Leser Klaus Wolter aus Rosenfeld-Isingen schreibt uns, was es noch zu beachten gilt, wenn man Sprit sparend fahren will .
Leerlauf als Fahrstufe sehen
Den Ausführungen von Fahrlehrer Kusic stimme ich voll zu. Es gibt zwei weitere wichtige Empfehlungen, die ich hier ergänzend nennen möchte.
Relativ groß ist die Ersparnis, wenn man den Leerlauf auch als Fahrstufe sieht. Beim wieder Einkuppeln sollte man Zwischengas geben, um die Kupplung zu schonen. Die Nutzung der „Schubabschaltung“ (Motor bleibt eingekuppelt) bringt nur etwas, wenn man ohnehin bremsen müsste.
Eine weitere Möglichkeit Kraftstoff zu sparen, ist mit Arbeit verbunden. Wenn man einen Bordcomputer mit Verbrauchsanzeigen und einen Tempomat hat, kann man die optimale Fahrweise trainieren, in dem man immer wieder den gleichen Streckenabschnitt auf unterschiedliche Weise fährt.
Unterschied mit Turbolader
Darüber hinaus gibt es weitere Möglichkeiten Kraftstoff zu sparen, die aber eher produktspezifisch sind. So muss man beispielsweise einen Benzinmotor mit Turbolader etwas anders fahren, als einen Motor ohne Turbolader.
Vor vielen Jahren gab es Spritsparkurse der Landesverkehrswacht, die damals vom Land BW gefördert wurden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Personen mit dem Wissen, wie man Kraftstoff spart, danach etwa 10 Prozent weniger verbrauchen. Wenn ich als Trainer auf dem Beifahrersitz Platz genommen habe, war die Ersparnis danach gute 30%. Nach einer Schweizer Untersuchung, bei einem ähnlichen Programm, lag bei diesem Personenkreis die Langzeitersparnis bei etwa 20 Prozent.
Auch bei Elektroautos kann gespart werden
Bei Elektroautos kann man auch Strom sparen. Dies zu erklären, würde an dieser Stelle aber zu weit führen. Noch etwas: Den immer wieder von einigen Politikern und Lobbyisten geforderten „ Hocheffizienz- Verbrennungsmotor“ gibt es nicht und wird es auch nie geben, weil es eine physikalische „Schallmauer“ gibt, die erreicht ist. Diese Herrschaften sollten sich mal mit etwas Thermodynamik beschäftigen und z.B. beim alten Carnot und dessen Formel zum Wirkungsgrad bei Wärmekraftmaschinen nachschauen. E-Fuel wird es an Tankstellen auch nie geben, da im Endeffekt etwa 10-mal so viel Strom für die Herstellung benötigt wird, als wenn man diesen direkt in einen Akku laden würde.
Aus eigener Erfahrung möchte ich abschließend ein Beispiel zum technischen Fortschritt bei der Kraftstoffersparnis nennen. Schon vor 30 Jahren bin ich beim Audi TDI EcoCup, mit einem 90 PS A4 TDI, bei gemischten Verkehrsbedingungen, mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,139 l/100 km gefahren. Mit heutigen PKWs schaffe ich das nicht.
Klaus Wolter, Rosenfeld-IsingenSchreiben Sie uns: leserbriefe@schwarzwaelder-bote.de. Mit der Übersendung erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihr Leserbrief in der Printausgabe, im E-Paper sowie im Onlinedienst des Schwarzwälder Boten veröffentlicht wird. Wir behalten uns Kürzungen vor. Leserbriefe entsprechen nicht notwendig der Meinung der Redaktion.