Im Fall Alessio werden dem Jugendamt Versäumnisse vorgeworfen. Foto: dpa

Alessio aus Lenzkirch im Schwarzwald soll Mitte Januar von seinem Stiefvater zu Tode geprügelt worden sein. Mögliche Versäumnisse des Jugendamts werden jetzt von Experten aus München aufgearbeitet.

Freiburg - Zweieinhalb Monate nach dem gewaltsamen Tod des dreijährigen Alessio sollen nun Münchner Gutachter den Fall für das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald aufarbeiten. Ziel sei dabei keine Schuldzuweisung an einzelne Personen, sondern eine Fallanalyse, teilte das beauftragte Deutsche Jugendinstitut aus München mit.

„Wir wollen verstehen, wie ein solch schreckliches Ergebnis der Bearbeitungsprozesse passieren konnte, die eigentlich dem Schutz des Kindes dienen sollen“, sagt Heinz Kindler, der für das Institut den Fall untersuchen soll.

Drei Teams aus Fachleuten, Führungspersonen im Kinderschutz und Wissenschaftlern sollen identifizieren, was schiefgelaufen ist, „um dann den Kinderschutz vor Ort besser und sicherer zu machen“, sagt Kindler. Erste Ergebnisse will der Gutachter drei Monate nach Vertragsabschluss vorlegen. Gleichzeitig gibt es nach Angaben des Landratsamtes Breisgau-Hochschwarzwald noch eine Expertenkommission, die über den Fall hinaus über die bessere Zusammenarbeit der Institutionen beraten soll.

Alessio aus Lenzkirch im Schwarzwald wurde Mitte Januar Tode geprügelt. In Untersuchungshaft sitzt der Stiefvater. Dem Jugendamt wird seither Versagen vorgeworfen.

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