Im Rottweiler Tierheim werden immer mehr Katzen aufgenommen. Auch diese süßen Racker suchen bald ein neues Zuhause. Foto: Müller

Mehr als 16 Millionen Katzen leben in Deutschland. Damit sind sie das beliebteste Haustier. Doch wenn sie den Weg nicht mehr nach Hause finden, schlagen sich einige von ihnen in der Wildnis durch. Das wird zum Problem.

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. Das beliebteste Haustier der Deutschen ist aber dennoch die Hauskatze. Und davon gibt es in Deutschland immer mehr. Das wird aber zum Problem, denn auch die Zahl der verwilderten Hauskatzen steigt damit weiter. Das macht sich auch im TierheimRottweil zunehmend bemerkbar: Allein in den ersten fünf Monaten wurden bisher mehr Katzen aufgenommen, als im gesamten vergangenen Jahr, wie Julia Weisser berichtet.

 

Immer mehr verwilderte Katzen im Kreis Rottweil

Sie ist Tierpflegerin im Rottweiler Tierheim und kümmert sich um die derzeit 53 Katzen, sieben Hunde und fünf Kaninchen. „Im Kreis Rottweil gibt es einige Ecken, an denen viele verwilderte Katzen leben“, sagt sie. „Obwohl wir dort immer wieder sogenannte Kastrationsaktionen durchführen, werden es immer mehr. Es hört einfach nicht auf.“

Haribo wurde bei einer Kastrationsaktion des Rottweiler Tierheims gefunden. Foto: Müller

Entlaufene Hauskatzen finden nicht mehr nach Hause und schlagen sich in der freien Wildbahn durch. Dort vermehren sie sich unkontrolliert. Um das zu verhindern, sollten Katzenbesitzer ihre kleinen Racker anfangs noch im Haus behalten. „Ich würde raten, sie erst mit etwa acht Monaten raus zulassen“, sagt Weisser. „Sie müssen sich langsam an ihre Umgebung gewöhnen und mit den Gefahren der Außenwelt vertraut werden“, denn besonders jetzt, wo die Wurfzeit der Katzen beginnt, kommt sowieso wieder einiges an Arbeit auf die Tierschützer zu.

Katzen sind keine Einzelgänger

Wer darüber nachdenkt, sich ein Maikätzchen zuzulegen, kann das ein oder andere beachten, um ihnen den Job etwas leichter zu machen. Das fängt schon damit an, sich für eine Katze – oder am besten gleich zwei, denn Katzen sind eigentlich gar keine Einzelgänger – aus dem Tierheim zu entscheiden. „Bei einer Tierheimkatze weiß man, was man hat. Die Tiere sind geimpft, entwurmt, kastriert und gechippt“, sagt Weisser. „Außerdem kennen die Mitarbeiter die Tiere und können dafür sorgen, dass das richtige Tier an den richtigen Menschen gerät.“

Julia Weisser kümmert sich liebevoll um die kleinen Racker. Foto: Müller

Wer trotzdem über andere Wege an ein Kätzchen kommt, sollte dieses auf jeden Fall chippen und kastrieren lassen. „Durch das Chippen können die Tiere schnell und einfach wieder mit ihren Herrchen und Frauchen vereint werden“, erklärt Weisser, „denn wenn die Chipnummer auf Tasso oder Findefix registriert ist, können die Daten des Besitzers und des Tieres von jedem Tierheim, Tierarzt oder sogar von der Polizei ausgelesen werden.“

Kastration vermindert Tierleid

Und auch die Kastration hat Vorteile: „Dadurch kann viel Tierleid vermieden werden“, meint Weisser. Im Hinblick auf die bereits angespannte Situation von verwilderten Katzen sind weniger Jungtiere wünschenswert. Die Kastration der Jungtiere kann bereits im Alter von sechs Monaten erfolgen, so die Tierpflegerin. „Gerade bei Katern kommt es durch eine Kastration zu weniger Revierkämpfen und damit auch zu weniger Verletzungen und Krankheiten.“ Auch seien die Tiere eher ans Haus gebunden und würden öfter nach Hause kommen.

„Katzen bringen viel Freude“

Darüber freuen sich dann auch die Besitzer, denn schließlich will man seinen geliebten Stubentiger auch bei sich haben. „Katzen bringen viel Freude“, meint Weisser. Deswegen sind sie das optimale Haustier – auch für Familien mit Kindern. „Aber sie sind eigenständige Tiere, die von Natur aus etwas eigen sein können.“ Anders als Hunde sind sie nicht vom Menschen gezähmt worden, sondern haben sich quasi freiwillig angenähert, erzählt sie. Deshalb ist es wichtig, Kindern beizubringen, die Grenzen der Tiere zu respektieren. „Nicht jede Katze wird gerne hochgehoben, andere sind absolute Schmusekätzchen.“

Wie kann man helfen?

Das Tierheim Rottweil
kann auf verschiedene Arten unterstützt werden. Mitglied werden, Geldspende oder Sponsoring von Futter, Tierarztkosten, Gebäude und vieles mehr sind gute Möglichkeiten, den Tieren etwas Gutes zu tun. Weitere Informationen dazu finden sich auf der Homepage des Tierheims unter www.tierschutzverein-rottweil.de/.