Einen Eisvogel zu sehen, ist immer ein besonderer Moment. Im Kreis Calw wurden nun die ersten Exemplare gesichtet. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Im Kreis Calw sind die ersten Eisvögel des Winters gesichtet worden. Wo und wann man die schillernden Tiere am besten beobachten kann.

Die ersten Eisvogel-Sichtungen im Kreis Calw wurden unserer Redaktion gemeldet. In Wildberg sei ein Eisvogel in der Nähe der Nagold gesehen worden sein, ebenso am Gültlinger See und in Sulz am Eck.

 

Eisvögel gebe es in Calw zwar schon seit vielen Jahren, doch ist es für Vogelfreunde immer ein besonderer Moment, einen der „fliegenden Edelsteine“ zu sehen.

Heimat Da der Eisvogel sich an klaren Gewässern mit „Kleinfischbestand“ wohlfühle, finde man ihn in Calw unter anderem an der Nagold, Enz oder Teinach, erzählt Mara Müssle, Pressesprecherin des Landratsamts Calw. Aber er halte sich auch an Bächen, Tümpeln, Teichanlagen oder anderen Gewässern auf.

Aufnahme des im Kreis Calw gesichteten Eisvogels. Foto: Timo Roller

Tageszeit Morgens und abends seien Eisvögel am aktivsten. Besonders am frühen Morgen und am späten Nachmittag seien sie auf Nahrungssuche und dementsprechend am besten zu sehen.

Jahreszeit Zwischen Februar und März streifen die schillernden Vögel auf der Suche nach einem möglichen Partner entlang der Gewässer. In dieser Zeit sehe man sie besonders häufig, berichtet Müssle. Aber auch im Frühjahr von April bis Juni könne man Eisvögel bei der Jagd nach kleinen Fischen beobachten. Ende Mai bis Mitte Juli flögen die Jungen aus und seien auch zu sehen, teilt Müssle mit.

Gefährdung Im Kreis Calw sei der Eisvogel nicht gefährdet. Der Bestand hänge damit zusammen, wie kalt der Winter sei. Mara Müssle berichtet, dass der Bestand der Tiere um bis zu 90 Prozent einbrechen könne, wenn der Winter über einen längeren Zeitraum sehr kalt sei. Das passiere, wenn die Gewässer einfrieren und der Eisvogel nicht an ausreichend Nahrung gelangt.

Allerdings habe der Eisvogel eine so hohe Fortpflanzungsrate, dass er diese Verluste innerhalb weniger Jahre wieder ausgleichen könne, erklärte die Pressesprecherin.

Trotzdem sei der Eisvogel nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung in Deutschland eine „streng geschützte Art“, betont Mara Müssle.

Weitere Informationen

Der Eisvogel
 oder auf Latein auch „Alcedo atthis“ ist besonders für sein farbenfrohes Federkleid bekannt.

Lebensraum Zu Hause fühlt sich der Eisvogel an fließenden und fischreichen Flüssen, schreibt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Zusätzlich benötige er Steilhänge, in die er die knapp einen Meter langen, horizontalen Brutröhren graben könne, so der Nabu. Eisvögel seien in Deutschland größtenteils Stand- und keine Zugvögel.

Aussehen Der Eisvogel wird 17 bis 19,5 Zentimeter groß. Die Oberseite sowie der Oberkopf haben eine „schillernd azur- bis kobaltblaue“ Farbe. Die Flügel sind etwas dunkler als der Rücken, und die Unterseite sowie die Wangen sind „rostbraun bis rostorange“. An den Halsseiten und an der Kehle befinden sich helle Flecken. Der lange, dunkle Schnabel sei kräftig, so die Beschreibung des Nabu.

Verhalten und Stimme Der Eisvogel sitze oft im Schatten am Ufer eines Gewässers und halte Ausschau nach Beute. Er sei „relativ ruffreudig“ und gebe ein helles „Ziii“ von sich.

Gefährdung Laut Nabu ist der Eisvogel in Deutschland nicht gefährdet, doch „Gewässerverbauung und -verschmutzung“ stellen Probleme für ihn dar.