Zwei Menschen starben in der Nacht auf Samstag bei einem Unfall nahe Oberlengenhardt, zwei weitere wurden schwer verletzt. Nun läuft eine Spendenaktion für die Familien.
Das schreckliche Unglück, das sich am Wochenende auf der Landesstraße 346 zwischen Schömberg und Igelsloch ereignet hat, lässt etliche Menschen fassungslos zurück.
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf Höhe Oberlengenhardt waren am frühen Samstagmorgen zwei Menschen ums Leben gekommen, zwei weitere Insassen wurden schwer verletzt.
Für Fahrer und 18-jährige Beifahrerin kam jede Hilfe zu spät
Nach Angaben der Polizei hatte der 38-jährige Fahrer des Unfallfahrzeugs gegen 2.50 Uhr in einer langgezogenen Linkskurve die Kontrolle über den Wagen verloren. Das Auto schleuderte gegen eine Straßenlaterne, einen kleineren Baum und schließlich seitlich gegen einen größeren Baum.
Für den Fahrer und die 18-jährige Beifahrerin kam jede Hilfe zu spät, die beiden 19 und 24 Jahre alten Mitfahrer auf der Rückbank wurden schwer verletzt.
Zahllose Menschen aus Schömberg und Umgebung bekunden seitdem ihre Anteilnahme – und beteiligen sich an einer Spendenaktion, die Michael Weißschuh über die Internetplattform „gofundme“ ins Leben gerufen hat.
Weißschuh betreibt eine Autowerkstatt in Langenbrand. Der verstorbene 38-jährige Fahrer des Unfallwagens war sein Mitarbeiter – seit acht Jahren. Für Weißschuh gehörte er zur Familie. Ein Vater, der Frau und drei Kinder hinterlasse. Die verstorbene 18-Jährige sei ebenfalls eine gute Freundin gewesen.
Von den beiden Mitfahrern auf der Rückbank ist einer bei ihm fest angestellt, der andere besuche zurzeit die Techniker-Schule. Der Schock sitzt tief.
„Der plötzliche Verlust hat die Familie und das nahe Umfeld zutiefst getroffen“, steht auf „gofundme“ zu lesen. „Mit dieser Spendenaktion möchten wir die Familien in dieser schwierigen Zeit unterstützen und dazu beitragen, die finanzielle Belastung zu mindern. Jeder Beitrag – unabhängig von der Höhe – hilft und wird ausschließlich für die Beerdigungskosten sowie zur Unterstützung der hinterbliebenen Familie verwendet.“
Weißschuh möchte den Hinterbliebenen in dieser furchtbaren Zeit damit zumindest finanzielle Unterstützung zukommen lassen – „bevor jetzt Welten zusammenbrechen, die eh schon zusammengebrochen sind“, erklärte er im Gespräch mit unserer Redaktion.
Rund 15 000 Euro in zwei Tagen über Onlineplattform gesammelt
Für den Werkstattbetreiber ein vergleichsweise ungewöhnlicher Schritt. „Ich bitte normal nie jemanden um etwas“, sagt er. Um die Familien zu unterstützen habe er sich diesmal aber entschieden, genau das doch zu tun.
Bis Dienstag um die Mittagszeit kamen dadurch allein über die Internetplattform rund 15 000 Euro zusammen. Viele hätten zudem Spenden direkt in seiner Werkstatt in Langenbrand abgegeben oder Hilfe angeboten, berichtet Weißschuh.
Die Spendenkampagne ist im Internet unter der Adresse www.gofundme.com/f/tommy-und-vanessa-und-familie zu finden. Wer möchte, könne aber auch eine Spende direkt in der Werkstatt abgeben, erklärt Weißschuh.