Johann Peter Hebel (Archivbild) Foto: Thomas Dix Foto-Design

Zum 200. Todestag des Dichters bietet das Museum am Lindenplatz eine besondere Veranstaltung mit Maren Siegmann an.

Anlässlich des 200. Todestags von Johann Peter Hebel 2026 gibt es zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte. Das Besondere an diesem Jubiläum: Es ist grenzüberschreitend. Sowohl im Literaturland Baden-Württemberg als auch im schweizerischen Basel, wo Hebel zur Welt kam, und im französischen Elsass wird der Dichter und Theologe gefeiert, heißt es in einer Mitteilung.

 

In Weil am Rhein ist Hebel insbesondere durch seine Beziehung zu Gustave Fecht berühmt. Das Museum am Lindenplatz leistet einen Jubiläumsbeitrag mit einem Vortrag von Dr. Maren Siegmann mit dem Titel „Der Fisch geht ans Land, die Flosen verwandeln sich in Füße“, Johann Peter Hebel lehrt Zoologie.

Hebel und Gmelin

„Ich lese wieder Zoologie“. Johann Peter Hebel schreibt an Carl Christian Gmelin, den Freund, im November 1796. Gmelin ist der Naturwissenschaftler am Karlsruher Hof – er betreut die verschiedenen Sammlungen und lehrt am Gymnasium Illustre. Normalerweise. Aktuell ist Krieg, Teile der Sammlungen sind evakuiert, Gmelin ist in Erlangen. Hebel hält derweil in Karlsruhe die Stellung: er betreut die zurückgelassenen Naturalien und Bücher, hält Vorlesungen auf (nach heutigen Maßstäben) Grundstudiums-Niveau, unterrichtet Privatschüler. Und schreibt.

Umbruchzeit der Weltanschauungen

Freund Gmelin werden bei ’unserem’ Brief die Haare zu Berge gestanden haben. Hebel unterrichtet Zoologie „nach einem ganz eigenen Plan der mich selber sehr amüsirt“. Um diesen Plan geht es im Vortrag, und um die Frage, wie Hebel darauf gekommen sein könnte. Bibel und Naturbeobachtung, Sammeln und Systematisieren, Wunderkammern und Museen. Das ausgehende 18. Jahrhundert ist eine Umbruchzeit, in der alte und neue Weltanschauungen kollidieren und die uns heute vertrauten Naturwissenschaften erst im Entstehen sind. Hebel, Gmelin und ihre naturneugierigen Kollegen verändern die Welt. Maren Siegmann gibt hier stimmungsvolle Eindrücke in die damaligen Entwicklungen. Der Eintritt ist frei.

Termin

Der Vortrag von Maren Siegmann im Museum am Lindenplatz, Lindenplatz 1, am Donnerstag, 7. Mai, beginnt um 18 Uhr.

Besucher können eine halbe Stunde vor Vortragsbeginn noch die aktuelle Ausstellung „Das Rauschen der Formen“ besichtigen.