So eine Stele – wie hier im Naturschutzgebiet Tannhörnle – soll auch in Sulz helfen, die lokale Fledermauspopulation zu stärken. Foto: Christian Dietz

Eine von zehn Fledermausstelen im Regierungsbezirk Freiburg steht in Sulz. Siedelt sich da etwa der „Mops“ an? Andernorts konnte man über 900 Mückenfledermäuse nachweisen.

Zehn neue Fledermausstelen werden im Regierungsbezirk Freiburg aufgestellt – eine davon auch in Sulz. Damit könnten die Lebensbedingungen heimischer Fledermausarten nachhaltig verbessert werden, schreibt das Regierungspräsidium Freiburg in einer Pressemitteilung. Ziel des Pilotprojekts ist es demnach, Quartiere und Nahrungshabitate für die Fledermäuse räumlich näher zusammenzuführen, um so die lokalen Populationen zu stärken.

 

Denn nicht immer liegen geeignete Nahrungshabitate in unmittelbarer Nähe zu den Quartieren gebäude- und baumbewohnender Fledermausarten. Die neu entwickelten Fledermausstelen können flexibel in der Landschaft platziert werden und ermöglichen so eine gezielte Verbesserung des Quartierangebots in guten Jagdhabitaten von Fledermäusen.

Fünf Meter hohes Bauwerk

„Wir haben vornehmlich Naturschutzgebiete gewählt, die bereits eine hohe Qualität als Nahrungshabitat aufweisen. Der Fokus lag hierbei auf beweideten Gebieten, feuchten Wiesen, blütenreichen Wiesen mit Obstbäumen und Waldrändern“, erklärt Biologin Vera Leinert aus dem Regierungspräsidium (RP), die gemeinsam mit Paulina Schmidt von der Unteren Naturschutzbehörde des Schwarzwald-Baar-Kreises die Standortwahl begleitet hat.

Dicht gedrängt: Blick in eine von Mückenfledermäusen besiedelte Stele Foto: Christian Dietz

Beauftragt wurden die Stelen durch das RP. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 60 000 Euro. Die Stelen werden aus Landesmitteln finanziert. Sie decken alle vier Himmelsrichtungen ab, sind rund fünf Meter hoch und bieten durch verschiedene Materialien, Spaltenbreiten und Raumgrößen ein breites Spektrum an mikroklimatisch optimalen Bedingungen. Entwickelt und errichtet wurden die Stelen vom Fledermausexperten Christian Dietz.

Seltene Arten kommen

„Wir erwarten mit der Zeit einen zunehmenden Besatz durch die Tiere. Die Fledermäuse müssen die neuen Quartiere zunächst entdecken – manche Arten sind dabei flexibler als andere“, erläutert Vera Leinert.

In anderen Regionen Baden-Württembergs wurden die von Dietz entwickelten Stelen, die er anfangs nur für seinen eignen Garten gebaut hatte, bereits hervorragend angenommen: So konnten in einer Stele mehr als 900 Mückenfledermäuse nachgewiesen werden. In weiteren Stelen bildeten sich Wochenstuben seltener Arten wie der Mopsfledermaus oder der Brandtfledermaus.

Für eine stabile Population

Im Regierungsbezirk Freiburg soll nun ebenfalls beobachtet werden, wie schnell und von welchen Arten die neuen Stelen angenommen werden – sei es zur Jungenaufzucht, zur Paarungszeit oder als Winterquartier. Das RP wird in den kommenden zwei Jahren ein Monitoring durchführen. Gleichzeitig werden ehrenamtliche Helfer der AG Fledermausschutz eingewiesen, um das Monitoring langfristig fortzuführen.

Die Stelen sind als dauerhafte Quartierangebote geplant und sollen langfristig an den ausgewählten Standorten erhalten bleiben, um die Entwicklung stabiler Fledermauspopulationen zu sichern.