einem Zwischenbericht neue Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben.

Die Verantwortlichen der Untersuchung konnten dabei zunächst den Tag des Piloten rekonstruieren. Dieser hatte demnach auf dem Segelflugplatz in Kirchzarten bereits zwei Starts und Landungen mit dem späteren Unglücksflieger "DG-300 ELAN" absolviert, war dabei insgesamt eine halbe Stunde in der Luft.

Absturz um 17.47 Uhr

Sein letzter Flug begann schließlich um 14.37 Uhr – mit tödlichem Ausgang. Von Kirchzarten flog er über Villingen-Schwenningen, später dann in Richtung Sigmaringen, Albstadt sowie Rottweil und anschließend zurück in den Schwarzwald. Um 17.47 Uhr endet die Aufzeichnung. Laut Ermittler geriet das Flugzeug zu diesem Zeitpunkt in eine "unkontrollierte Fluglage" und stürzte in einem Wald ab.

Das passt laut BFU zu den Angaben von Zeugen, die zwischen 17.30 und 18 Uhr ein Geräusch wahrgenommen hatten, "welches sie als ›dumpfen Aufschlag‹ beschrieben", wie es in dem Zwischenbericht heißt. Sie konnten dies aber zunächst nicht zuordnen, weswegen sie keinen Notruf absetzten. Gegen 20 Uhr habe schließlich ein Spaziergänger, der das Wrack im Wald entdeckte, bei ihnen geklingelt – dann war klar, dass es sich bei dem dumpfen Aufschlag um den Absturz gehandelt haben muss.

Pilot verstarb an Polytrauma

Als die Rettungskräfte am abgestürzten Segelflieger ankamen, war der 22-Jährige bereits tot. Laut Obduktionsbericht verstarb der Pilot an einem Polytrauma – das heißt mehrere gleichzeitige Verletzungen. Der junge Mann besaß die notwendige Leichtflugzeugpilotenlizenz, sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis war laut der Ermittler noch gültig. Er war bis zu diesem Zeitpunkt bereits 110 Stunden in der Luft. Für einen Hobbypiloten verfügte er damit über standardmäßige Erfahrung.

Könnten technische Probleme schuld an dem Unglück gewesen sein? Dafür sprechen die bisherigen Feststellungen der Flugunfallermittler vorerst mal nicht. Das Flieger steckte mit einer Tiefe von 70 Zentimetern senkrecht im Waldboden, wobei das Gewebe des Cockpits sowie der Rumpf mehrfach gebrochen waren. "Alle Beschädigungen konnten dem Aufprall zugeordnet werden", heißt es in dem Bericht. Ein Defekt lag demnach laut Zwischenbericht nicht vor. Geschlossene Landeklappen sprechen darüber hinaus dafür, dass vom Piloten keine Außenlandung angedacht war.

Beste Wetterbedingungen

Auch das Wetter scheint beim Unglück keine besondere Rolle gespielt zu haben. Die Wetterbeobachtungen des Flugplatzes in Lahr bescheinigen gute Sichtflugbedingungen ohne limitierende Einschränkungen. Zudem herrschten keine außergewöhnlichen Windbedingungen.

Auf den ersten Blick scheint es demnach keine plausiblen Erklärungen zu gegeben, weswegen es zu dem tödlichen Unglück kam. Aber: Die BFU betont, dass es sich bei den Informationen lediglich um einen Zwischenbericht handelt. Schlussfolgerungen aus den ersten Erkenntnissen gibt es zu diesem Zeitpunkt keine. "Analysen und Ursachen der Unfälle werden im Untersuchungsbericht nach Abschluss der Untersuchung veröffentlicht", heißt es dazu. Wann der Untersuchungsbericht vorliegt, ist allerdings noch nicht klar.