Eine neue Familie für junge Katzen oder Pflegestellen für Hunde – der Tierschutzverein Sulz ist immer auf der Suche nach Menschen, um Fundtiere zu vermitteln.
Seit dem 27. Juli ist es nun soweit: Die Katzenschutzverordnung für das Stadtgebiet Sulz ist in Kraft getreten.
„Freilaufende Halterkatzen sind von ihren Katzenhaltern durch einen Tierarzt zu kastrieren und mittels Mikrochip oder Ohrtätowierung eindeutig und dauerhaft zu kennzeichnen sowie zu registrieren“, heißt es in der Verordnung.
Nach 48 Stunden Kastration
„Wenn wir draußen Katzen finden, können wir sie so schnell zuordnen“, hebt Anne von Stromberg vom Tierschutzverein Sulz die Vorteile einer Kennzeichnung hervor.
Ist jedoch kein Besitzer zu ermitteln und melde sich auch niemand, könne das Tier aufgrund der beschlossenen Verordnung nach 48 Stunden kastriert werden. „Aktuell haben wir fünf Katzen und fünf Katzenbabys, die wir weitervermitteln müssen“, erklärt sie.
Katzenbabys suchen ein Zuhause
Doch das sei vor allem wegen den anstehenden Sommerferien sehr schwierig. „Die Vermittlung stockt, unsere Pflegestellen sind aber voll“,schildert die Tierärztin das Dilemma.
Jeder, der sich überlege, eines der Tiere aufzunehmen, könne sich einfach auf der Homepage des Vereins informieren. So sind dort beispielsweise drei Katzenbabys „aus guten Verhältnissen“ gelistet. Die zwei Buben und ein Mädel seien acht Wochen alt, alle getigert, zahm, gesund und entwurmt, teilt der Verein mit.
Es braucht „Hunde-Kümmerer“
Auch die zehn Monate alte Emmi ist gesund, frisch kastriert und entwurmt. Anfangs sei sie zwar sehr ängstlich und hungrig gewesen, werde aber von Tag zu Tag zutraulicher und lasse sich mittlerweile auch gerne streicheln.
Doch neben Interessenten für Katzen seien auch Personen, die sich um Hunde kümmern, für den Verein von Bedeutung. „Wir haben immer wieder herrenlose, aber auch ausgebüxte Besitzerhunde“, erklärt Stromberg.
„Achtung, Wild!“
Die Tiere würden erst einmal in die Tierarztpraxis gebracht, wo sie allerdings nicht bleiben könnten. „Wenn jemand einen Hund ein paar Stunden oder auch einige Tage aufnehmen kann, wäre uns sehr geholfen“, sagt sie.
Denn das sei in etwa die Zeitspanne, die es brauche, bis der Chip ausgelesen sei und der Besitzer kontaktiert werden könne. Darüber hat sie noch einen Appell an Hundehalter. Zwar sei die offizielle Setzzeit für Wildtiere vorbei, doch gebe es immer noch Nachzügler, vor allem bei kleinen Feldhasen.
Küken einfach zurücksetzen
„Freilaufende Hunde spüren die Tiere auf und bringen Unruhe, Stress und einen fremden Geruch“, gibt sie zu bedenken. Deshalb bittet sie, Hunde auch weiterhin im Freien anzuleinen.
Und finden Spaziergänger ein Vogelküken, sollten sie es, sofern es gefiedert und unverletzt ist, nach einem Nest in der Nähe Ausschau halten. „Das können die ersten missglückten Flugversuche sein“, erklärt Stromberg.
Telefonberatung kommt an
Auch ein Sturz aus dem Nest aufgrund einer starken Windböe sei möglich. Deshalb solle man die Jungtier mit Grasbüschel entweder ins Nest oder erhöht auf ein Gebüsch setzen.
„Wir geben telefonisch gerne Ratschläge“, sagt die Expertin. Denn mittlerweile seien Waldbesucher in Bezug auf Jungtiere sehr aufmerksam, so dass man in solchen Situationen beraten und weiterhelfen könne.
Spendenbereitschaft ist groß
So sind im vergangenen Jahr 394 Anrufe über das Tierschutzhandy und die Tierarztpraxis eingegangen. Im Frühjahr 2024 gab es auch einen Spendenaufruf per Paypal, um die Kosten für die regelmäßigen Kastrationsaktionen zu decken.
„Die Resonanz haben dem Verein enorm geholfen, den finanziellen Berg zu stemmen“, blickt Stromberg dankbar auf die zahlreichen Spender aus Sulz und der näheren Umgebung zurück.