Der Verein verzeichnete bereits 2019 18 Meldungen wegen Hunden und deren Besitzer. Foto: Pixabay

Wie viel Arbeit auf den Schultern weniger Ehrenamtlicher lastet, zeigte sich bei den Hauptversammlung des Tierschutzvereins Triberg und Umgebung, in der auch eine Neufassung der Satzung beschlossen wurde. Zudem fordern die Mitglieder die Gemeinden auf, eine Katzenschutzverordnung in Kraft zu setzen.

Triberg - Bereist 2019 musste der Verein mit 18 Meldungen einen neuen Anzeigenrekord wegen Hunden und deren Besitzer verzeichnen, wie Vorsitzende Angela Nock schilderte, die in gleich zwei Jahresberichten die Aktivitäten der vergangenen beiden Vereinsjahre auflistete. "Hierin spiegelt sich ein bundesweiter Trend: Immer mehr Hunde bei gleichbleibender Verantwortungslosigkeit und Unverstand", sagte Nock. Zu mehreren Bissunfällen sei es durch wildernde Hunde in Nußbach und Gremmelsbach gekommen, denen auch Hasen zum Opfer fielen.

Eine überdeutliche Zunahme von Anfragen wegen der Abgabe von Haustieren musste die Vorsitzende weiter verzeichnen: "Zahlreiche Halter mussten ihre Tiere abgeben, weil sie keine Wohnung mehr finden, in die sie Tiere mitnehmen dürfen", so Nock. Dieser Trend stelle ein "eklatantes Problem" dar. Nicht immer gelinge die Vermittlung an einen neuen Besitzer, auch wenn der Verein in diesem Bereich über die sozialen Medien und seine Internetseite öffentlichkeitswirksam unterwegs ist.

Viel Zeit investieren die Mitglieder in ihre Hunde- und Katzenpension in der Retsche: 2019 wurden an 155 Tagen zwei Mal täglich Hunde bespaßt, gefüttert und beim Gassi gehen begleitet. Das entspricht einem Zeitaufwand von insgesamt rund 775 Stunden allein für Hunde.

Dass die Arbeit des Vereins ohne zuverlässige Partner wie das Kreistierheim in Donaueschingen oder die NABU-Vögelaufpäppelstation in Villingen nicht möglich wäre, machte Nock auch deutlich.

Im Bereich der größeren Vögel habe sich auch der Greifvogel- und Eulenpark in der Wasserfallstadt zu einem zuverlässigen Partner entwickelt, so Nock. Unkompliziert sei auch die Zusammenarbeit mit dem Ordnungs- und Hauptamt in Triberg.

Prekäre Situation bei der Katzenhaltung

Nock machte zudem auf die teils prekäre Situation bei der Katzenhaltung aufmerksam. "Ich verstehe nicht, warum man der Verwaltung und Ehrenamtlichen zumutet, dass man Tiere hält und diese nicht versorgt und versorgen muss", appellierte Nock sowohl an die Tierhalter als auch an die politisch Verantwortlichen. Denn, dass das Ordnungsamt dagegen wenig rechtliche Handhabe besitze, liege vor allem an der fehlenden Katzenschutzverordnung in den Gemeinden der Raumschaft. Baden-Württemberg gehört nämlich zu den Bundesländern, in welchen der Erlass einer Katzenschutzverordnung vom Land auf die Kommunen und Gemeinden übertragen wurde.

Bürgermeisterstellvertreter Friedhelm Weber (SPD) versprach den Mitgliedern, dieses Anliegen im Gemeinderat vorzubringen.

Die Neufassung der Vereinssatzung, bei deren Abfassung der Verein von der Rechtsabteilung des Deutschen Tierschutzbunds unterstützt wurde und die unter anderem Änderungen bei den Regelungen zum Datenschutz beinhaltet, nahmen die Mitgliedern einstimmig an. "Wir fühlen uns mit dieser Neufassung auf der sicheren Seite; es war eine Herausforderung sondergleichen, aber jetzt sind wir gerüstet für die Zukunft", ist sich Nock sicher.

Weniger zuversichtlich stimmten die Zahlen aus dem Kassenbericht von Kathrin Krake, den Sonja Schneider für die abwesende Kassiererin vortrug. Denn die vergangenen beiden Jahre musste der Verein mit einem Minus abschließen.

Bei den Wahlen des Tierschutzvereins Triberg und Umgebung wurden Vorsitzende Angela Nock, Schriftführerin Sonja Schneider und Kassiererin Kathrin Krake für zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Jacqueline Hettich übernimmt das Amt der zweiten Vorsitzenden von Tina Dufner. Als Beisitzerinnen wurden Susanne Stang, Tina Dufner, Vanessa Ullrich, Nina Maurer sowie Kerstin Scherzinger gewählt beziehungsweise bestätigt.