Einen Tag vor Heiligabend ist es in Trossingen zu einer tödlichen Brandtragödie gekommen. Wie der Einsatz ablief, warum die Staatsanwaltschaft eingebunden ist und was nun geprüft wird.
Dass es um Leben und Tod ging, war der Feuerwehr schon direkt bewusst, als sie zum Einsatzort eilte – schließlich fand der Einsatz am frühen Dienstagmorgen dann auch ein tragisches Ende.
Um 3.34 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Tuttlingen die Einsatzkräfte in die Straße „Im Tal“ nach Trossingen. Gemeldet worden war dort an der Ecke zur Talhauser Straße ein Wohnungsbrand mit einer vermissten Person. Beim Eintreffen der ersten Kräfte bestätigte sich der Brand – sichtbar war zunächst eine Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss, dann ging alles ganz schnell.
Kurz nach dem Eintreffen kam es nach Angaben der Feuerwehr zum Vollbrand der Wohnung, das Feuer griff in der Folge auf den Dachstuhl über. Daraufhin wurde eine zweite Drehleiter aus Spaichingen sowie weitere Einsatzkräfte aus Aldingen, Durchhausen und Gunningen nachalarmiert. Das THW Trossingen war ebenfalls vor Ort.
„Durch einen glücklicherweise vorhandenen Schlüssel war ein Zugang zum Gebäude sehr schnell geschaffen“, erklärt Ralf Sorg, Pressesprecher der Feuerwehr Trossingen. Sowohl im Innenangriff als auch über Drehleitern versuchte die Feuerwehr zu löschen. Ein Ausbrennen der Wohnung und des Dachstuhls konnte jedoch trotz des zügigen Eingreifens nicht mehr verhindert werden.
Notarzt kann nur noch den Tod feststellen
„Im Zuge der Löscharbeiten wurde leider eine verstorbene Person aufgefunden“, so Sorg. Die Feuerwehr brachte den leblosen Körper aus dem Haus, ein Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Weitere Personen waren nach Angaben der Polizei nicht von dem Brand betroffen.
Die Löscharbeiten in dem Gebäude dauerten noch einige Stunden an. Das lag auch an der Bauart des betroffenen Wohnhauses. Sorg erklärt, warum: „Bei einem Gebäude dieses Alters bestehen die Decken aus zwei Bretterlagen, der Hohlraum dazwischen ist mit Spreu gefüllt. Wir müssen nun aufwendig Glutnester suchen, um sicherzustellen, dass sich das Feuer nicht in ein paar Stunden wieder entzündet.“
Löscharbeiten gegen 11 Uhr beendet
Aufgrund der umfangreichen Lösch- und Ermittlungsarbeiten musste die Straße „Im Tal“ zwischen dem Kreisverkehr zum Marktplatz und der Straße Richtung Aldingen über mehrere Stunden voll gesperrt werden. Gegen 11 Uhr konnten die Löscharbeiten beendet und die Straße wieder freigegeben werden.
Im Einsatz waren 80 Kräfte der verschiedenen Feuerwehrabteilungen sowie 20 Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes und des THW. Darüber hinaus war die Polizei mit Streifenkräften und Beamten der Kriminalpolizei vor Ort.
Identität steht mittlerweile fest
Die Kriminalpolizei hat nun die weiteren Ermittlungen übernommen, wie Polizeisprecher Daniel Brill erklärt. Ersten Informationen zufolge war in dem Haus lediglich eine Person gemeldet, jedoch musste zunächst die Identität des Toten zweifelsfrei geklärt werden. Mittlerweile steht fest, dass es sich dabei um einen 79-jährigen Bewohner handelt.
In die Ermittlungen involviert ist zudem die Staatsanwaltschaft – „zumindest, solange die Brandursache noch nicht geklärt ist. Es könnte sich im Zuge der Ermittlungen ja auch ergeben, dass es sich um eine Straftat handelt“, erklärt der Polizeisprecher. Ob Kriminaltechniker vor Ort kommen, um das Wohnhaus zu untersuchen, hänge vom Zustand des Gebäudes und einer möglichen Einsturzgefahr ab. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.