Teilen sich im Jahr 2022 die Liegewiese am Kirnbergsee: Seebesucherinnen und Wildgänse. Foto: Lutz Rademacher

Viele Grau- und Nilgänse wurden am Kirnbergsee in Bräunlingen vor allem für Badegäste zum Problem. Der Gemeinderat suchte eine Lösung – und mittlerweile scheinen die Gänse verschwunden zu sein.

Im Oktober 2023 war die Aufregung im Bräunlinger Gemeinderat groß: Der aktuelle Bestand von angeblich 400 Grau- und Nilgänsen am Kirnbergsee müsse unbedingt reduziert werden, hieß es dort. Darüber waren sich Bürgermeister Micha Bächle und die Stadträte einig.

 

Peter Ebnet brachte für die SPD-Gemeinderatsfraktion damals den Antrag ein, die Population von Grau- und Nilgänsen durch Abschuss drastisch zu reduzieren. Zumal die Gänse zwar unter Naturschutz stehen, aber dennoch bejagt werden dürfen. Der SPD-Antrag wurde angenommen und die Stadtverwaltung wurde beauftragt, eine Lösung zu finden und umzusetzen. Der Zeitraum der Bejagung sollte sich über zwei bis drei Jahre erstrecken, um eine nachhaltige Verbesserung zu erzielen. Der Beschluss des Gemeinderats sorgte überregional für Beachtung und rief auch die Tierschutzorganisation Peta auf den Plan.

Verschmutzung war nervig für Badegäste

Eine dauerhafte Vertreibung der Tiere ist nicht einfach. Sanftere Methoden, wie zum Beispiel Flatterbänder im Badebereich oder extra aufgestellte Schilder mit dem Hinweis an Badegäste, die Tiere aktiv zu verjagen, brachten kaum Erfolg.

Der damalige Gemeinderat diskutierte verschiedene Möglichkeiten, die Vögel loszuwerden, denn die Verschmutzung der Liegewiesen und Einschränkungen für die Badegäste seien immer schlimmer geworden. Hinzu kamen die Klagen eines Landwirtes, dem die Gänse Getreidehalme abfraßen.

Einzelabschüsse als Lösung?

Im Gemeinderat wurden verschiedene Szenarien für eine Bejagung angesprochen: Darunter eine Art Treibjagd bei guter Absperrung des Sees oder auch nur mehrere Einzelabschüsse, um die Tiere zu vertreiben. Man müsse „eine gute Lösung finden, was nicht einfach werden wird“, betonte Förster Reinhard Merz, der kurzzeitige Einzelabschüsse am Südufer anregte.

Die Gemeinde habe für den See das Jagdrecht, jedoch auch für andere Flächen müsse sondiert werden. Einig war man sich, dass der Bestand an Grau- und Nilgänsen am Kirnbergsee drastisch reduziert werden müsse.

In diesem Jahr wurde die von Förster Reinhard Merz vorgeschlagene Maßnahme umgesetzt: Nach der Verständigung mit den übrigen Jagdpächtern, die das Vorgehen unterstützten, erfolgten durch einen Jäger Abschüsse im Rahmen des geltenden Jagdrechts. Nach Auskunft von Bürgermeister Micha Bächle seien im laufenden Jagdjahr zwei Nilgänse und eine Graugans erlegt worden.

Gänse seien mittlerweile „verschwunden“

In der Folge mieden die Gänse den Badebereich am Südufer des Kirnbergsees – wodurch dort im Sommer deutlich weniger der großen Vögel zu sehen waren, und es laut Hauptamtsleiter Jürgen Bertsche „kaum Probleme durch Verschmutzung der Liegewiesen“ gab. Wie schon in den Vorjahren seien die Gänse spätestens Mitte September verschwunden: „Offensichtlich haben wir eine Lösung gefunden, die wir bei Bedarf immer umsetzen können.“