Oliver Fiedel (Mitte) mit den neuen Trägern der Bürgermedaille Thomas Baur (li.) und Gerhard Michler (re.) mit Ehefrauen. Foto: Ulrike Jäger

Als Auftakt zu „1000 Jahre Todtnau“ wurde der Neujahrsempfang gefeiert – mit einigen Neuerungen.

Der Einladung zum Neujahrsempfang in der Todtnauer Silberberghalle waren ausgesprochen viele Menschen gefolgt, Bürgermeister Oliver Fiedel zeigte sich sehr erfreut, dass die Halle fast voll besetzt war. Neben dem Novum, den Empfang in der Silberberghalle zu veranstalten, um jedem eine Sitzmöglichkeit anbieten zu können, war auch neu, dass die Todtnauer Stadtmusik unter ihrem neuen Dirigenten Igor Guitbout aufspielte. Auch die jungen Talente der Musikschule begeisterten. Der Empfang sei die Auftaktveranstaltung für das Jubiläumsjahr „1000 Jahre Todtnau“, sagte Fiedel.

 

Der Rückblick

Einen „Rundumschlag“ bot das Stadtoberhaupt mit Präsentationen zu Zahlen und Geschehnissen im Jahr 2024. Neu geschaffen wurde im vergangenen Jahr der Ausschuss „Erneuerbare Energien“, der sich auch mit Freilandphotovoltaik oder PV-Anlagen auf kommunalen Dächern befasst. Stolz wies Fiedel darauf hin, dass in den Monaten April, Mai, November und Dezember der Strombedarf in Todtnau komplett aus erneuerbarer Energie gedeckt wurde. 84 Prozent der Einspeisung erfolgte durch Wasserkraft (aktuell gibt es 27 Wasserkraftwerke), der restliche Anteil durch Photovoltaik.

Oliver Fiedel und Klaus Eckert zapfen das „Todtnauer Bier“ an . Foto: Ulrike Jäger

Den positiven Ergebnissen stünden jedoch große Ausgaben gegenüber, die in der kommenden Zeit zu meistern seien. So muss die Vorgabe des Landes, für die erste Klasse ab 2026/2027 Ganztagsbetreuung anzubieten, umgesetzt werden. Aufgeschoben wurde dagegen die Erweiterung der Gemeinschaftsschule; dazu soll ein neuer Antrag auf Fördermittel gestellt werden.

Große Projekte stehen an

Das „Riesenprojekt“ Umbau Busbahnhofareal und Neubau Feuerwehrgarage soll Ende 2025 angegangen werden. Dies sei zukunftsweisend und werde rund sieben Millionen Euro kosten. Mit Blick auf den Bau des Besucherzentrums des Biosphärengebiets hofft Fiedel, dass die Mittel (rund 15 Millionen Euro) nun in den Doppelhaushalt 2027/2028 des Landes aufgenommen werden.

Auch über Projekte in den Todtnauer Ortsteilen informierte der Bürgermeister. So wurden im Berggasthaus Gisiboden in Geschwend 150 000 Euro in moderne Haustechnik und eine Pelletheizung investiert. Die Sanierung der Hohfelsstraße in Muggenbrunn wird nun angegangen mit Kosten von rund zwei Millionen Euro; für die Bürger fallen hier Erschließungsgebühren an. Im Todtnauberger Kurhaus sei neues Leben eingezogen. Ein Friseursalon ist dort ebenso zu finden wie ein Architekturbüro, das auch einen Coworking-Space in der ehemaligen Touristinformation anbietet. In Schlechtnau laufen die Bauarbeiten für das Regenüberlaufbecken. Die Maßnahme kostet 2,7 Millionen Euro, 1,74 Millionen Euro fließen an Zuschuss. Breiten Raum werde in diesem Jahr das 1000-jährige Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung von Todtnau einnehmen, sagte Fiedel und wies auf die verschiedenen Veranstaltungen hin. Er freute sich, dass es in Todtnau große Unterstützung auch durch die Vereine gebe, der Zusammenhalt sei sehr gut. Das Jubiläumskomitee hatte unter anderem die Idee, in der Woche vor Ostern 1000 Bäume zu pflanzen. Auch die Eiche vorm Rathaus werde dann ersetzt, so Fiedel.

„Todtnauer Bier“ angezapft

Für großes Amüsement sorgten die Vertreter des „Bier-Komitees“ um Andreas Keller und Klaus Eckert. Letzterer präsentierte wie ein Marketing-Profi das extra zum Stadtjubiläum gebraute „Todtnauer Bier“, ein hopfengestopftes Pils, wie er fachmännisch erklärte. „Des isch e Wahnsinns-Bier“, sagte er und steckte mit seiner Begeisterung sogar den Weinliebhaber Fiedel an. 3000 Liter vom naturtrüben Bier wurden in der Familienbrauerei Rogg in Lenzkirch gebraut, dort liege auch das Rezept im Tresor. Leider wurde die Rezeptur des damals in Todtnau gebrauten „Volksbräus“ von Andreas Kellers Urgroßvater nicht mehr gefunden. Verkauft wird das Bier im Schmidts Markt in Todtnau und bei Stib-Gritsch in Schönau. Passende Gläser und Bierdeckel präsentierte Eckert ebenfalls. Am Neujahrsempfang zapfte Fiedel das Fass an, und jeder konnte probieren.

Zwei Bürgermedaillen

Den ehemaligen Stadträten Thomas Baur und Gerhard Michler wurde die Bürgermedaille der Stadt verliehen. Baur (SPD) war 30 Jahre im Gemeinderat aktiv und in verschiedenen Ausschüssen vertreten, Michler (FW) war 45 Jahre im Rat und in insgesamt in 19 Ausschüssen tätig. „Die Verleihung erfolgt in Würdigung und Anerkennung des von echtem Bürgersinn getragenen vielfältigen, außerordentlichen kommunalpolitischen und gesellschaftlichen Engagements auch mit überörtlicher Wirkung zum Nutzen der Stadt Todtnau und ihrer Bürgerschaft“, so Fiedel. Er dankte den beiden Stadträten, die vom Publikum lang anhaltenden Applaus erhielten.