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Titisee Tatverdächtiger war bereits im Visier

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Foto: kamera24.tv

Titisee-Neustadt - Der 32-jährige Mann aus dem Hochschwarzwald, der am Freitag den dreijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin erschlagen haben soll, stand bereits im Sommer 2014 unter Misshandlungsverdacht. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt.

Nach einem "Hinweis von außen" habe man gegen den Mann ermittelt, so Staatsanwalt Michael Mächtel am Montag in Freiburg. Der Verdächtige habe die Vorwürfe allerdings bestritten, die Mutter des kleinen Buben, der nun tot ist, habe ihren Partner gegenüber den Ermittlern zudem gedeckt. Weitere Ermittlungen im Umfeld der Familie hätten ebenfalls nichts erbracht, was für eine Anklage ausgereicht hätte.

"Man konnte nichts nachweisen, das Verfahren wurde Anfang Oktober 2014 eingestellt", so Mächtel weiter. Von dem ergebnislosen Ende der Ermittlungen auf dem Bauernhof in Lenzkirch sei dann das Jugendamt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald in Freiburg informiert worden, das ebenfalls seit dem Sommer von dem Fall Kenntnisse hatte.

Sozialdezernentin Eva Münzer zeigte sich gestern gegenüber unserer Zeitung geschockt: Eine solche Wendung sei im Fall der Familie des kleinen Alessio nicht zu erwarten gewesen. "Die Familie und auch ihr Umfeld haben gut mit uns zusammengearbeitet", so Münzer. Nachdem das Amt im vergangenen Juli vom Kinderschutzzentrum der Uniklinik Freiburg über den Misshandlungsverdacht informiert worden war, habe man ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Familienbetreuung geschnürt.

Während der damaligen Ermittlungen habe man die Mutter mit den Kindern und den nun inhaftierten Vater zunächst getrennt. Nachdem das Ermittlungsverfahren eingestellt war, habe man "unter zahlreichen Bedingungen" und mit einer engmaschigen Betreuung die Familie wieder zusammengeführt. Unter anderem gab es alle 14 Tage Kontrolltermine beim Kinderarzt. Im November nahmen Mutter und Kinder an einer gemeinsamen Kur teil,  vergangene Woche war die Familientherapie angelaufen.

"Wir können nicht sagen, was in dieser Zeit falsch gelaufen ist"

"Es gab da keine Auffälligkeiten mehr", so Eva Münzer, deren Behörde rund 200 Mal im Jahr in Sachen Kinderschutz aktiv werden muss. Die Dorfhelferin, die regelmäßig bei der Familie war, habe noch am Freitagmittag um 12 bei dem Vater und den Kindern vorbeigeschaut. Vier Stunden später war der kleine Alessio tot.

"Wir können nicht sagen, was in dieser Zeit falsch gelaufen ist", so Münzer. Auch Landrätin Dorothea Störr-Ritter (CDU) zeigte sich erschüttert: "Nach meiner Auffassung war unsere Arbeit mit der Familie die richtige. Es wurde gewissenhaft gearbeitet." Was nun passiert ist, sei nicht vorhersehbar gewesen.

Der dreijährige Junge war am Freitagnachmittag gegen 16 Uhr leblos von seinem Stiefvater zu einem Kinderarzt in Titisee-Neustadt gebracht worden. Doch auch ein hinzugezogener Notarzt konnte dem Kind nicht mehr helfen. Der Mann hatte zunächst gesagt, dass der Bub eine Treppe hinabgestürzt sei. Doch die Spuren am Körper des toten Jungen sprachen eine andere Sprache und brachten schnell die Ermittler der Kripo auf den Plan.

Der Verdächtige hat nach seiner Verhaftung eingeräumt, den Jungen geschlagen zu haben. Danach sei das Kind eine Treppe hinabgestürzt. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft, zu seinen Tatmotiven und dem genauen Tatablauf machen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen noch keine genauen Angaben. Alessio starb an den Folgen "massiver Gewalt" und innerer Verletzungen, wie  Mächtel bestätigte. Das Kind habe aufgrund der Verletzungen keine Überlebenschance gehabt.

Die Mutter des dreijährigen Buben wird zurzeit betreut, sie war zur Tatzeit mehrere Tage außer Haus, ihr Partner sollte ihren Sohn und die gemeinsame, knapp ein Jahr alte Tochter versorgen. Das Mädchen ist nun bei Pflegeeltern untergebracht. Die Freiburger Polizei arbeitet mit einer 15-köpfigen Ermittlungsgruppe an dem Fall.

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