Der Unfall am Morgen des 28. Februar zwischen Schömberg und Igelsloch mit zwei Toten bewegt die Menschen. Eine Schömbergerin startete eine Petition. Es soll Konsequenzen geben.
An einem Baum zwischen Schömberg und Igelsloch auf der Höhe von Oberlengenhardt sind Kreuze, Blumen und Kerzen. Es ist die Stelle, an der am frühen Morgen des 28. Februar bei einem Unfall zwei Menschen starben. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Es gab Aufrufe zu Spenden für die betroffenen Familien.
Die Schömberger Physiotherapeutin Juliane Heinecke hat nun eine Petition gestartet, um auf die Gefahren bei der Strecke zwischen Schömberg und Igelsloch aufmerksam zu machen. Die bei dem Unfall am Morgen des 28. Februar ums Leben gekommene 18-jährige Beifahrerin war eine Bekannte von ihr.
Gründe für die Petition Doch allein wegen des jüngsten Unfalls startete Heinecke die Petition nicht. Die Schömbergerin zog vor zehn Jahren mit ihrer Familie hierher. Seit dieser Zeit habe es auf dieser Strecke immer wieder Unfälle gegeben – auch tödliche, erinnert sie sich. Das gelte für beide Fahrtrichtungen. Die Strecke wirke ungefährlicher als sie sei. Daher würden auch viele Autofahrer rasen: „Es ist der Wahnsinn.“ Beim glimpflicheren Ausgängen sei mancher Autofahrer mit seinem Fahrzeug dann auf der Wiese gelandet.
„Es ist der Wahnsinn“
Forderungen In ihrer Petition setzt sich Heinecke dafür ein, dass auf der Strecke ein Blitzer aufgestellt wird: „Die Leute bremsen, wenn es ans Geld geht.“ Außerdem macht sie sich dafür stark, dass die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Kilometer pro Stunde auf der Strecke verlängert wird – mindestens bis über die erste Einfahrt nach Oberlengenhardt. An dieser Stelle gebe es in der Nähe der Straße auch einen Reitstall. Hühner und Ziegen seien dort ebenfalls unterwegs.
Zudem gebe es an der Strecke zwischen Schömberg und Igelsloch mehrere Feldwege, gibt Heinecke zu bedenken. Ein Premiumwanderweg verlaufe ebenfalls in der Nähe. Sie fürchtet deshalb, dass es irgendwann bei einem Unfall einen Fußgänger erwischen könnte. Auch wenn es mit einem Blitzer und/oder einer Verlängerung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Kilometer pro Stunde nichts werden sollte, so habe sie doch eine Diskussion angestoßen und manchen zum Nachdenken gebracht, findet Heinecke.
Anstoß zum Nachdenken
Bisherige Resonanz Bis jetzt seien, Stand Mittwochnachmittag, 195 Unterschriften zusammengekommen. Heinecke will jetzt die Petition noch einige Zeit laufen lassen und dann beim Landratsamt abgeben. Wer unterschreiben möchte, hat dazu unter dem Link https://www.change.org/Blitzer-Schömberg Gelegenheit dazu.
Das sagt der Ortsvorsteher Der Oberlengenhardter Ortsvorsteher Friedbert Stahl begrüßte im Gespräch mit unserer Redaktion die Petition von Heinecke: „Auf dieser Strecke ist schon viel passiert.“ So erinnert sich Stahl unter anderem an mehrere Motorradunfälle. Vor allem die Gerade von Igelsloch her verleite zum Gas geben, meint der Ortsvorsteher von Oberlengenhardt. Stahl würde aber einen mobilen Blitzer auf der Strecke bevorzugen, der dort in regelmäßigen Abständen aufgestellt werde.
Dies meint das Landratsamt Und wie sie das Landratsamt das Ganze? „Sollte das Regierungspräsidium Karlsruhe uns um eine diesbezügliche Stellungnahme bitten, wird diese erarbeitet“, teilte Anja Reinhardt von der Pressestelle des Landratsamtes Calw auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Wann wäre eine Verlängerung der Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 Kilometer pro Stunde möglich? „Wenn die Streckencharakteristik oder die gesetzliche Regelung dies vorgeben, oder wenn es sich um eine Unfallhäufungsstelle handelt“, war von Reinhardt zu erfahren. Sind diese Voraussetzungen hier erfüllt? „Nein“, heißt es kurz und knapp aus dem Landratsamt.
Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein, um auf dieser Strecke einen Blitzer aufzustellen? Als wichtigste Kriterien nennt Reinhardt eine durchschnittliche tägliche Verkehrsmenge von mindestens 5000 Fahrzeugen und überdurchschnittliche Überschreitungsquoten der Geschwindigkeit bei mobilen Messungen beziehungsweise nach Auswertungen von Verkehrsdisplays.
Landratsamt noch zurückhaltend
Eine weitere Voraussetzung ist, dass keine baulichen Abhilfemaßnahmen möglich sind. Schließlich muss eine besondere Relevanz hinsichtlich der Verkehrssicherheit gegeben sein. Sind diese Kriterien im vorliegenden Fall erfüllt? „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Voraussetzungen nicht erfüllt sind“, teilt Reinhardt mit.