Die Storchenpopulation im Zollernalbkreis wächst – und in diesem Jahr blieben die Vögel besonders lang. Friedlich geht es bei den Tieren aber nicht immer zu.
Im Hechinger Stadtteil Weilheim sind die Störche seit dem Jahr 2017 heimisch, in Rangendingen brütet seit dem Jahr 2024 ebenfalls ein Storchenpaar. Die Population der Tiere wächst – und das im gesamten Zollernalbkreis, wie Gerd Eberwein, Storchenbeauftragter des Landkreises, in seinem Jahresbericht 2025 schreibt.
Die Besonderheit in diesem Jahr: Die Tiere sind besonders lang in der Region geblieben. Letztmals wurde ein Storch im Nest auf dem Weilheimer Kirchturm am 23. Oktober gesichtet. „In den vergangenen Jahren war es üblich, dass die Störche ab Mitte September nicht mehr in Weilheim waren“, erläutert Eberwein unserer Redaktion. Auch am 3. Oktober beobachtete er drei Störche, die in Weilheim abwechselnd zwischen dem Nest und der Flutlichtanlage des Sportplatzes pendelten.
Vermutlich weil die Herbsttage auch in den hiesigen Breitengraden milder werden, ist die Abreise gen Süden für die Storchenpopulation nicht mehr ganz so früh im Jahr dringlich. Schließlich finden die Störche durch diesen Umstand auch länger Futter. Sicher behaupten möchte Eberwein dies aber nicht.
Storchenjahr 2025 war ein gutes
Mit dem Storchjahr 2025 im Zollernalbkreis zeigt sich der Experte aber sehr zufrieden. Sowohl in Weilheim als auch in Rangendingen sei es ein erfolgreiches Storchenjahr gewesen. In beiden Orten habe jeweils eine vollständige Brut mit flüggen Jungstörchen dokumentiert werden können, schreibt Gerd Eberwein weiter.
Begonnen hatte die Storchensaison in Weilheim bereits am 7. Februar. An jenem Tag zwischen 16.30 und 16.45 Uhr habe er das Storchenmännchen erstmals beobachten können; am 20. Februar folgte seine Partnerin.
In Sickingen rasteten im März 30 Störche
Und so dauerte es nicht lang, bis das Storchenpaar von Eberwein beim Brüten beobachtet werden konnten. Am 20. März war es so weit. In Sickingen rasteten damals ebenfalls etwa 30 Störche – ein weiteres Indiz, dass immer mehr der Tiere im Zollernalbkreis beobachtet werden können.
In Stein scheiterte der Nestbau
Treffen die Artgenossen aufeinander, geht es nicht immer friedlich zu. So dokumentiert Eberwein am 22. März unerwarteten Besuch für das Weilheimer Storchenpaar: Fremde Störche versuchten, das Nest zu übernehmen, wurden aber erfolgreich von den „Hausherren“ vertrieben.
Wenig später versuchten Störche wiederum in Stein ihr Glück. Dort konnte der Storchenbeauftragte Tiere dabei beobachten, wie sie auf einem Strommast ein Nest bauen wollten. Der Nestbau blieb jedoch unvollendet, und die Störche zogen weiter, heißt es dazu im Storchenbericht.
In Weilheim gab es dann am 28. April Neuigkeiten zu vermelden. Die Altstörche trugen Eberweins Beobachtungen zufolge Futtermaterial ins Nest. Und tatsächlich: Am 5. Mai konnte erstmals ein Jungstorch gesichtet werden. Dieser sollte noch zwei Geschwister haben, wie sich kurz später herausstellte.
Doch: Mit der Zeit sei es immer wieder zu heftigen Angriffen auf das Weilheimer Nest gekommen, die Storcheneltern verteidigten ihren Nachwuchs konsequent. Besonders heftig kam es am 9. Juni, als gleich sechs Störche das Weilheimer Nest zu kapern versuchten. Doch: Auch diese Attacke misslang, nach einer Viertelstunde zogen die Angreifer unverrichteter Dinge weiter, so schildert Gerd Eberwein seine Beobachtungen.
Insgesamt fünf Jungstörche
Im Juni waren die drei Jungstörche im Nest aktiv: Sie sprangen umher, übten den Flügelschlag und trainierten ihr Gleichgewicht – meist nacheinander, da im Nest für fast ausgewachsene Störche kaum noch Platz war. Anfang Juli verließ der erste Jungstorch das Nest; kurz darauf waren alle drei flügge.
Ähnlich erfolgreich verlief das Storchenjahr in Rangendingen: Der erste Storch konnte nach Eberweins Dokumentation am 4. März beobachtet werden, wie er unterhalb des Nestes durch die Wiesen spazierte. Am 27. März war das Nest schließlich mit zwei Störchen besetzt. Am 19. Mai konnten dort zwei Jungstörche im Nest gesehen werden. Diese entwickelten sich gut und waren am 4. Juli bereits beim Flugtraining zu beobachten. Wenig später wurden beide flügge.
Eberweins erfreuliches Fazit: Die zunehmende Zahl an Störchen im gesamten Zollernalbkreis weise auf eine stabile und wachsende Population hin.