Hotelkomplex Todtnauberg: BUND fordert Wiederholung des FFH-Verfahrens unter Einbeziehung der Verbände
Todtnau-Todtnauberg (chs). Die Bürgerinitiative (BI) Todtnauberg und der BUND begrüßen die Stellungnahme des Landratsamts Lörrach zum geplanten Bau des Hotelkomplexes in Todnauberg. Die BI hat Einsicht in die Unterlagen genommen.
Das Landratsamt empfiehlt laut Heiner Lohmann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Regionalverband Hochrhein, dass aufgrund der naturschutzfachlichen Mängel, die bei der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Verträglichkeitsprüfung des vom Bauherrn beauftragten Planungsbüros aufgetreten seien, einer Änderung des Flächennutzungsplanes nicht zugestimmt werden könne.
Ferner sehe es sogar so aus, dass die Änderung des Flächennutzungsplans, der das Landratsamt zustimmen muss, nicht genehmigungsfähig sei.
„Bei der Änderung des Flächennutzungsplans muss nachgearbeitet werden“, fordert der Kreisrat. Er sagt, dass es mindestens ein Jahr dauere, ehe eine verbesserte FFH-Verträglichkeitsprüfung vorliege.
Das Umweltgutachten habe auch kaum Rücksicht genommen auf den Vogelschutz, fährt er fort. Dabei sei es anhand von Lichtbildern erwiesen, dass in dem geplanten Baugebiet auch der Auerhahn vorkomme. Das Planungsbüro des Bauherrn hatte keine Vögel nachgewiesen. Schäden nähmen auch die Borstgraswiesen, die an den Hotelkomplex angrenzen.
Ein „Unding“ sei es, dass alle naturschutzrelevanten Einwendungen von demselben Planuungsbüro bearbeitet würden, welchem die Mängel vorgeworfen würden. Ein weiterer Fehler war es laut BUND zudem, dass die anerkannten Naturschutzfachverbände nicht von Anfang an in das Verfahren einbezogen wurden. „Wir verlangen daher eine Wiederholung des FFH-Verfahrens unter Einbeziehung der Verbände“, sagt Lohmann. Und er ergänzt: „Sollte dies nicht in ausreichender Form geschehen, werden wir von unserem Verbandsklagerecht Gebrauch machen und ein Normenkontrollverfahren gegen die Gemeinde anstrengen.“
Silvia Laaß von der Bürgerinitiative Todtnauberg weist auf die realen Verluste hin, die das Bauprojekt zur Folge hätte. Bisher seinen nur die oberirdischen Bauwerke hinsichtlich des Denkmalschutzes begutachtet worden. Aber auch die unterirdischen Bauwerke seien schützenswert, so die Todtnaubergerin. Die Grube Gauch sei ein bedeutendes Bergwerk im Schwarzwald. Würde die Hotelanlage mit ihren 63 Suiten gebaut, könne es zu Tagesbrüchen kommen. „Außerdem gibt es Verluste für die Landwirtschaft“, sagt sie. Zerstört würden „gut zugängliche Mähweiden“. Es sei noch unklar, wo und ob die Landwirte einen Ausgleich erhalten. Die Hotelanlagebefürworter versprechen sich durch den neuen Beherbergungsbetrieb eine Belebung des Dorfs und einen Anstieg der Gästezahlen. „Dass die Gästezahlen zurückgehen, ist eine gezielte Falschaussage“, sagt Lohmann.