Viele Katzen suchen ein neues Zuhause. Ihre Betreuung im Tierheim wird zunehmend teurer. Foto: Müller

Rund um den Tierschutzverein und das Tierheim in Rottweil schlagen die Wogen hoch. Unsere Leserin Petra Merz aus Wellendingen hat eine klare Meinung zur Arbeit im Tierheim und den Reaktionen der Bürgermeister zur Finanzierung.

Die Leserbriefschreiberin hat insofern recht, dass die Arbeit im Tierheim und in den Tierheimen allgemein mehr Wertschätzung erfahren muss. Das gleiche gilt auch für die Helfer an der Front. Streichelstunden sind ein Teil der Arbeit und gehören als „kleines“ Zahnrad in das Gesamte.

 

Die Öffentlichkeit muss erkennen, dass die Arbeit mit Tieren und den dazugehörigen Menschen nicht mehr dem Klischee eines Traumjobs entspricht. Viele Tiere sind unvermittelbar, von Menschenhand, salopp gesagt, verdorben und am Ende müssen sich die Tierheime und die Angestellten dort sowie die ehrenamtlichen Helfer vor Ort damit auseinandersetzen, genau diese Tiere wieder in die Spur zu bringen.

Das gelingt mitunter aber nur, wenn auch Mittel zur Verfügung stehen. Ohne Geld funktioniert es einfach nicht, und die Tierheime und die Tierschutzorganisationen dürfen hier genauso unterstützt werden, wie andere zahlreichen Projekte. Das ist eine absolute Pflicht unserer Gesellschaft, der Politik und den Kommunen, die Tierheime, die es letztendlich vorwiegend gibt, weil der Mensch sich Tiere anschafft, ohne nachzudenken, diese rausschmeißt, aussetzt, verhökert und manchmal sogar umbringt, mit genauso gleichberechtigten finanziellen Mitteln zu unterstützen, wie es auf anderen Ebenen stattfindet.

Tiere vor den Menschen schützen

Man darf bitteschön nicht vergessen, dass es Tierschutz nur gibt, weil das Tier vor den Menschen geschützt werden muss. Die Berichterstattungen der einzelnen Bürgermeister haben mit der Realität meines Erachtens nichts zu tun. Eine Woche oder ein Tag im Tierheim oder draußen an der Front würde diesen mal ganz guttun.

Enorme Kostenexplosion

Die enorme Kostenexplosion bei den Tierärzten, Verbrauchskosten, Futter, Medikamente, Material und mehr sind hier nicht mehr tragbar und müssen weiter angepasst werden, um weiter für dieses Thema agieren zu können. Tierschutzarbeit verrichtet man in erster Linie zum Wohle der Tiere, jedoch gleichfalls zum Wohl einer jeden Gemeinde, die einen erheblichen Nutzen fährt, wenn die Population eingedämmt wird. Ich weiß gar nicht, was es da zu diskutieren gibt. Das ist doch sonnenklar.

Unermüdlich im Einsatz

Denn, wenn andere bereits den Abend gemütlich ausklingen lassen, und das sind genau die, die ein großes Mundwerk riskieren, sind die unermüdlichen Tierschützer immer noch im Einsatz, um Lebewesen zu retten. Und das gebietet Anerkennung und Hochachtung für all diejenigen, die hier im Einsatz sind. Doch letztendlich lassen sich durch Lob und Hochachtung keine Mäuler stopfen.

Petra Merz, Wellendingen

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