Die Entscheidung steht: Nichts geht mehr: Der Tischtennisverband hat die Saison 2019/2020 abgebrochen. Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Tischtennis: VfL Stammheim profitiert in der Bezirksklasse vom vorzeitigen Ende der Spielrunde / Tabellen sind "eingefroren"

Der Tischtennisverband Baden-Württemberg hat ebenso wie die anderen Landesverbände in Deutschland die Saison 2019/2020 aufgrund der Corona-Epidemie beendet.

Die aktuelle Tabelle ist gleichzeitig die Abschlusstabelle. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Spiele die jeweiligen Teams ausgetragen haben. Offen ist noch, wie mit der Relegation verfahren wird. Die jeweils Zweitplatzierten dürfen zumindest auf den Aufstieg hoffen.

"Grundsätzlich finde ich es gut, dass die Saison abgebrochen wird. Ich habe auch nie mit etwas anderem gerechnet. Die Gesundheit aller hat hier natürlich Vorrang", so Michael Kocheisen, Vorsitzender des Tischtennisbezirks Schwarzwald.

"Die Wertung der Saison finde ich allerdings äußerst unglücklich. Den aktuellen Tabellenstand als Abschlusstabelle zu werten, ist meiner Meinung nach der schlechteste aller Wege. Da wurden wir wohl leider von anderen Landesverbänden überstimmt, denn der Wunsch von TTBW war es, den Stand bei Rundenhalbzeit heranzuziehen. Klar gibt es keine Lösung, mit der jeder glücklich ist, aber jede andere Lösung wäre sportlich zumindest fairer gewesen."

Michael Kocheisen nennt als Beispiel die Bezirksklasse Nord, in der aktuell der VfL Stammheim (24:8 Punkte) vor dem WSV Schömberg (23:9) und dem SV Gültlingen (21:5) rangiert. Die Gültlinger liegen nach Minuspunkten am besten im Rennen um die Meisterschaft, sind aber in der Abschlusstabelle nur Dritter.

"Wir sind zwar Meister, aber es fühlt sich komisch an, da wir ja nur deshalb auf Platz eins stehen, weil wir drei Spiele mehr als die Gültlinger gespielt haben", sagt Michael Blaich, Mannschaftsführer der Stammheimer.

"Natürlich hätten die Gültlinger die ausstehenden Begegnungen erst noch gewinnen müssen, aber vermutlich hätten sie uns noch abgefangen. So richtig freuen kann ich mich nicht. Das wäre bei einer regulären Meisterschaft sicher anders gewesen. Auf den Aufstieg freuen wir uns natürlich und auf die nächste Saison in der Bezirksliga."

Dietmar Strauß vom SV Gültlingen ist verständlicherweise alles andere als glücklich. "Uns trifft es besonders hart, zumal nach dem Spiel gegen Stammheim (8:8; Anmerkung der Redaktion) unser Selbstvertrauen wieder da war. Auch wenn wir vielleicht noch ein Spiel verloren hätten, wären wir zum Schluss Tabellenführer und somit Meister geworden. Die Entscheidung die nun getroffen wurde, passt natürlich nicht jedem, das ist klar. Man hätte vielleicht die Runde wiederholen können, das wäre auch fair gewesen."

Nebenbei merkt er an, dass er seine Mannschaft in der Bezirksklasse richtig eingestuft sieht. "Die Bezirksliga ist zu stark für uns. Ohne Verstärkung hätten wir dort keine Chance."

Als Tabellenachter hat der TTC Ottenbronn die Saison in der Verbandsliga mit 10:18 Punkten abgeschlossen und hat damit einen Zähler Vorsprung gegenüber der zweiten Garnitur der Neckarsulmer Sportunion, die den weg in die Landesliga antreten muss.

"Ich bin überzeugt, dass wir auch so den Klassenerhalt geschafft hätten", sagt TTC-Vorsitzender Achim Kappler und verweist darauf, dass von den vier noch ausstehenden Begegnungen drei zuhause über die Bühne gegangen wären und das einzige Auswärtsspiel beim abgeschlagenen Schlusslicht TTC Mühringen stattgefunden hätte.

Die zweite Mannschaft der Ottenbronner ist mit nur einer Niederlage Meister der Bezirksliga vor dem TV Calmbach II. Achim Kappler ist sich sicher, dass es bei dieser Reihenfolge auch bei regulärem Rundenende geblieben wäre.

"Es ist schwer zu sagen, was die beste oder die fairste Entscheidung ist. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass jetzt überhaupt eine Entscheidung getroffen wurde, so dass jeder planen kann. Eine Entscheidung noch weiter hinauszuzögern hätte niemand weiter geholfen", so Achim Kappler.

Fünf Spiele, ein Sieg, die Rückrundenbilanz des TV Oberhaugstett in der Landesklasse ist nicht unbedingt berauschend. Dennoch haben sich die Oberhaugstetter damit vor dem Abstieg gerettet. Punktgleich mit dem CVJM Grüntal (jeweils 7:21 Zähler) und der etwas besseren Spieldifferenz hat der TVO die Saison abgeschlossen – knapper geht’s kaum.

"Der Sieg in Leonberg war enorm wichtig", blickt TVO-Kapitän Hermann Schwenker auf den 9:7-Sieg Mitte Februar zurück und ergänzt: "Natürlich war das eng. Wir sind noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen.

"Es wird wohl noch etwas dauern, bis die Krise überwunden ist. Da hätte es wohl wenig gebracht, wenn eine Entscheidung noch weiter hinausgezögert worden wäre." Bei aller Unsicherheit, über eins ist sich Hermann Schwenker sicher: "Wir gehören in diese Liga."

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