Der Tischtennis-Sport hat es nicht leicht in Corona-Zeiten. Foto: Marius Becker

Tischtennis: Auf Vereine kommen einige Neuerungen zu. Oberliga-Frauen des TV St. Georgen dürfen keine Doppel spielen. 

Die Tischtennis-Runden sollen am 19. September wieder beginnen. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen sich die Ballkünstler auf einige Veränderungen einstellen. Wir hörten uns nicht nur bei Vereinen aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis um.

Der Bezirkssportwart

Aufgrund einer ab der Oberliga geltenden Regelung des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB) ist klar, dass von den Vereinen der Region zumindest die Oberliga-Frauen des TV St. Georgen in der Hinrunde auf Doppelspiele verzichten müssen. Wie es in den Ligen darunter aussieht, ist noch offen. "Das ist so. Auf Verbands- und Bezirksebene ist noch keine Entscheidung gefallen. Die Tendenz geht aber in die gleiche Richtung. Im Verlauf der kommenden Woche wird wohl eine Entscheidung fallen", sagt Klaus Scherzinger, der Bezirkssportwart (Schwarzwald). Dieser betont noch einmal, dass "die Entscheidung, den Spielbetrieb der Runde 2019/20 abzubrechen, für uns Funktionäre sofort klar war. Wie wir letztendlich die abgebrochene Saison werten und mit dem möglichen Auf- und Abstieg vorgehen, war für uns relativ schwierig. Hier haben wir uns ausgiebig Gedanken gemacht und verschiedene Meinungen eingeholt. Ich denke, mit der getroffenen Entscheidung haben wir für unseren Sport das Richtige getan. Letztendlich steht die Gesundheit über allem." Scherzinger wünscht sich, dass die neue Saison "ohne Komplikationen durchgespielt werden kann. Weiter hoffe ich, dass wir die anstehenden Jugendturniere – natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften – durchführen können. Dies gilt auch für die sonstigen Turniere."

TV St. Georgen Frauen

Für den Oberliga-Aufsteiger beginnt am 19. September mit einem Heimspiel gegen Herrlingen die Saison. "Alle aus unserer Mannschaft spielen sehr gerne Doppel, sodass wir es natürlich schade finden, dass diese in der kompletten Vorrunde wegfallen werden. Aber natürlich ist es wichtig, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Trotzdem freuen wir uns wieder darauf, gemeinsam Doppel zu spielen und hoffen, dass dies ab der Rückrunde wieder möglich ist", betonen die TVS-Spielerinnen Natalie und Anne-Kathrin Obergfell. Die Bergstädterinnen müssen sich also erst einmal umstellen. "Da das Doppel immer zu Beginn ausgetragen wurde, konnten wir bereits Spielsicherheit für die Einzel gewinnen, zudem auch die Stärken und eventuellen Schwächen der Gegner erkennen. Zudem wird durch das Doppel das Teamgefühl gestärkt. Natürlich trägt man auch durch die Leistungen im Einzel zum Teamerfolg bei, jedoch macht das gemeinsame Spielen im Doppel besonders Spaß. Natalie Obergfell und Jana Bork, die in der Badenliga das stärkste Doppel der vergangenen Saison gebildet haben, hätten sicherlich auch in der Oberliga gemeinsam viele Punkte für den TV St. Georgen erspielen können", stellen die beiden Schwestern klar. Beide erklären, wie in der Hinrunde Spiele gewertet werden. "Es werden alle Einzel ausgespielt. Der Mannschaftskampf endet also nicht wie bisher beim Erreichen des achten Siegpunktes, sondern nach Austragung des letzten Einzels. Die Ergebnisse reichen somit von einem 12:0 bis zu einem 6:6. Jeder Spieler hat unabhängig vom Spielstand drei Einzel", so Natalie und Anne-Kathrin Obergfell, die zuletzt unter Einhaltung des Hygienekonzeptes wieder "fast normal" trainieren konnten. "Wobei dies heißt: Betreten und Verlassen der Sporthalle sowie Auf- und Abbau nur mit Mund- und Nasenschutz, Training nur mit Spielfeldabgrenzungen und Desinfektion der Tischtennisplatten, der Umrandungen und der einzelnen Bälle nach dem Training. Das Training findet derzeit in festgelegten Trainingsgruppen statt, sodass immer dieselben Spieler miteinander trainieren."

TV St. Georgen Männer

Der Verbandsliga-Aufsteiger fiebert dem ersten Spiel – am 19. September gastiert der SV Eichsel – entgegen. "Für uns als Mannschaft waren die Doppel bisher immer Bestandteil der Rundenspiele. Oftmals konnten wir mit starken Leistungen im Doppel wichtige Punkte erzielen. Sollten die Doppel wegfallen, wird sich vermutlich das Spielsystem ändern. Dies wäre auf jeden Fall eine große Umstellung", wartet Daniel Hackenjos von der TVS-Reserve, die in der Landesliga am 26. September in Konstanz ihren Auftakt bestreitet, gespannt auf die Entscheidung.

TTG Furtwangen Männer

Die Herren der TTG Furtwangen/Schönenbach starten am 19. September mit einem Heimspiel gegen Konstanz in die Verbandsliga-Runde. TTG-Aktivposten Jochen Burt will sich erst ausführlich äußern, wenn der Verband in Sachen Doppel eine Entscheidung auf den Weg gebracht hat. "Wir haben mit dem Training wieder begonnen. Nach so vielen Monaten ist es ein weiter Weg zurück zur Normalform. Ansonsten bin ich gespannt, ob es wirklich losgeht", weiß Jochen Burt, dass die Pandemie noch für weitere Turbulenzen sorgen kann.

TuS Hüfingen Männer

Auch die Hüfinger haben seit dem 2. Juni das Training unter den derzeitigen Regelungen wieder aufgenommen. "Ob die neue Saison 2020/21 tatsächlich stattfindet und – falls ja – in welchem Modus, das ist bisher nicht bekannt", geht der Hüfinger Spieler Christian Gutzeit aber davon aus, dass der Landesligist am 4. Oktober das erste Mal an den Platten steht. Dann steht die Auswärtspartie in Mühlhausen auf dem Plan.   TG Schwenningen Andreas Strobel, der stellvertretende Vorsitzende der Tischtennis-Abteilung der TG Schwenningen, geht noch davon aus, dass in den württembergischen Ligen, in denen die Turngemeinde vertreten ist, die Doppel gespielt werden. "Sofern bis zum Rundenbeginn am 19. September doch noch auf einen Verzicht der Doppel entschieden werden sollte, ist dies für unseren Verein eher kein Problem. Wichtig ist für uns vor allem, dass – wie auch immer – wieder der Wettkampfsport betrieben werden darf. Nach unseren Informationen sollen, sofern auf die Doppel verzichtet wird, alle Einzel durchgespielt werden. Und dies unabhängig vom Spielstand. Ein Spiel bei den Herren (Sechser-Mannschaften) ist dann nicht bei neun Punkten, sondern bereits bei sieben Punkten gewonnen. Im Unterschied zu den bisherigen Regelungen wird das Spiel beim Erreichen des Siegpunktes nicht abgebrochen, sondern es werden die restlichen Einzel noch ausgespielt. Bei den Damen (Vierer-Mannschaften) würden bei einem Verzicht der Doppel ebenfalls alle Einzel ausgespielt. Mit dem Unterschied zu den Herren, dass hier auf jede Dame drei Einzel (wie bisher auch) zukommen. Somit würden wie bei den Herren zwölf Einzel ausgespielt", hat sich Andreas Strobel schon genau informiert. Die TG-Teams haben den Trainingsbetrieb bereits vor den Sommerferien wieder aufgenommen. "Selbstverständlich unter der Beachtung der vorgegebenen Hygienevorschriften und der Vorgaben des DTTB. Trotz der Einschränkungen herrschte bei uns ein doch relativ normaler Trainingsbetrieb", blickt Strobel zurück. Die Damen I (Landesliga) starten am 10. Oktober mit einem Heimspiel gegen Lützenhardt II in die neue Runde, die Herren I (Landesklasse) müssen schon am 26. September gegen Metzingen an die Platte.  TTSV Mönchweiler Frauen Natürlich haben auch die Frauen des Landesligisten TTSV Mönchweiler mitbekommen, dass eventuell in der Runde 2020/21 keine Doppel gespielt werden. "Wir haben diese Regelung vernommen, allerdings warten wir aktuell noch auf Offizielles vom Tischtennisverband Baden-Württemberg", betont Vivian Nowak, die Sportwartin des TTSV Mönchweiler. Um für den Saisonstart am 26. September gegen Riedböhringen gerüstet zu sein, findet in Mönchweiler das Training "gemäß dem von uns erarbeiteten Hygienekonzept regelmäßig statt".

Info

Die Begründung des Deutschen Tischtennis-Bundes

Wegen der Corona-Pandemie wird die neue Tischtennis-Saison in den höchsten deutschen Spielklassen ohne Doppel ausgetragen. Diese Regelung gilt erst einmal von der Bundesliga der Frauen bis zur Oberliga, teilte der Deutsche Tischtennis-Bund nach einer Präsidiumssitzung mit. Denn nur auf dieser Ebene oberhalb der Landesverbände ist der DTTB für den Ligabetrieb zuständig. Auch die Bundesliga der Männer organisiert sich selbst. "Das Präsidium ist der Meinung, dass eine vollständige Spielzeit 2020/21 angegangen werden sollte, da es nach der aktuellen Lage realistisch erscheint, diese bestreiten zu können", heißt es in einer Mitteilung. Trotzdem müsse bei den Spielen "ein entsprechender Gesundheitsschutz gewährleistet werden", um keine Unterbrechung oder gar einen Abbruch der Saison zu riskieren. Auf das Doppel werde verzichtet, damit "der Wettkampfbetrieb unter Einhaltung übergeordneter Grundsätze wie der Kontaktbeschränkungen, Abstandsregelungen und Hygiene-Maßnahmen ablaufen kann".

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