Der Start der Pilzsaison steht unmittelbar bevor – auch aufgrund der derzeit feuchten Witterung. Der Pilzsachverständige Udo Schäfer gibt wertvolle Tipps für Sammler, um Fehler zu vermeiden.
Der Pilzsachverständige Udo Schäfer gibt wertvolle Tipps für Sammler, um Fehler zu vermeiden. So teilt er auf Anfrage unserer Redaktion mit: „Alljährlich kommt es leider landesweit zu tödlich verlaufenden Pilzvergiftungen. Meist ist der Knollenblätterpilz verantwortlich. Wie kann es dazu kommen? Es ist immer die Unachtsamkeit oder Unkenntnis über die Merkmale des Pilzes, den man sammelt. Das Wichtigste beim Pilze sammeln ist, genau hinzuschauen“.
Und das geht so: „Man muss die Merkmale kennen und alle müssen übereinstimmen. Ein weißer Pilz auf der Wiese ist nicht zwangsläufig ein Champignon. Besonders an Waldrändern mit Laubbäumen können weit in die Wiese hinein auch Knollenblätterpilze wachsen“, warnt Schäfer.
Eindeutige Unterschiede
Bei jedem Sammeln von Pilzen sei es daher wichtig, genau hinzuschauen. So könne ein Knollenblätterpilz auf den ersten Blick einem Champignon sehr ähnlich sehen. Bei genauerem Betrachten ließen sich aber eindeutige Unterschiede identifizieren, die man kennen müsse.
Udo Schäfer rät daher: „Wenn Sie sich nicht zu hundert Prozent sicher sind, wenden Sie sich an einen Pilzsachverständigen zur Beratung vor Ort. Essen Sie nie einen Pilz, den Sie ausschließlich mit einer Pilz-App bestimmt haben – das kann im schlimmsten Fall tödlich enden“.
Merkmale beachten
Es gebe keine „Regel“, mit der man Giftpilze erkenne. Man müsse die Merkmale der einzelnen wichtigsten Giftpilze kennen und beachten, um sich zu schützen. „Die meisten Pilzvergiftungen, mehr als 90 Prozent, sind jedoch Eiweißvergiftungen durch das Sammeln von zu alten Speisepilzen“.
Das Angebot von Udo Schäfer: „Wer dazulernen oder mehr Sicherheit erlangen möchte, kann gerne an Pilzexkursionen teilnehmen. Diese werden von August bis Oktober jeweils donnerstags über das Tourismusbüro Schramberg angeboten und dauern zwei bis drei Stunden“.
Im Herbst findet zudem durch die VHS Schramberg ein Intensiv-Pilzseminar statt. Auch private Führungen sind möglich. Interessenten können sich beim Pilzsachverständigen Udo Schäfer, Schramberg, Telefon 07422/89 45, erkundigen. Pilzberatungen sind dort kostenfrei.