Ein Bild aus besseren FDP-Zeiten im Jahr 2017: Michael Theurer (links) und Timm Kern. (Archivbild) Foto: Sannert

Das FDP-Debakel im Raum Horb ist Gesprächsstoff. Das sagt der FDP-Kreischef Timm Kern dazu.

Liberaler Frust: Die FDP verlor bei der Bundestagswahl in Horb 14,4 Prozent im Vergleich zur Wahl 2021. Nun liegt sie nur noch bei 5,8 Prozent. Dabei war auf Horb und Umgebung immer Verlass – auch in schwierigen FDP-Zeiten. Maßgeblich verantwortlich für die Erfolge in der Vergangenheit: Der frühere Horber Oberbürgermeister und spätere FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer. Der ist aber mittlerweile in den Vorstand der Bundesbank gewechselt.

 

Aber auch Timm Kern konnte bei der letzten Landtagswahl (2021) 16,2 Prozent der Stimmen holen. Was sagt Kern, der auch der FDP-Kreisvorsitzende ist, zum Debakel seiner Partei? „Die Ergebnisse unterscheiden sich nicht groß zum bundesweiten Ergebnis. Wir hatten in der Vergangenheit tolle Wahlerfolge. Wir sind immer noch besser als woanders – oder weniger schlecht. Aber natürlich: Da kann kein Mensch zufrieden sein.“

Kern sieht weiterhin liberale Grundbasis in Horb

Das Fazit von Kern: „Wir konnten uns nicht vom Bundestrend emanzipieren, nicht abgrenzen.“ Das Ende für die liberale Hochburg in Horb? Kern findet das nicht. „Die liberale Grundbasis ist hier weiterhin vorhanden. Es lag daran, dass viele Menschen unzufrieden waren und mit der Ampel gefremdelt haben. Auch die Zwei-Stimmen-Kampagne von Herrn Merz hat zum Ergebnis beigetragen.“ Die Taktik des CDU-Kanzlerkandidaten sei allerdings nicht aufgegangen.

Und wie sehr hat Theurers Lücke geschadet? „Da tue ich mich schwer damit, das als Grund zu sehen. Er war ein sehr guten Landesvorsitzender. Wir haben einen engen freundschaftlichen Kontakt. Warum sollte sich sein neuer Arbeitsplatz jetzt negativ auswirken?“

Welche Auswirkung hat Kerns Wahlkreis-Wechsel?

Dann bleibt noch ein Punkt: Wie sehr hat Kerns eigene Ankündigung geschadet, den Wahlkreis für die kommende Landtagswahl zu wechseln? Diese These hatte zum Beispiel OB Peter Rosenberger (CDU) ins Spiel gebracht. Kern: „Ich halte das für nicht überzeugend, weil ich ja FDP-Kreisvorsitzender bleibe. Ich werde den Landkreis Freudenstadt dann mitbetreuen.“ Der FDP-Mann zeigt sich schließlich optimistisch: „Das kann wieder werden mit der FDP, wenn sie auf die richtigen Personen und ein neues Wahlprogramm setzt.“