Nach dem Brand in der Villinger Südstadt gibt es erste Hinweise auf die Brandursache. Foto: Eich

Nach der tragischen Brandnacht in der Villinger Südstadt laufen die Ermittlungen seitens der Polizei auf Hochtouren. Nach derzeitigem Stand schließen die Beamten Brandstiftung aus. Derweil ist die Anteilnahme am Tod des 17-Jährigen groß.

VS-Villingen - Nur ein ausgebranntes Fenster unter dem Dachfirst deutet an der Doppelhaushälfte auf den Brand hin, der in der Nacht auf Freitag ein junges Leben ausgelöscht hatte. Wie die Polizei am Freitagvormittag mitgeteilt hat, war es im Zimmer des 17-Jährigen zu einem Schwelbrand gekommen. "Es gab also kein offenes Feuer", erklärt Polizeisprecher Jörg Kluge auf Anfrage des Schwarzwälder Boten.

Technischer Defekt als Ursache?

Am Morgen hätten sich die Brandermittler gemeinsam mit einem Sachverständigen ein Bild vor Ort gemacht. Gibt es bereits Hinweise zur Brandursache? Kluge: "Ausschließen können wird man eine Brandstiftung, es deutet im Moment alles in Richtung eines technischen Defekts." Ob dieser aber tatsächlich ursächlich für das Drama in der Südstadt ist, kann die Polizei derzeit nicht mit Gewissheit sagen. Jedoch erklärte auch Ralf Hofmann, Einsatzleiter bei der Feuerwehr, dass sich im Zimmer des Jungen zahlreiche elektrische Geräte befunden hätten. Die Polizei ermittelt in diesem Zusammenhang auch, ob Rauchmelder installiert waren. 

Im Schlaf vom giftigen Rauch überrascht

Auch hinsichtlich der Todesursache des Jugendlichen gibt es so kurz nach dem Brand noch keine gesicherten Informationen, wie der Polizeisprecher betont. Nach derzeitigem Stand gehe man jedoch davon aus, dass der 17-Jährige an einer Rauchgasvergiftung gestorben ist. Er wurde demnach im Schlaf von den giftigen Gasen überrascht. Gänzlich klären soll diese aber eine Obduktion.

17-Jähriger war in Malteser-Jugend

Bereits am frühen Morgen sprachen sich in VS die tragischen Ereignisse in der Südstadt um – Nachbarn zeigten sich geschockt. Doch gleichzeitig lief auch die Hilfe für die betroffene Familie an. Initiiert haben sie Michael Fritzer, Stadtbeauftragter des Malteser-Hilfsdienstes Villingen-Schwenningen, und weitere Mitstreiter. Fritzer war in der Nacht als Feuerwehr-Arzt vor Ort, kennt darüber hinaus die vom Schicksal gebeutelte Familie. "Der junge Mann war Mitglied der Malteser-Jugend", erklärt Fritzer.

Malteser initiieren Hilfe

Auch der Vater des 17-Jährigen sei jahrelang aktives Mitglied bei den Maltesern gewesen, bis ihn eine Krankheit in den Rollstuhl gezwungen hat. Fritzer: "Im Moment ist die Familie bei Verwandten untergekommen."

Um die finanzielle Not zu lindern, haben die Malteser ein Spendenkonto eingerichtet. Das Konto lautet: Malteser Hilfsdienst „Spendenkonto“ bei der Volksbank eG - Die Gestalterbank IBAN DE49 6649 0000 0003 1122 09 BIC GENODE61OG1.

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