„Ich bin ja quasi mit Kleintieren groß geworden“, sagt die 26-jährige Melchingerin Lena Barth. Die bildungshungrige junge Frau ist frisch gebackene Tierphysiotherapeutin und hängt die nächste Ausbildung zum Master als Tier-Osteophathin gleich an.
„Mir wird es schnell langweilig, ich brauche immer neuen Input“, sagt die junge Frau, die vielen in der Region um Burladingen bislang als Mundartsängerin mit Gitarre und viel Humor bekannt ist. Und gleich noch ein Geständnis macht sie im Gespräch mit unserer Redaktion: Ihr großes Steckenpferd sind die Milchkühe.
„Kühe sind sehr direkt“, sagt Lena Barth. „Sie gucken dich mit ihren wunderbar großen Augen an und wenn sie dich mögen, lassen sie sich auch anfassen.“ Da passt es gut, das Lena nach einem mehrwöchigen Crashkurs im Allgäu jetzt im Zollernalbkreis auch für den Landeskontrollverband der Milchviehbetriebe arbeitet. Sie zieht bei Rinderhaltern die Milchproben und schickt sie weiter ins Labor.
Nach der Analyse gibt es Tipps fürs Rinderfutter
„Wenn die Zusammensetzung der Milch, der Milchzucker, das Fett, Eiweiß und die Zellzahlen ermittelt sind, dann kann man den Viehhaltern auch Ratschläge geben, etwa was sie an der Zusammensetzung des Futters ändern müssen“, erklärt die 26-Jährige. Irgendwie tritt sie damit auch ein wenig in die Fußstapfen ihres Vaters. Der war Milchfahrer und kannte alle Bauernhöfe in der Region wie seine Westentasche.
Vom Streichelzoo zum Master-Titel
Was sich viele Kinder wünschen – zu Hause einen Streichelzoo zu haben – für Lena Barth war das als sie aufwuchs völlig normal: „Wir hatten Hunde, Katzen, Kaninchen und Hühner“, erinnert sie sich. Und irgendwann kam dann für die Burladinger Realschülerin der Tag, an dem sie ein Praktikum machen sollte.
Lena entschied sich für eine Tierarztpraxis, lernte später den Beruf der tiermedizinischen Fachangestellten. Aber sie wollte mehr und fügte deshalb die Ausbildung zur Tierphysiotherapeutin hinzu. In zwei Tierarztpraxen des Zollernalbkreises, in Melchingen in den Räumen von Andreas Crenitz und in Straßberg bei der Tierärztin Andrea Metzger, kann man mit ihr Termine ausmachen.
Physiotherapie bei Vierbeinern laufe fast genauso ab, wie bei Menschen, erläutert Lena Barth. Da kann es darum gehen, etwa nach einer Operation Flexibilität und Mobilität wieder herzustellen, einfach mit Massagen das Wohlbefinden zu steigern oder wieder Spaß an der Bewegung zu vermitteln. „Wo Bewegung ist, herrscht Lebensfreude“, so das Credo der jungen Tiertherapeutin.
Der Hund – ein Bewegungs-Legastheniker
Lena Barth lässt da nicht selten Hunde mal auf wackeligem Untergrund balancieren oder schickt sie über auf am Boden ausgelegte Cavaletti-Stangen, wobei es dann gilt, die Füße genau zu sortieren. „Hunde sind eigentlich Bewegungs-Legastheniker, 80 Prozent von ihnen wissen gar nicht, dass sie auch Hinterbeine haben“, sagt Barth mit einem Lachen. Die aber gelte es in der Physiotherapie zu entdecken.
Dann gibt es noch das Laufband für die Vierbeiner, die Vibrations- und TENS-Therapie oder das kinesiologische Taping. Zusammen mit Herrchen und Frauchen entscheidet die Melchingerin, was das Beste ist für das vierbeinige Familienmitglied.
Lena Barth hat noch mehr Ideen, will künftig zusammen mit den Landfrauen im Zollernalbkreis sogar Veranstaltungen organisieren, um Tierphysiotherapie populärer zu machen. Bei aller Tierliebe, Veganerin ist Lena Barth trotzdem nicht. „Es geht doch nichts über ein leckeres Stück Käse“, sagt sie augenzwinkernd.
„Rind und Hund im Glück“ nennt Lena Barth ihr kleines Unternehmen mit dem Angebot der Tierphysiotherapie. Sie arbeitet nach Terminvereinbarung. Erreichbar ist Lena Barth unter der Telefonnummer 0172 2308 252 oder unter der E-Mail-Adresse cattledog-tierphysio@email.de