Ein Hund kostet in Anschaffung und Haltung viel Geld – gemessen daran fällt die Hundesteuer finanziell kaum ins Gewicht. Foto: Alexander Kauffmann

Die Diskussion um die Hundesteuer sorgt für Emotionen – doch ein Blick auf die tatsächlichen Kosten der Hundehaltung relativiert vieles. Ein Kommentar.

Hundesteuer könnte zum Reizwort des Jahres werden. Ein Leserbrief-Autor mahnte, dass die Haltung von Hunden kein Luxus werden darf.

 

Tatsächlich sind Hunde schon ohne die erhöhte Hundesteuer ein recht teures Unterfangen. Schon der Kauf ist in der Regel kostspielig. Vierstellige Preise für Hunde (und auch für Katzen) sind keine Seltenheit.

Damit nicht genug: Es folgen die Tierarztrechnungen, die sich im Laufe eines Haustierlebens summieren. Dazu gehören Gesundheits-Checks, Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.​

Was da lieber nicht passieren sollte: Eine Verletzung oder eine Krankheit, die den zusätzlichen spontanen Besuch beim Tierarzt erforderlich macht. Dann kommt zur eigentlichen Behandlung noch der Zuschlag für den Feiertagsdienst. Man kann als Hundehalter zudem Geld für die Versicherung investieren, um für den Notfall gewappnet zu sein.

Nicht zu vergessen ist das, was man halt so hat: Näpfe, Futter, Leine, Körbchen, vielleicht der Besuch beim Hundefriseur. Möglicherweise ist auch mal die Behandlung wegen Grauen Stars, Kreuzbandrisses oder Schnittverletzungen notwendig.

Einen Hund muss man sich leisten können. Dass die Hundesteuer wohl auch in Hechingen angehoben wird, können Hundehalter nicht gutheißen. Keine Frage. Aber die Steuer verursacht die geringsten Kosten und wird deshalb gemeinhin überschätzt. Wer Geld für den Hund ausgeben will, wird sich von der Steuer, die selbst nach Erhöhung zu den geringeren Ausgabenposten gehört, nicht schrecken lassen. Das relativiert das Argument „Lenkungsfunktion“, ganz gleich, welches Ziel mit ihr verfolgt wird.