Die Polizei rät, die Hunde an der kurzen Leine zu führen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Jagdhund Milan aus Rangendingen ist aufgrund einer Vergiftung gestorben. Hundehalter sollten vorsichtig sein, denn wie sich zeigt, ist dies nicht der erste Fall in der Region.

Ein Tierarzt hat am Ostermontag den vergifteten Jagdhund von Kurt Strobel einschläfern müssen. Zehn Tage währte der Todeskampf des augenscheinlich mitgenommenen Hundes. Der Halter, Kurt Strobel, war nicht nur beim Tierarzt, sondern brachte seinen sprichwörtlich „besten Freund des Menschen“ in eine Tierklinik nach Reutlingen. Das Tier wurde bestens behandelt, hat es aber nicht geschafft.​

 

Kurt Strobel hat den Giftanschlag auf Milan bei der Polizei angezeigt. Ob der Täter jedoch gefunden wird, ist ungewiss. Die Polizei teilt auf Anfrage mit, dass der Sachverhalt bekannt ist. Das Polizeirevier Hechingen hat die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen. „Bis zum jetzigen Stand konnte kein Tatverdächtiger ermittelt werden“, so die Polizei auf Anfrage.​

Notoperiert und gerettet

Der Hundehalter versichert, dass er Milan immer an der kurzen Leine führe, nur im Garten durfte er frei herumlaufen. Hat also jemand einen Giftköder über die Hecken auf den Rasen geworfen? Die Vermutung liegt nahe.​ Was hingegen feststeht: Anschläge auf Hunde sind kein Phänomen, das sich auf Rangendingen beschränkt. Das erweisen bei der Polizei angezeigte Fälle. Wenige Monate vor dem Tod des Jagdhunds Milan war es in Balingen ebenfalls zu Tierquälerei gekommen. Am 15. Dezember 2025 berichtet die Polizei von einem Köder mit Nägeln bei der Wassertretanlage Engstlatt. Weil der Hund schon mehrere Nägel verschluckt hatte, wurde er notoperiert und überlebte.

​Nicht so viel Glück hatte ein Vierbeiner im Herbst 2024 bei Albstadt. In Laufen fraß ein Hund einen vergifteten Köder und starb, nachdem er Vergiftungserscheinungen gezeigt hatte. Ebenfalls kein Happy End gab es im April 2023 für einen anderen Hund, ebenfalls in Albstadt. Das Tier musste aufgrund eines Giftköders eingeschläfert werden. Ein perfider Fall von Tierquälerei wurde der Polizei im Februar 2018 gemeldet: Bei Bodelshausen hatte ein Hund einen Köder, gespickt mit dünnen Nadeln, gefressen, spuckte ihn aber wieder aus.​

An kurzer Leine halten​

Das Polizeipräsidium berichtet von weiteren Fällen im Bereich Neckar-Alb, die alle ähnlich gelagert sind: Köder mit Gift oder mit stechenden Gegenständen. Was Rangendingen anbetrifft, sind in den vergangenen Jahren weitere zwei Fälle von Tierquälerei bekannt geworden. Hündin Anka wäre am ersten Weihnachtsfeiertag 2022 fast einem Giftköder zum Opfer gefallen, konnte dann aber dank rascher Behandlung gerettet werden. Im September, ebenfalls im Jahr 2022, berichtete unsere Redaktion über Maultaschen mit Glasscherben zwischen Pension Juhl und Starzelbrücke. Ein aufmerksamer Gassigeher hatte nach eigenen Angaben 20 Stück gesammelt und entsorgt.

​Die Polizei rät, die Tiere „möglichst an die Leine zu nehmen und darauf zu achten, dass sie keine herumliegenden Gegenstände fressen“. Es ist besondere Vorsicht geboten, denn die Wirkung des Gifts muss nicht zwingend sofort eintreten. Symptome können sich nach übereinstimmender Expertenmeinung auch erst nach Stunden oder sogar Tagen einstellen – so wie beim jüngst verstorbenen Jagdhund, der offenbar jedoch im eigenen Garten vergiftet wurde. ​ Das Tückische: Je später die Behandlung erfolgt, desto geringer sind die Überlebenschancen des Tieres.​