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"Time"-Magazin Ein Gesicht als Anklage

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Foto: AP/Time Inc.

Washington - Ein afghanisches Mädchen flieht vor häuslicher Gewalt, ihr Mann schneidet ihr Nase und Ohren ab - nun prangt ihr entstelltes Gesicht auf dem Cover des US-Magazins "Time". An dem Porträt hat sich eine heftige Debatte über den Einsatz am Hindukusch entzündet: Welche Verantwortung haben die USA?

Dieses Bild brennt sich ein. Amerikas "Time"-Magazin hat in seiner aktuellen Ausgabe das Foto einer verstümmelten jungen Afghanin auf den Titel gehoben, das verstört, schockiert und empört. Mitten in ihrem Gesicht, dort, wo die Nase sitzen sollte, klafft ein grausiges Loch. Der eigene Ehemann, ein Taliban-Kämpfer, hatte der heute 18-jährigen Aisha 2009 nach einem Urteil seines lokalen Kommandanten Nase und Ohren abgeschnitten.

"Time"-Titel löst heftige Kontroverse aus

Aisha, die nach ihrer Verstümmelung mit letzter Kraft und traumatisiert herumirrte, ehe US-Helfer sie fanden und zu einem Lager der Hilfsorganisation Frauen für Afghanistan in Kabul brachten, wurde grausam dafür bestraft, dass sie den Misshandlungen in der Familie ihres Mannes entfliehen wollte. Das Foto ist ein Statement, ebenso wie die Schlagzeile, die "Time" danebengesetzt hat: "Was passiert, wenn wir Afghanistan verlassen" - auf ein Fragezeichen hatte "Time" verzichtet.

In den USA hat der Titel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Kritiker sprachen von "emotionaler Erpressung", gar von "Kriegs-Porno", um Stimmung für die Fortsetzung eines Kriegs zu machen, der in der Öffentlichkeit immer mehr an Kredit verliert. Andere wiederum lobten "Time" dafür, aufgezeigt zu haben, was vor allem Afghanistans Frauen droht, wenn die USA und ihre Alliierten das Land demnächst wieder sich selbst überlassen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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