Um Kindergärten ging es in mehrfacher Hinsicht im Todtnauer Rat: Der Waldkindergarten will Naturpark-Kindergarten werden. Und in allen Einrichtungen steigen nicht nur die Kosten für die Eltern, auch die Plätze bleiben knapp.
Die Kindergarten-Bedarfsplanung ab September 2024, die dem Todtnauer Gemeinderat präsentiert wurde, zeigt eine angespannte Platzsituation auf. Auch die zum 1. Juni neu eingerichtete Kleinkindgruppe in Todtnau mit zehn zusätzlichen Plätzen schaffe hier keine Abhilfe, heißt es. Zwei bis vier freie Plätze in Präg und Todtnauberg stehen fünf bis sieben Kindern auf den Wartelisten anderer Kindergärten gegenüber. Teilweise könnten die Lücken geschlossen werden, wenn Eltern bereit sind, auf ihren „Lieblingskindergarten“ zu verzichten, hieß es in der Sitzung. Auch in der Kinderkrippe in Schlechtnau sei die Situation sehr angespannt: Bis 2025 seien alle zehn Plätze bereits verplant. Eine Schaffung weiterer Kindergartenplätze sei – da es keine räumlichen Möglichkeiten gibt – unrealistisch. Dies nahm der Rat zur Kenntnis.
Betreuungskosten steigen
Die gemeinsame Empfehlung der Kirchen und des Kommunalen Landesverbandes zur Erhöhung der Kindergartenbeiträge um 7,5 Prozent und der Kosten für Krippenplätze um fünf Prozent wurde bei einer Gegenstimme angenommen. Bürgermeister Fiedel sehe darin eine Belastung für junge Familien. Nicht vergessen dürfe man aber den von der Stadt zu übernehmenden Kostenanteil von 83 Prozent. Konkret bedeutet die Kostensteigerung für die Eltern ab September: Bei einem Kind zahlen sie für die Regelbetreuung in den kirchlichen und städtischen Kindergärten 170 statt bisher 158 Euro. Für die Halbtagsbetreuung zahlen sie künftig 137 statt bisher 127 Euro, für die verlängerten Öffnungszeiten 182 statt bisher 169 Euro und für die Ganztagsbetreuung 364 statt der bisherigen 339 Euro. Die U3-Betreuung kostet künftig für ein Kind 488 statt bisher 454 Euro. Wenn zwei, drei oder mehr Kinder im Haushalt leben, reduzieren sich die Beiträge jeweils.
Naturpark-Kindergarten
Der städtische Waldkindergarten „Wurzelzwerge“ strebt die Auszeichnung als „Naturpark-Kindergarten“ an. Andrea Kenk, im Naturpark für den Bereich zuständig, erklärte die Voraussetzung für diese Auszeichnung. Wichtiger als das Auszeichnungssiegel seien die Vorteile für die Kinder, denn die Erzieher erhielten dadurch kostenlose Beratung sowie Fortbildungen, und Bildungsmaterialien würden zu Verfügung gestellt. Die Freude an der Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) werde gestärkt. Toll sei, dass der Antrag aus dem Kindergarten kam, sagte Kenk. Der Gemeinderat zeigte sich erfreut und willigte gerne ein. Nun kann der Kindergarten den Weg zur Zertifizierung gehen. Im September beginnt die einjährige Entwicklungsphase, diese endet nach einem Jahr mit der Prädikatsverleihung. Finanzielle Auswirkungen auf die Stadt habe die Zertifizierung nicht.
Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans in die Stufe 4 wurde zur Kenntnis genommen. Hauptlärmquelle ist der Straßenverkehrslärm der Bundesstraße 317. Die Ergebnisse der Lärmberechnung zeigten nur wenige Betroffene von Lärmpegeln ab 70 Dezibel auf. Von über 65 Dezibel tagsüber sind 57 Bewohner betroffen, von über 55 Dezibel nachts sind 63 Bewohner betroffen. Dennoch sei es wichtig, zukünftig auf die Reduzierung des Lärms im höchstmöglichen Maße zu achten.
Liftprojekt geht weiter
Die Planung der Firma Stübenwasenlift zu Maßnahmen im Rahmen der Planfeststellung auf Grundstücken der Stadt wurde einstimmig befürwortet. Geplant werden soll eine Liftanlage, die ganzjährig betrieben werden kann (wir berichteten). Im Rahmen der Planung beabsichtigt die Stadt das eingeschränkte Betretungsrecht im Wildschutzgebiet Kapfenberg räumlich auszudehnen. Auch das wurde ohne Gegenstimmen durchgewunken.
Abschied von Räten
Zum Schluss der Sitzung ging Bürgermeister Fiedel auf die Veränderung des Gremiums ein. Von 27 Mitgliedern werden zukünftig zwölf nicht mehr dabei sein. Dies sei ein Verlust von insgesamt 200 Jahren Gemeinderatserfahrung. Am längsten dabei ist Gerhard Michler, der nach 45 Jahren auf eigenen Wunsch ausscheidet.
In der nächsten Sitzung des Gemeinderats werden die Verdienste der ausscheidenden Räte gewürdigt.