Die Tierrettungsstation Im Eulert in Neuhengstett beherbergt vor allem Katzen. Oft kommt es zu einer Überbelegung. Foto: Marion Selent-Witowski

Die Vorfreude bei den Vereinsmitgliedern und ehrenamtlichen Helfern ist riesig: Am Montag beginnen die Bauarbeiten für das dringend benötigte Katzenhaus des Tierschutz’ Calw.

Von der ersten Idee bis zur baldigen Umsetzung des Projekts hat es vier Jahre gedauert. Eigentlich sollte ein Hundehaus gebaut werden, „die Genehmigung dafür hatten wir bereits“, blickt Steffen Sinapius, Kassierer des Vereins Tierschutz Calw und Umgebung, zurück.

 

Davon sei man aus zwei Gründen abgekommen: Zum einen ist der Bedarf bei der Unterbringung von Katzen viel größer, zum anderen ist der Aufwand bei der Betreuung von Hunden weitaus größer. „Wir haben hier ausschließlich ehrenamtliche Helfer, das wäre nicht zu machen gewesen“, sagt Sinapius.

Auch Katzen, die zum Beispiel währen des Urlaubs ihrer Besitzer eine begrenzte Zeit in der Tierrettungsstation verbringen, können im neuen Gebäude untergebracht werden. Foto: Marion Selent-Witowski

Mängel Außerdem war bei einer Begehung durch eine Tierheimberaterin des deutschen Tierschutzbundes unter anderem eine Überbelegung festgestellt und auch die fehlenden Schleusen zwischen den Innengehegen und der Futterküche sowie der Quarantänestation bemängelt worden. Um einen Weiterbetrieb zu ermöglichen, muss deshalb die Unterbringung für die Katzen durch einen Neubau erweitert werden.

Nach dem Tierschutzgesetz sind Landkreise und deren Kommunen für die Aufnahme und die Unterbringung von Fundtieren zuständig. Der Verein Tierschutz Calw und Umgebung übernimmt diese Aufgabe für mehrere Kommunen im Landkreis Calw.

Erste Zeichnungen Man habe etwa vor vier Jahren erste Pläne für ein Katzenhaus gezeichnet und diese schließlich in die Hände einer Architektin gegeben. Vorgaben des Veterinäramts hätten bei der Planung des Vorhabens auf dem Gelände der Rettungs- und Auffangstation in Neuhengstett mit berücksichtigt werden müssen. Man sei sehr dankbar für die gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Planerin.

So viele Plätze gibt es Das neue Katzenhaus soll rund 35 Samtpfoten Platz bieten – mit Quarantänestationen für vier bis sechs Katzen. „Im Notfall können wir in dem neuen Gebäude auch fünf bis sechs Hunde aufnehmen“, erläutert der Kassierer. Der Verein investiere eine sechsstellige Summe, um seine Pläne in die Tat umzusetzen, und müsse dafür glücklicherweise keinen Kredit aufnehmen.

Bauweise Der Rote Punkt, also der Baufreigabeschein, ist da und am 18. Mai ist endlich der Spatenstich.

Das Gebäude wird laut Sinapius in Holzständerbauweise errichtet – „von regionalen Handwerkern, viele Gewerke sind schon vergeben. Ich bin gespannt, wie es läuft“. Der Humusaushub von der Baustelle werde gleich nebenan wiederverwendet, um das Gelände Richtung Bundesstraße einzuebnen.

Zeitplan „Als erstes wird die Bodenplatte hergestellt, dann geht alles relativ zügig“, ist sich Sinapius sicher. Schon im November wolle man mit dem Innenausbau – Estrichbelag, Sanitäranlagen und Heizung – relativ weit sein.

Jetzt blicken die Vereinsmitglieder aber erst einmal mit großer Freude auf Montag, wenn der Bau offiziell beginnt.