Aktien können für Anleger interessant sein – bringen aber auch Risiken. Foto: ©m.mphoto - stock.adobe.com

Die Sparkasse Pforzheim Calw gab in ihrem Finanzforum Einblick ins Thema „Geldanlage in bewegten Zeiten“ – und verriet, wo sich das Investieren derzeit lohnen dürfte.

Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Der Ölpreis explodiert. Hinzu kommt die erratische Zollpolitik der USA. Und dann sind da noch die Herausforderungen durch die Künstliche Intelligenz (KI). Dennoch gehen die Aktienkurse durch die Decke.

 

Wie ist das möglich?

Darauf versuchte die Sparkasse Pforzheim Calw mit ihrem von Wirtschaftsjournalist Andreas Franik moderierten Finanzforum 2026 Antworten zu finden. Das Thema „Geldanlage in bewegten Zeiten – welche Chancen und Risiken liegen in einer Welt im Wandel“ sorgte für ein volles Haus.

Der größte Fehler ist es, nicht zu investieren

Das verwundert nicht. Denn „die Welt verändert sich schneller als uns lieb ist“, sagte Ralph Günthner. Da brauche es, so das stellvertretende Vorstandsmitglied der Sparkasse, Orientierung.

Das Fazit, das Markus Zipperer, Senior Investmentstratege bei der Deka Investment, am Ende aus den vielen Informationen zog, ist einfach: Der größte Fehler ist es, nicht zu investieren.

Stefan Saile, der das Vermögensanlagegeschäft der Sparkasse Pforzheim Calw verantwortet, machte dazu eine ebenso einfach Rechnung auf. Bei einer Inflationsrate von drei Prozent und nach Kapitalertragsteuer braucht es derzeit eine Rendite von mindestens vier Prozent, um das Vermögen auch nur zu erhalten.

Da führt kein Weg an der Aktie vorbei. Das zeigen langfristige Trends. Zwar reagieren die Börsen mit Kursrückgängen auf steigende Ölpreise und US-Zölle, sie erholen sich aber schnell wieder, so Zipperer.

Trotz aller Krisen und Kriege haben die Finanzmärkte drei außergewöhnlich gute Jahre hinter sich. Die Kurse haben sich seit Herbst 2022 verdoppelt.

Zipperer erwartet, dass das relativ niedrige Zinsniveau anhalten wird. Zumal US-Präsident Donald Trump keine Erhöhung will. Und er möchte den Krieg mit dem Iran nicht verlieren. Angesichts der US-Wahlen im Herbst braucht er zumindest „einen halbgaren Deal“, wie der Börsenexperte sagte.

„Höchststände sind ein gutes Zeichen“

Triebfeder für steigende Aktienkurse ist nun mal die Gewinnentwicklung der Unternehmen. Die ist besser als erwartet. Obwohl sich die Kurse wieder auf Höchststände zubewegen, ist das kein Grund, nicht zu investieren. Die Erfahrung zeige, dass auch schon früher Anleger, die bei hohen Kursen eingestiegen sind, keine schlechtere Rendite erzielt haben. Zipperer: „Höchststände sind ein gutes Zeichen.“

Bei allen Risiken, die mit KI für die Arbeitsplätze verbunden sind, sieht Michael Hünseler, Mitglied der Geschäftsführung in der LBBW Asset Management, darin einen der großen Trends. So habe Nvidia einen Börsenwert von sagenhaften fünf Billionen Euro erreicht. Das ist mehr als das deutsche Bruttoinlandsprodukt.

Neben Nvidia planen Meta (unter anderem Facebook, Instagram, WhatsApp), Alphabet (Google) und Microsoft allein in diesem Jahr Investitionen in KI von 700 Milliarden Dollar.

Den zweiten großen Trend sieht Hünseler in Verteidigung und Sicherheit. Angesichts des sich abzeichnenden Rückzugs der USA übernehme Europa Verantwortung und stecke 800 Milliarden Euro in die Rüstung. Darüber hinaus steigen die Investitionen in Cyber-Sicherheit stark an.

Wachstumsschwäche hierzulande zum Teil hausgemacht

Der dritte große Trend werde, so Hünseler, noch vernachlässigt. Steigende Ölpreise zeigen, dass am Ausbau erneuerbarer Energien kein Weg vorbei führt. Erst recht wegen der Klimakrise, denn, so der Anlageexperte: „Die heißen Jahre kommen erst.“

Die Musik spielt bei den US-Tech-Unternehmen und nicht im verarbeitenden Gewerbe in Deutschland. Die Wachstumsschwäche hierzulande ist für Zipperer zum Teil hausgemacht. Zumal weltweit die Wirtschaft um mehr als drei Prozent wächst. Davon hat auch der Dax profitiert, da diese Unternehmen mehr als 80 Prozent ihres Geschäfts im Ausland machen.

Was ist mit Gold?

Deutschland befinde sich in einem Strukturwandel, den die USA hinter sich haben. Das sei schmerzhaft, aber machbar.

Und was ist mit Gold? Der Kurs der Anlage, die in Krisen bislang gefragt war, ist zuletzt in die Knie gegangen. Das ist darauf zurückzuführen, dass Notenbanken derzeit Gold verkaufen. Zudem realisieren Anleger, gerade angesichts der Krisen, ihre Gewinne; darunter auch die Golfstaaten, die sich mit dem Geld gegen Angriffe des Iran wehren.

Dennoch, da ist sich Saile sicher, ist Gold, zusammen mit Aktien, der Kern einer gewinnbringenden Anlagestrategie.