CVJM Grüntal jubelt über den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die Landesliga.
Die Titelentscheidung zu Gunsten der TTF Rastatt II war bereits gefallen, dennoch wollten sich die Frauen des TTC Lützenhardt im abschließenden Verbandsoberliga-Topspiel noch einmal von ihrer besten Seite präsentieren.
In der Anfangsphase bot der TTC dem souveränen Meister um die wieder in den Spielbetrieb eingestiegene Topspielerin Elisabeth Wormuth (ehemals Bittner) Paroli. Klara Misurak gewann gemeinsam mit Nejla Yaman das Doppel und gegen Susanne Gibs zudem ihr erstes Einzel, dies jeweils ohne Satzverlust.
Aufstiegsrelegation am 9. Mai
Danach gingen jedoch fünf Einzel in Serie an die Gäste, lediglich Julia Neff konnte im einzigen Fünfsatzspiel des Tages nervenstark noch verkürzen (11:8, 4:11, 9:11, 12:10 und 11:9 gegen Angelina Credo).
Nach dieser 3:8-Niederlage geht es für das TTC-Quartett am 9. Mai in der Aufstiegsrelegation um den (Wieder-)Aufstieg in die Oberliga.
VfR tritt nicht an
In dieser spielen im kommenden Jahr definitiv die Frauen des TTC Mühringen, denen mit einer makellosen Bilanz von 28:0 Punkten der Durchmarsch ins baden-württembergische Oberhaus gelang. Am letzten Spieltag blieben die Schläger in der Tasche, Absteiger VfR Altenmünster trat erst gar nicht an.
Saisonfinale auch in der Landesliga: Meister wurde die SpVgg Weil der Stadt II um die beiden früheren Oberligaspielerinnen Martina Voges und Dorothea Ziegler, die sich klar mit 8:2 gegen den personell dezimierten CVJM Grüntal durchsetzte.
Für die lediglich zu dritt angetretenen Gäste gestaltete Lilly Mae Wenselau die Niederlage etwas freundlicher, die 15-Jährige gewann den Youngstervergleich gegen Laura Voges und zusammen mit Alexandra Eisenbeis das Doppel.
Um in Sachen Klassenerhalt ganz auf Nummer sicher zu gehen, peilte Verbandsoberligist TTC Mühringen gegen Schlusslicht TTF Rastatt zumindest ein Unentschieden an, das endgültig alle Restzweifel aus dem Weg räumen würde.
Kurzzeitig in der Bredouille
Einfach wurde es dem TTC allerdings nicht gemacht. Der Zwischenstand von 3:3 war im Grunde abzusehen: Das Mühringer Spitzendoppel mit Attila Namesztovszki und Justus Reihs gewann standesgemäß, ebenso Namesztovszki am Spitzenpaarkreuz und – etwas knapper – Silas Schurr gegen Rastatts Nummer vier.
Danach kamen die Mühringer kurzzeitig in die Bredouille, als sich Attila Namesztovszki gegen die wie entfesselt aufspielende Nummer eins Laurent Pingenat mit 0:2 Sätzen in Rückstand sah. Doch mit 11:8, 11:7 und 11:3 drehte der Mühringer Topmann die Partie noch um.
Hält das Nervenkostüm?
Das Nervenkostüm der 60 Zuschauer wurde dann noch einmal im abschließenden Einzel von Frank Bolanz auf die Probe gestellt, der sich bereits mit 1:2 Sätzen und 1:5 im vierten Durchgang im Hintertreffen befand, dann aber gegen Cedrik Dohm noch die Kurve kriegte (11:6, 7:11, 7:11, 11:9, 11:9). „Jetzt freuen wir uns auf ein weiteres Jahr in der Verbandsoberliga“, sagte Frank Bolanz.
Happy-End für den SSV Schönmünzach in der Landesliga: Trotz eines 3:9 beim TSV Betzingen reichte es am Ende zum Klassenerhalt, da Hauptkonkurrent SV Leonberg/Eltingen dem VfL Sindelfingen mit 4:9 unterlag. Bei ebenfalls ersatzgeschwächten Betzingern punkteten Maximilian Bill, Niklas Denner und das Doppel Jonas Reiser/Felix Reiser.
„Nachdem bekannt war, dass es vier direkte Absteiger geben wird, war unser einziges Ziel, in der Liga zu bleiben“, sagt Grüntals Kapitän Dirk Sailer, der nun nach dem 9:5-Auswärtssieg beim SV Glatten auf den nicht für möglich gehaltenen Titelgewinn in der Landesklasse und damit den größten Erfolg in der Geschichte der Grüntaler Männerteams blickt.
Stolz bei Dirk Sailer
„Alle sechs Spieler sind Eigengewächse“, meint Dirk Sailer nicht ohne Stolz – und verweist zugleich auf die erfolgreiche Jugendarbeit im Verein. Mit einer „sehr coolen, jungen Truppe, die ausgeglichen starke Leistungen zeigte“, setzte man sich in der Saisonschlussphase an die Tabellenspitze eines Feldes, das seinesgleichen suchte.
Zwei besondere Fakten: Nach der Vorrunde rangierte das CVJM-Team mit 9:9 Punkten noch auf einem Abstiegsplatz, nun wurde man mit 24:12 Punkten Meister und Teams wie der TTC Mühringen II (18:18) oder der TV Calmbach II (17:19) müssen mit durchaus ansehnlichen Punkteständen den Gang in die Bezirksliga antreten.
TTSV-Mannschaft bleibt drin
Aus zwei weiteren Schwarzwaldduellen am letzten Spieltag gingen – nicht ganz unerwartet – der TV Oberhaugstett (9:2 bei Schlusslicht TTG Unterreichenbach-Dennjächt) und der TTSV Baiersbronn-Klosterreichenbach (9:4 gegen TV Calmbach II) hervor.
Bereits vor der letzten Partie gegen Calmbach II stand der Klassenerhalt der ersten TTSV-Mannschaft in der Landesklasse fest. Somit war der Heimsieg von Stephan Reinhardt, Andreas Geiger, Oguzhan Durmaz, Markus Schoch, Jörg Wenselau und Ronny Döring im letzten Saisonspiel nicht mehr unbedingt erforderlich, aber sorgte am Ende für einen guten dritten Tabellenrang, da alle Landesklasse-Mannschaften sehr nah beieinander liegen.