Einsatz dient vor allem nicht kastrierten Katzen. Und eine Futter-Spendenbox hilft bei ehrenamtlicher Arbeit.
Der Tierschutzverein Villingen-Schwenningen hat ein Rekordjahr hinter sich, in dem er besonders vielen Tieren und dabei allen voran Katzen geholfen hat. So wurden 2024 so viele Streunerkatzen kastriert wie nie zuvor. Eine neue Futter-Spendenbox in Blumberg unterstützt nun die intensive Arbeit der Mitglieder, darunter auch Blumberger.
Der Tierschutzverein zählt derzeit 686 Mitglieder und kümmert sich umgerechnet auf die Bevölkerung um 80 Prozent des Schwarzwald-Baar-Kreises, wie die zweite Vorsitzende Lydia Schonhardt auf Anfrage mitteilt. In Blumberg und seinen Ortsteilen wohnen 16 Mitglieder des Vereins. Sie leisten zum Teil seit vielen Jahren wertvolle Unterstützung für den Verein.
Sie helfen insbesondere, der zahlreichen freilebenden, nicht registrierten Katzen Herr zu werden, diese in gezielten Aktionen kastrieren zu lassen und damit die weitere unkontrollierte Vermehrung zumindest einzudämmen. Allein im vergangenen Jahr konnten durch ihr ehrenamtliches Engagement in Blumberg 44 freilebende Katzen kastriert werden. Im gesamten Einzugsgebiet des Vereins waren es 200.
Schritt in richtige Richtung
Mit der Verabschiedung einer eigenen Katzenschutzverordnung im Jahr 2023 hat die Stadt Blumberg einen Schritt in die richtige Richtung getan, um die Problematik der Katzenschwemme zu minimieren. Diese beinhaltet, dass alle Freigänger-Katzen ab Vollendung des fünften Lebensmonats kastriert, mittels Mikrochip gekennzeichnet und bei mindestens einem der beiden deutschen Tierregister Tasso und Findefix registriert sein müssen.
Die Halter sind verpflichtet, diese Maßnahmen bei ihren Tieren durchzuführen und die Kosten dafür zu tragen, wobei die Registrierung kostenlos ist. Dennoch werde es noch mehrere Jahre dauern, bis man wirklich einen Effekt der Katzenschutzverordnungen spüre.
Die Populationen hätten sich in der Vergangenheit weit ausgebreitet und auch bei den Kastrations-Aktionen könnten nie alle geschlechtsreifen Katzen gesichert werden, bestätigt auch die Vorsitzende Cornelia Gaigl und ergänzt: „Es ist uns aber an die Hand gegeben, dass wir unkastrierte Besitzerkatzen melden und für eine Kastration der Tiere sorgen können. Das ist uns eine große Hilfe, denn bislang mussten wir tatenlos zuschauen, wie diese unkastrierten Besitzerkatzen für ein hohes Aufkommen an freilebenden Katzen verantwortlich waren.“
Gezielte Aktionen
Bei den gezielten Kastrations-Aktionen stellen die Mitglieder des Tierschutzvereins Lebendfallen auf, in denen die Streuner gefangen werden. „Diese sind völlig ungefährlich und werden in kurzen Zeitabständen durch unsere Mitglieder kontrolliert“, erklärt Theresia Lydia Schonhardt. Sie fahren die Tiere zum Tierarzt und holen sie auch wieder ab. Das sei mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden, zeigt sich Schonhardt dankbar für die Unterstützung. Nach der Kastration werden die Tiere wieder an ihrem angestammten Platz freigesetzt.
Spendenbox gut angenommen
Allerdings muss auch danach sichergestellt sein, dass die Tiere ausreichend mit Futter versorgt werden. Um dies zu gewährleisten, haben die Mitglieder aus Blumberg, darunter Jessica Blust sowie Sabine Müller-Riesle, eine Futter-Spendenbox im Eingangsbereich des Edeka-Marktes Milkau aufgestellt.
„Wir freuen uns sehr, dass wir diese Möglichkeit bekommen und somit wertvolle Unterstützung in Form von gespendetem Katzenfutter für unsere Arbeit erfahren“, berichtet Jessica Blust beim Aufstellen der Spendenbox.
Nach wenigen Wochen zeigt sich die Tierfreundin erfreut: „Die Box wird gut angenommen. Wir leeren sie etwa einmal pro Woche und sind den Spendern sowie der Marktleitung sehr dankbar.“
Katzenschutzverordnung
Noch drei Gemeinden ohne
Die Tierschutzvereine plädieren seit Jahren für die Einführung einer Katzenschutzverordnung, um eine Handhabe zur Kastration von geschlechtsreifen freilebenden Katzen zu haben und die vorherrschende Katzenschwemme einzudämmen. Die Stadt Blumberg hat dies im Jahr 2023 umgesetzt. Inzwischen haben weitere Gemeinden nachgezogen und derzeit sind Niedereschach, Gütenbach und Tuningen die einzigen drei verbleibenden Gemeinden des Schwarzwald-Baar-Kreises ohne Katzenschutzverordnung.