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Todesstrecke B 462 Wann wird Bundesstraße bei Dunningen sicherer?

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Erneut kam es am Montag zu einem tödlichen Unfall. Das Landratsamt will weitere Sicherheitsmaßnahmen prüfen. (Archiv) Foto: Maier

Kreis Rottweil - Und wieder ist es am Montag passiert, wieder ein tödlicher Unfall auf der berüchtigten Teilstrecke der B 462 nahe Dunningen. Viele sind der Meinung, dass etwas geschehen muss, um solche tragischen Unglücke zu verhindern. Welche Möglichkeiten bleiben? Lesen Sie mehr in unserem (SB+)-Artikel.

Landratsamt in Zugzwang?

Die Liste der Unfälle seit Eröffnung der Ortsumfahrung im Jahr 2014 wird länger und grausiger. Es wird riskant überholt und mancher nutzt die Bundesstraße als Rennstrecke, so die beinahe tägliche Erfahrung. Entgegen dem Eindruck sind Raserei und unverantwortliches Fahren allerdings fast nie die Ursache für die tödlichen Unfälle, so die Polizei. Seit der Eröffnung sind bei 52 schweren Unfällen 14 Menschen gestorben, 66 schwer und 44 leicht verletzt worden. Sieht sich das zuständige Landratsamt durch den Unfall am Montag in Zugzwang?

Siehe auch: Auf der B 462 bei Dunningen lauert der Tod

Martina Bitzer, Referentin für Sicherheit, Verkehr und Recht beim Landratsamt, zeigt sich auf unsere Nachfrage betroffen über den tödlichen Ausgang des Unfalls. Der Fahrer eines Kleinbusses war beim Zusammenstoß mit einem Lastwagen gestorben.

Maßnahmen nach Verkehrsschau

Und sie sieht das Landratsamt nicht untätig. Unmittelbar nach den beiden tödlichen Unfällen auf der Bundesstraße im vergangenen Jahr habe eine Verkehrsschau stattgefunden. Als Ergebnis sei aus Fahrtrichtung Dunningen kommend kurz vor dem Hochwald das Überholverbot vorgezogen worden, so Bitzer.

Außerdem seien auf der Strecke Tafeln der Kreisverkehrswacht mit eingängigen Appellen an die Verkehrsteilnehmer aufgestellt worden.

Darüber hinaus habe die Polizei angekündigt, im Rahmen der Verkehrskontrollen auch verstärkt das Thema "Ablenkung", insbesondere durch mobile elektronische Geräte ins Visier zu nehmen, verweist Bitzer auf die bereits getroffenen Maßnahmen.

Überholverbot oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung nicht das geeignete Mittel

Nach dem Unfall am Montag auf der B 462 habe die Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt unmittelbar reagiert, so Bitzer. Unverzüglich habe die Behörde Kontakt mit der Polizei sowie mit der Gemeinde Dunningen und dem Straßenbauamt aufgenommen. Es sei vereinbart worden, dass die Polizei zunächst eine vollständige Unfallauswertung vornehmen wird, besonders um die Unfallursachen auf der Strecke detailliert zu ermitteln. Bislang stehe fest, dass keiner der schweren Unfälle auf ein Überholmanöver oder überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen sei. Aus ihrer Sicht seien deshalb straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen wie ein Überholverbot oder eine Geschwindigkeitsbeschränkung nicht das geeignete Mittel, um derartige Unfälle zu vermeiden. Besonders bei den letzten beiden tödlichen Unfällen seien die Verkehrsteilnehmer aus ungeklärten Gründen auf die Gegenfahrbahn geraten.

Modifizierte Mittelmarkierung denkbar

Auf Basis der von der Polizei erhobenen Daten werde im Rahmen der Unfallkommission darüber beraten, mit welchen Mitteln besonders dem Abkommen auf die Gegenfahrbahn entgegengewirkt werden kann. Denkbar sei beispielsweise eine modifizierte Mittelmarkierung. Die war allerdings bereits mehrfach im Gespräch.

Eine stärkere Präsenz von Polizei auf der Strecke ist laut des Präsidiums Konstanz noch nicht konkret beschlossen. Eine solche Maßnahme sei in Fällen einer akuten Unfallhäufung sicher sinnvoll, lasse sich aber nicht für lange Zeit aufrechterhalten. Sollte das Landratsamt Handlungsbedarf sehen, würden die Experten der Polizei sicher hinzugezogen. Es komme darauf an, dass die letztendlich getroffenen Maßnahmen "zielführend" seien. So sei eine modifizierte Mittelmarkierung auch für ihn denkbar.

Meinungen auf Social Media

In den Kommentaren auf Facebook äußern User Angst vor der Strecke. So schreibt Anita T. unter dem letzten Artikel: "Diese Umgehung ist zur reinsten Todesstraße geworden. Wenn hier im Ort die Sirenen heulen und der Heli im Tiefflug übers Haus fliegt, ist es für mich schon gar keine Frage mehr, was wohl passiert ist. Es ist direkt die Antwort." Die Straße sei verflucht, meint Liridan K. während Thomas L. vor jeder Fahrt bange ist: "Ich fahr da so oft und bin jedes mal froh, wenn ich durch bin."

Eine LKW-Fahrerin meint, die Strecke sei täglich Thema zwischen einer Kollegin und ihr. "LKW dürfen offiziell ja nur 60 Stundenkilometer fahren. Stellen sie sich mal vor, wie viele da noch überholen würden, würden wir uns daran halten."

Nur wenige kennen aus eigener Anschauung die Hauptunfallursache auf der Strecke - Fahrzeuge, die von der Spur abkommen. Viele beschreiben aber, wie sie täglich Zeugen gefährlicher Überholmanöver werden. Es ist es auch dieses Fahrverhalten, das für Angst sorgt.

Kerstin K. berichtet, dass sie des Öfteren unkonzentrierte Fahrer erlebt. "Ich zottle, trotz Leistung, einfach gemütlich mit Abstand in der Schlange mit, quasi immer brems- oder sprungbereit, um reagieren zu können falls mal was wäre. Die Strecke ist mir einfach zu gefährlich." Man könne "wunderbar beobachten, wie wenig die Konzentration auf die Strecke gerichtet ist." 

Warum gegen den Unfallschwerpunkt nichts unternommen wird, fragen sich viele Nutzer. Vorschläge hätten sie viele - vom Section-Control-Blitzer über Überholverbote, Tempolimits, Kameraüberwachung und die oft erwähnte Mittelleitplanke.

Die zögerliche Reaktion der Behörden stößt bei den Usern auf Unverständnis. Tomusic B. meint dazu: "Den Behörden sind es noch zu wenig Tote."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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