Kann ein Rattern und Rütteln die durch das Handy oder andere Faktoren abgelenkten Fahrer rechtzeitig wieder auf die richtige Spur bringen? Schon seit längerem wird dies in der öffentlichen Diskussion immer wieder gefordert. Foto: Heidepriem

Endlich: Auf Unfallstrecke tut sich was. Neuer Mittelstreifen wird noch in diesem Jahr aufgebracht.

Das Wort "endlich" kann man sich in diesem Zusammenhang nicht verkneifen: Auf der berüchtigten Unfallstrecke B 462 tut sich jetzt etwas. Das Landratsamt will noch in diesem Jahr auf zwei Abschnitten neue Mittelmarkierungen aufbringen. Diese haben punktuelle Erhebungen - mit Rütteleffekt.

Kreis Rottweil - Nach dem neuerlichen tödlichen Unfall auf der Dunninger Ortsumfahrung in der vergangenen Woche, bei dem der 72-jährige Fahrer eines kleinen Schulbusses starb und mehrere Kinder schwer verletzt wurden, habe es am Dienstag eine erneute Verkehrsschau vor Ort gegeben, erklärt das Landratsamt auf Nachfrage unserer Zeitung. Mit dabei waren Vertreter des Straßenbauamts, der Straßenmeisterei Schramberg, der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde. Nicht nur die Umgehung, auch die angrenzenden Abschnitte, auf denen sich ebenfalls bereits viele schwere Unfälle ereignet haben, habe man dabei im Blick gehabt.

Autofahrer sollen wach gerüttelt werden

"Als Fazit der erneuten Überprüfung wurde bestätigt, dass es sich bei den letzten Unfallereignissen nicht vermehrt um geschwindigkeits-, beziehungsweise überholbedingte Unfälle handelte", erklärt das Landratsamt. Vielmehr habe sich bei der Unfallauswertung gezeigt, was ohnehin schon zu vermuten war: Auf der als "Raserstrecke" verschrieenen Straße ist in den meisten Fällen Unachtsamkeit beziehungsweise Ablenkung die Ursache. Es gilt also, die Autofahrer "wachzurütteln".

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Deshalb soll nun anhand von zwei "Teststrecken" überprüft werden, "ob eine modifizierte Mittelmarkierung mit deutlicherem Wahrnehmungseffekt beim Überfahren", wie es im Amtsdeutsch heißt, einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten kann. Sprich: Kann ein Rattern und Rütteln die durch das Handy oder andere Faktoren abgelenkten Fahrer rechtzeitig wieder auf die richtige Spur bringen? Schon seit längerem wird dies in der öffentlichen Diskussion immer wieder gefordert.

Gleichzeitig erhoffe man sich durch die neuen Mittelmarkierungen auch, "dass die uns von Verkehrsteilnehmern gemeldeten gefährlichen Überholmanöver ebenfalls reduziert werden können", sagt die Straßenverkehrsbehörde.

Auch Überholmanöver sollen reduziert werden

Denn auch wenn Raserei nicht die Hauptursache für die Unfälle ist: Dass auf der B 462 bei Dunningen zu schnell gefahren und zu riskant überholt wird, kann jeder beobachten, der die Strecke regelmäßig fährt.

Die Markierung soll auf zwei Streckenabschnitten zwischen den Anschlussstellen Dunningen-Mitte und Dunningen-Ost sowie zwischen dem Hochwald und der Anschlussstelle Dunningen-Ost zeitnah "noch im Laufe dieses Jahres" aufgebracht werden, teilt die Behörde mit. Sollten die Erfahrungen damit positiv ausfallen, ist vorgesehen, die Markierung in anderen Teilabschnitten einzusetzen.

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