Ein Feuer trifft den Tierhilfeverein mitten ins Herz – die Pflegestelle ist unbewohnbar. Nicht alle Katzen stecken dieses Erlebnis gut weg, es gibt teils tragische Nachrichten.
Es hätte den Tierhilfeverein kaum schlimmer treffen können: Im Wohnhaus der Vorsitzenden Kirsten Bold, in dem auch die Pflegestelle des Vereins untergebracht ist, brach ein Feuer aus. In einer dramatischen Rettungsaktion befreite die Feuerwehr zwölf Katzen aus dem verqualmten und verrußten Gebäude. Wie geht es den Tieren nach dem Brand?
Alle Pflegekatzen sind nun, wie Corinne Amos, Schriftführerin des Tierhilfevereins, berichtet, auf die Mitglieder des Vereins verteilt. „Die Pflegestelle im ersten Stock ist verrußt. Das Haus muss renoviert werden, bevor wir sie wieder benutzen können“, sagt Amos. Und nicht nur das: Einige der Katzen sind traumatisiert, zeigen Verhaltensänderungen und ziehen sich zurück.
Darunter sind drei Katzen, die sich gerade erst an Menschen gewöhnt hatten. Um sie zu retten, musste die Feuerwehr die verängstigten und sich wehrenden Tiere im verqualmten Zimmer einfangen und hinaustragen – ein Eingriff, der den Gewöhnungsprozess unterbrach. „Sie sind deswegen immer noch ängstlich und verstecken sich“, berichtet Amos. „Wir suchen verzweifelt ein Zuhause, damit sie endlich zur Ruhe kommen können. Aber das soll kein Vorwurf an die Arbeit der Feuerwehr sein.“
Im Gegenteil: „Gerne dürfen Sie unseren Dank an die Einsatzkräfte vor Ort erwähnen – sowie die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Menschen, die uns derzeit erreicht. Wir sind völlig überwältigt!“, so Amos im Gespräch mit der Redaktion.
Geburt kurz nach dem Brand
Kurz nach dem Brand bringt eine gerettete, trächtige Katze ihren Wurf zur Welt. Rasch ist klar: Nur eines der zwei Katzenbabys hat überlebt. „Wir wissen aber nicht, ob der Brand die Ursache war“, stellt Amos klar. Das Neugeborene befinde sich nun in der Obhut einer Ammenkatze in Stuttgart. Die biologische Mutter sei nicht mehr in der Lage gewesen, sich um das Kleine zu kümmern.
„Unsere momentane Priorität ist es, die Pflegekatzen, besonders die drei Sorgenkinder, möglichst schnell zu vermitteln“, berichtet Amos. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Eine nur acht Wochen alte Pflegekatze zeigt sich ganz und gar unbeeindruckt von ihrer dramatischen Rettung.
Zum Verein
Die Tierhilfe „Kleine Pfote“
gibt es seit 2015. Circa 25 Mitglieder hat der Verein laut Amos, die meisten davon seien aktiv. Diese kümmern sich in erster Linie um die Sicherstellung und Betreuung von herrenlosen Katzen, indem sie diese einfangen, kastrieren lassen und dann – wenn sie nicht zu wild sind - vermitteln. Bis zur Vermittlung sind die Katzen in einer Pflegestelle untergebracht und werden an den Menschen gewöhnt. Der Verein ist erreichbar per E-Mail (thkleinepfote@gmail.com), über Facebook und Instagram oder per Telefon (0151/55585301).