Vor 70 Jahren wurde der Tierschutzverein Freudenstadt und Umgebung gegründet, seit 60 Jahren gibt es in Freudenstadt ein Tierheim. Zum Fest, bei dem es Informationen und ein Unterhaltungsprogramm gab, kamen zahlreiche Besucher und Gratulanten.
Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens hatte der Tierschutzverein Freudenstadt und Umgebung zum großen Sommerfest ins Freudenstädter Tierheim am Erlenweg eingeladen. Bei bestem Sommerwetter strömten zahlreiche Besucher ins Tierheim, um sich über die Arbeit des Tierschutzvereins zu informieren.
Direkter Kontakt zu den Tierheimtieren
Bei einem Rundgang konnten die Gäste einen Blick in die Räume des Tierheims werfen und Kontakt zu den vom Tierschutzverein versorgten Tieren aufnehmen. An verschiedenen Infoständen wurde unter anderem die Tierphysiotherapie vorgestellt.
Neben einem Basar gab es eine große Tombola, deren Erlös den Tieren des Tierheims, aber auch anderen Tierschutzprojekten zugute kommt, beispielsweise den sanierungsbedürftigen Hundeausläufen, deren Ausstattung verbessert und deren Ausläufe teilweise eine Überdachung erhalten sollen. Zudem sind Holzdecks geplant, die an heißen Sommertagen den Auslauf der Hunde erleichtern sollen.
Spendenaktion für dritten Hundeauslauf läuft bereits
Ein schon lange geplanter dritter Hundeauslauf mit naturbelassenem Boden solle ebenfalls realisiert werden, informierte der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Rudolf Müller. Eine Spendenaktion dazu sei in vollem Gang. Neue Hundehütten wurden bereits von einem Team der Schwarzwaldwerkstatt gespendet und aufgebaut.
Gut besucht war der Tiersegnungsgottesdienst, den Diakon Reiner Lehmann hielt. Rund 15 Hunde sowie die Hunde des Tierheims wurden vom Diakon gesegnet.
Bei einem Festakt wurden dann 70 Jahre Tierschutzverein Freudenstadt und Umgebung gewürdigt. Rudolf Müller dankte allen, die dem Verein während dieser Zeit zur Seite gestanden und ihn unterstützt haben. Aktuell zählt der Verein 353 Mitglieder, die den Tierschutzverein auf vielfältige Weise unterstützen. Die Mitglieder kämen aus allen gesellschaftlichen Schichten, alle Altersgruppen seien vertreten, hieß es. Das Kreistierheim Freudenstadt sei als „ein Raum für Tiere in Not“ mit viel zeitlichem Aufwand sowie Spenden und Zuschüssen zu einem modernen, gut ausgestatteten und bestens betreuten Tierheim für verlassene und geschundene Tiere umgebaut worden.
Müller sprach auch Missstände bei der Tierhaltung und Schicksale einzelner Tiere an. „Es liegt an jedem einzelnen, dies zu ändern“, mahnte er. Nur mit der Unterstützung von Mitgliedern, Förderern und Tierschützern sei man in der Lage, hohe Verluste zu vermeiden. Tierarztkosten, Betriebskosten, Tierfutter und Tierhygiene sowie Personalkosten hätten ihren Preis und seien starken Schwankungen unterworfen, machte der Vorsitzende deutlich.
Erste Anlaufstelle für den Landkreis
Als Stellvertreter des Landrats war der Leiter des Veterinär- und Verbraucherschutzamts im Landkreis Freudenstadt, Edmund Hensler, gekommen. „Tierschutz ist auch Erziehung zur Menschlichkeit“, sagte er. Das Tierheim sei für den Landkreis die erste Anlaufstelle und der Tierschutzverein ein verlässlicher Partner. Sein Dank galt allen Helfern und Sponsoren.
Oberbürgermeister Adrian Sonder dankte dem Tierschutzverein für dessen hervorragende Arbeit. Die Rahmenbedingungen seien für den Tierschutzverein in jeder Hinsicht herausfordernd, betonte er. Deshalb sei es wichtig, so Sonder, in Zukunft noch mehr Sponsoren und Unterstützer zu gewinnen.