Besondere Agility-Geräte für Hunde, Physiotherapie und Ernährungsberatung soll es bald in Vöhringen geben. Kerstin Teichmann erzählt von ihrem Projekt „Rund um den Hund“.
Dort, wo einst schwere Maschinen standen, werden bald Hunde jeglichen Alters springen.
„Als ich die Halle gesehen habe, wusste ich: Das ist es!“, erklärt Kerstin Teichmann. Und so wird aus der einstigen Lehrwerkstatt von Lupold Hydrotechnik das Hundegesundheit- und -sportzentrum „Rund um den Hund“.
Hilfe für den Hund
Doch was erwartet die Menschen, wenn am 20. September die Eröffnung in der Blessnaustraße 4 ansteht? „Es wird Agility-Training und verschiedene Workshops geben“, verrät Teichmann, die einmal Übungsleiterin beim Hundesportverein Mühlbachtal gewesen ist.
Doch dann hatte die gelernte Friseurin den Wunsch, sich mehr in die Richtung Gesundheit weiterzuentwickeln und machte so die Ausbildung zur Verhaltenstrainerin. Dabei stehen ängstliche Hunde im Fokus, beispielsweise aus Griechenland oder Rumänien, die eine schlechte Sozialisation erlebt haben.
Gut gedämmter Rasen
Für die Halle habe sie sich entschieden, da Hundeplätze an heißen Sommertagen oft in der prallen Sonne lägen – in der ehemaligen Lupold-Halle ist es aktuell trotz warmer Außentemperaturen angenehm kühl.
Ein besonderes Herzstück ist für sie der frisch verlegte Kunstrasen. „Er ist extra gedämmt, damit es für die Hunde gelenkschonend wird“, erzählt sie. Den „Rasen“ dürfe man deshalb auch nur mit Hallenschuhen betreten.
Ein eigener „Spiegelsaal“
Zwar stehen die Agility-Geräte – sie werden von einer Firma in Spanien gefertigt – noch nicht im Raum, aber das Konzept ist klar. Diese kämen in den großen Raum, während in der kleineren Halle daneben eine Art „Spiegelsaal“ entsteht.
„Wenn mein Hund hinter mir läuft, kann ich ihn nicht beobachten“, schildert Teichmann die Problematik. Sind an den Wänden jedoch drei Meter hohe Spiegel, könne man die Gangart kontrollieren, ohne die eigene Körperhaltung verändern zu müssen.
Prophylaxe bei Wirbelsäule
Das ist für Hundephysiotherapeutin Regina Fester auch eine wichtige Neuerung. So könne sie die Tiere auf der Bodenmatte ihres Praxisraums untersuchen und die Haltung dann gleich in der angrenzenden Halle überprüfen.
Zu ihr könne man kommen, wenn Hunde Probleme mit der Bandscheibe hätten oder nach einer OP der Heilungsprozess gefördert werden solle. „Am wichtigsten ist aber die Vorsorge“, erklärt die Expertin. Deshalb untersuche sie bei jedem Tier die Muskulatur, die Sehnen und die Wirbelsäule.
Verschiedene Workshops möglich
Solche Kooperationen wie mit Fester hat Teichmann noch weitere im Blick. So sei sie gerade in Gesprächen mit einer Tierärztin, die Medical-Trainings anbieten könne. „Da geht es darum, eine Pfote zu verbinden oder das Zahnfleisch des Hundes zu untersuchen“, nennt sie Beispiele.
In einer dritten Hallenabteilung jenseits des „Spiegelsaals“ könnten beispielsweise Theorie-Workshops erfolgen, zählt sie die weiteren Möglichkeiten auf. Doch was braucht es eigentlich, um einen Hund gut zu halten?
Körpersprache ist wichtig
„Den Menschen sollte bewusst sein, für was ihr Hund gezüchtet worden ist“, stellt Teichmann klar. Ein Papillon sei zwar ein schön anzusehender Zwerghund, aber eben auch ein Mäusefänger. „Er muss beschäftigt werden und aktiv sein“, erklärt sie. Einmal nur Spazierengehen reiche nicht.
Und um die Kommunikation von Mensch und Hund zu verbessern, sei auch ein Kurs in Planung, der sich mit deren Körpersprache beschäftige. „Wenn man den Gegenüber besser lesen kann, wird es für alle stressfreier“, bilanziert Teichmann.
Wie ihr Angebot genau aussehe, etwa auch mit einer Ernährungsberaterin für die Tiere, werde jedoch erst im September final feststehen.