Beim Meisterkurs Gesang von Bariton Bernd Valentin und Pianist Klaus Bernhard Roth im Haslacher Haus der Musik konnten Besucher öffentliche Proben miterleben.
Bei dem Meisterkurs Gesang von Bariton Bernd Valentin und dem Begleitpianisten Klaus Bernhard Roth konnte man sich im Haslacher Haus der Musik bei öffentlichen Proben von den sängerischen Fortschritten der Meisterschülerinnen und Meisterschüler überzeugen. Diese Proben waren überraschend gut besucht. Jeder der sieben Gesangsschüler hatte sich zur Probe eine Arie oder ein Lied ausgesucht, das sie vorstellten und ihnen Feinschliff verliehen. Bernd Valentin steuerte seine Tipps zur Optimierung von hinten aus dem Zuhörerraum bei - immer konstruktiv und wertschätzend.
Bei der öffentlichen Probe am Mittwoch trat als erste die junge Marta Ramos Kulzer Ribeiro mit ihrer bewundernswerten Altstimme auf. Sie hatte sich die Ariette „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“ aus der Oper „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber ausgesucht. „Mehr legato“, lautete Valentins Tipp. Auch solle sie eine nur schwer zu singende Strophe ein wenig vereinfachen und vor allem etwas Ironie durchschimmern lassen. Die langen Töne solle sie mehr strukturieren und die absteigenden Töne nacheinander ausbilden. „Der Körper muss all das automatisch machen“, riet er. „Sehr schön“, lobte er zum Schluss in den spontanen Beifall der Zuhörer hinein.
Sänger unterstützte bei Unterbrechungen
Tenor Bastian Bränland hatte für seinen Vortrag die Arie des Rodolfo aus „La Bohème“ von Giacomo Puccini ausgesucht. Selbstbewusst trat er an und meisterte diese schwierige Arie kraftvoll und für das ungeübte Ohr perfekt. Doch auch hier gab es Verbesserungstipps vom Meister, denn: „Nichts ist so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte.“ Vor allem solle er das „e“ in den oberen Tönen zum „ä“ öffnen. Und das „Sono un poeta“ des Rodolfo müsse im Brustton der Überzeugung kommen.
Mit großem Geschick half der Pianist dem Sänger, nach den Unterbrechungen wieder in die Arie hineinzufinden. Die Arie „Ombre Pallide“ aus der Oper „Alcina“ von Georg Friedrich Händel sang Ana Marija Tobias in voller Länge und erntete ein lautes „Bravo“ von Valentin und Roth. „Es gibt da ein paar Stellen, denen du zu wenig Aufmerksamkeit widmest“, wandte der Meister ein. Da müsse sie noch einige Mühe aufwenden, damit es mühelos klinge.
Enej Fürst schließlich trug sehr emotional und ausdrucksstark das slowenische Lied „Kam“ von Fran Gerbic vor, bei dem es nur wenige Punkte zu verbessern gab, um Dramatik und Emotionalität noch zu steigern.
Kostenfreier Auftritt
Zur Abschlussmatinee der sieben Meisterschüler wird auf Sonntag, 12. April, mit Beginn um 11 Uhr ins Haus der Musik nach Haslach eingeladen. Der Eintritt ist frei, Spenden für die jungen Künstler werden erbeten.