Das Rottweiler Landgericht war Schauplatz eines Berufungsprozesses, bei dem der Tod eines im Rottweiler Stadtgraben ausgeraubten Obdachlosen hätte neu aufgerollt werden sollen. Nun wurde die Berufung zurückgezogen. Foto: Lück

Und wieder eine neue Wendung im Berufungs-Prozess um den zu Tode gekommen Obdachlosen im Rottweiler Stadtgraben. Die Verteidigung hat überraschend die Berufung zurückgenommen.

Kreis Rottweil - Ein Raunen ging durch den Zuhörerrang, als der Verteidiger verkündete, die Berufung werde zurückgenommen. Immerhin hatte er zu Beginn des Prozesses einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert, der in erster Instanz eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten sowie zu einer weiteren Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt worden war.

Fall ist beendet

Neben zahlreichen Gewaltdelikten unter Alkoholeinfluss, die der Angeklagte eingeräumt hatte, ging es in der Hauptsache um die gewalttätige Auseinandersetzung im Stadtgraben, bei der in der Folge das Opfer im Krankenhaus verstarb. Hier konnte das Erstgericht allerdings nicht feststellen, wodurch letztlich der Tod verursacht worden war. Ein Zusammenhang mit der Tatbegehung konnte das Gericht damals nicht feststellen. Hier hätte die Berufungsverhandlung, bei der 15 Zeugen und zwei Sachverständige gehört hätten werden sollen, Licht ins Dunkel bringen können.

Jedoch stand die Verhandlung von Beginn an unter keinem guten Stern. Ein Sachverständiger fiel dauerhaft aus, einer der Hauptzeugen tauchte nicht auf. Dafür landete ein Zuhörer im Zeugenstand, der den Angeklagten belastete. Doch das spielt nun keine Rolle mehr.

Die Staatsanwaltschaft folgte der Berufungsrücknahme ohne zu Zögern. Nun wird der Fall zu den Akten gelegt.