Geht es nach den Ortschaftsräten, wird die Hundesteuer in der Gemeinde Friesenheim künftig erhöht. Foto: Bohnert-Seidel

Abgabe: Künftig zahlen Friesenheimer jährlich zwölf Euro mehr für Vierbeiner

Friesenheim - Die Räte der Friesenheimer Ortsteile sind sich größtenteils einig über die Erhöhung der Hundesteuer. Lediglich das Gremium in Schuttern lehnt die geplante Mehrbelastung für Tierhalter ab.

Zur Erhöhung der Hundesteuer in der Gemeinde Friesenheim werden die Ortschaftsräte gehört und um ein Votum gebeten. Dies hat der Gemeinderat bei der vergangenen Sitzung beschlossen. Aktuell ist pro Vierbeiner eine Abgabe von 78 pro Jahr Euro fällig. Im kommenden Jahr könnten es 90 Euro sein. Die Gemeinde plant dadurch mit Mehreinnahmen von 9.000 Euro.

Heiligenzell: Die Erhöhung ist für den Ortschaftsrat in Heiligenzell kein Problem. Kaum war die Erhöhung von Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp erklärt, erhielt sie auch schon 100-prozentige Zustimmung.

Oberweier: Für Ortsvorsteher Andreas Bix stellt die Erhöhung kein Problem dar. Bei einer Gegenstimme erhielt auch er ein deutliches Votum. Lediglich Alexander Weschle (CDU) ist gänzlich dagegen: "Ich sehe vor allem junge Familien mit Hunden. Eine Erhöhung halte ich für absolut nicht angebracht", erklärte er, "die Gemeinde wirft so viel Geld zum Fenster hinaus, dass man jetzt die Hundebesitzer rannimmt, um Geld reinzuholen, ist nicht richtig." Funktionierende Lampen würden teuer ersetzt, obwohl sich die Investitionen erst in Jahrzehnten amortisierten. Achim Müller (CDU) hielt dagegen und sagte: "Fünf Jahre wurde nichts gemacht. Alles wird teurer, auf die kommenden fünf Jahre lässt sich eine Erhöhung der Steuer verkraften." Die Erhöhung stehe im Verhältnis zu den Ergänzungen von Hundestationen, erläuterte Bix. Allein in Oberweier kosteten die zusätzlichen Stationen und Aufrüstung von Abfallbehältern 2.000 Euro.

Oberschopfheim: Wenn es nach dem Ortschaftsrat in Oberschopfheim geht, darf die Hundesteuer erhöht werden – es gab keine Einwände. Vielmehr entspreche eine Erhöhung nach fünf Jahren einem moderaten Modus, so der Tenor aus der Sitzung. Ortsvorsteher Michael Jäckle verwies auf deutliche Investitionen im Hinblick auf zusätzliche "Hunde-Stationen mit Beutelspendern" in den Straßen. "Die Entsorgung und das Befüllen kostet auch Geld", betonte Ute Beiser (FW). Vor allem in der Nähe von Kinderspielplätzen seien verstärkt Stationen eingerichtet worden, ergänzte Jäckle. "Lässt sich überhaupt kontrollieren, ob Hunde angemeldet sind?", fragten sich die Räte. Dass es durchaus eine Dunkelziffer geben könne, davon sei auszugehen, hieß es. Kontrollieren lasse sich das kaum. Dass der Gemeindevollzugsdienst auch die Hundemarken überprüfe, dürfte wohl nicht kommen.

Schuttern: Die Räte waren geteilter Meinung. Die Erhöhung von 78 Euro auf 90 Euro pro erstem Hund erhielt eine Mehrheit. Bei fünf Gegenstimmen lehnte das Gremium jedoch die Erhöhung für den zweiten Hund mit 180 Euro sowie die Erhöhung der Zwingersteuer von 156 auf 225 Euro ab. Vor der Sitzung hatten Ulrike Bensch und Birgit Greiner die Position der Hundehalter vertreten. Dass ein zweiter Hund doppelt so viel wie der erste Hund kosten soll, sei nicht vermittelbar, erklärte Bensch. Vor allem, wenn es sich um zwei kleine Hunde handle. Mit der höheren Steuer für den zweiten Hund werde wohl die Eindämmung von Hundehaltungen verfolgt. Sie wünsche sich eine Staffelung gemäß der Größe von Hunden. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf hält die Erhöhung der Hundesteuer indes für durchaus gerechtfertigt, zumal die Gemeinde erhöhte Ausgaben für das Aufstellen von Hundestationen sowie die Reinigung der Behälter aufwende. In Schuttern würden noch in diesem Jahr vier weitere Stationen aufgestellt. "Der Hund ist ein Familienmitglied", erklärte Jürgen Silberer (CDU). Eine Gemeinde wie Friesenheim sollte sich nicht bei der Hundesteuer mit Verhältnissen in der Stadt gleichstellen. Eine adäquate Staffelung sei wünschenswert.

Die Steuer könnte, nachdem der Gemeinderat im Oktober eine Erhöhung der Satzung verabschiedet hat, ab dem 1. Januar 2022 wie folgt aussehen: Erster Hund 90 Euro, jeder zweite und weitere Hund 180 Euro. Jeder Listenhund und gefährlicher Hund 948 Euro, hier jeder zweite und weitere Hund 1.896 Euro. Jeder Zwinger mit bis zu fünf Hunden 225 Euro.