Haustiere können nach ihrem Tod auf einem Friedhof beerdigt werden. (Symbolfoto) Foto: dpa

Kleintiersammelstelle, Bestattung im Garten, Friedhof oder Krematorium - Haustier-Besitzer haben mehrere Möglichkeiten.

Region - Jahrelang waren der Hund, die Katze oder das Kaninchen treue Begleiter. Schließlich kommt der Moment des Abschiednehmens. Bei der Haustierbestattung gibt es allerdings nur wenige Möglichkeiten. Schwarzwälder Bote hat eine davon vorgestellt und über die Kleintiersammelstelle in Burladingen berichtet. Daraufhin haben sich viele User über unsere Facebook-Seite gemeldet. Fragen und Empörung waren die Folge. Wir stellen deshalb die Möglichkeiten zur Tierbestattung in unserem (SB+)-Artikel vor.

 

Kleintiere wie beispielsweise Maus, Hamster oder Vogel, dürfen über den Restmüll "entsorgt" werden. Kranke sowie größere Tiere wie Katzen oder Hunde müssen zu einer Kleintiersammelstelle wie beispielsweise an der Kläranlage in Burladingen gebracht werden. Dort stehen in einem Kühlraum unterschiedliche Tonnen sowohl für tote Heim- als auch für Wildtiere, die beispielsweise bei einem Verkehrsunfall gestorben sind, bereit.

Von der Sammelstelle gelangen die Kadaver dann zur Tierkörperbeseitigungsanstalt. Dort werden die Körper zusammen mit Schlachtabfällen und anderen toten Tieren in der Regel verbrannt und verarbeitet.

Alternativ kann man den toten Vierbeiner auch beim Tierarzt lassen, beispielsweise nach dem Einschläfern. Von dort wird der Körper zur Tierbeseitigungsanstalt gebracht.

Bestattung im Garten ist legal

Für manche ist dieser letzte Weg des Haustieres jedoch keine Option. "Vielleicht mal vorher nachdenken, dass auch ein Tier irgendwann gehen muss! Ein Lebewesen! Eins was dir für Jahre treu war und zur Seite stand! 'Menschen' die an sowas nicht denken, mal dafür Geld beiseite zu legen und ihr Tier dann 'in die Tonne' schmeißen, sollten es, NEIN, sie dürften sich gar nicht erst eins zulegen!", kommentiert eine Userin den Schwarzwälder Bote-Facebook-Post zu der Kleintiersammelstelle in Burladingen.

"Niemals, könnte ich ein Familienmitglied so entsorgen, einfach in die Tonne", heißt es in einem anderen Kommentar. Und eine weitere Userin schreibt: "Ein Tier ist ein Familienmitglied und verdient eine ehrenvolle Beerdigung."

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Viele wollen deshalb den Familienfreund nicht auf diese Weise entsorgen, sondern ihm eine "würdevolle" Bestattung ermöglichen. Deshalb finden viele Haustiere im eigenen Garten ihre letzte Ruhe. Grundsätzlich ist dies nicht verboten, aber laut dem Tierkörperbeseitigungsgesetz in Baden-Württemberg ist das Vergraben von Haustieren nicht überall erlaubt. Eine Ausnahme sind Wasserschutzgebiete oder Stellen, die in unmittelbarer Nähe öffentlicher Wege und Plätze liegen. Der Tierkörper muss außerdem mindestens einen halben Meter tief begraben werden. Dies soll verhindern, dass andere Tiere den Kadaver später wieder ausbuddeln.

Friedhof oder Krematorium sind alternative Möglichkeiten

Doch nicht jeder hat einen Garten. Eine Bestattung auf einem fremden Grundstück oder im Wald, im Park, sowie auf einer Wiese ist allerdings nicht erlaubt. Wer dagegen verstößt, dem droht ein Bußgeld. Alternativ gibt es deshalb immer mehr Krematorien oder Friedhöfe für Tiere.

Der Kleintierfriedhof in Mössingen ist einer der wenigen seiner Art in der Region, weshalb sich das Einzugsgebiet bis in den Zollernalbkreis erstreckt. Das Ehepaar Anna und Siegfried Maier betreibt die Ruhestätte bereits seit rund sieben Jahren - und die Nachfrage steigt.

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"Es gibt Leute, die eigentlich einen Garten hätten, um das Haustier zu begraben, aber einen Tierfriedhof bevorzugen. Wir haben immer geöffnet, damit die Familien ihre Haustiere jederzeit besuchen können", berichtet Siegfried Maier.

Trotz des Namens Kleintierfriedhof sei auch die Bestattung von Hunden und Katzen möglich, sagt das Ehepaar. Tiere bis zu 80 Kilogramm dürfen beerdigt werden. Nicht erlaubt sind beispielsweise Huftiere wie Pferde.

"Wie beim Menschen"

Die verstorbenen Haustiere würden auf Wunsch von zuhause oder vom Tierarzt abgeholt werden, so Siegfried Maier. Die Besitzer könnten sich dann aussuchen, ob sie eine Erd- oder Urnenbestattung wollen, oder ob sie die Urne mit der Asche vom Krematorium mitnehmen möchten, um sie daheim aufzustellen. Bei der Beisetzung werde der Vierbeiner zuerst im Verabschiedungsraum aufgebahrt und anschließend gemeinsam zum Grab getragen. "Es läuft wie beim Menschen ab, und das ist wichtig", sagt Maier.

Die Särge bestehen aus Pappe oder Holz. Alternativ können die Vierbeiner in Decken aus Naturfasern gewickelt und beigesetzt werden. Auf den Gräbern können die Hinterbliebenen dann eine Gedenktafel sowie steinerne Engel, Blumen oder Grablichter platzieren. Nur religiöse Symbole seien nicht zulässig.

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Die Mössinger Ruhestätte hat auch während der Corona-Pandemie geöffnet. "Zwischen März und April hatten wir weniger Bestattungen", berichtet Maier. Er vermutet, dass die Menschen annahmen, der Kleintierfriedhof hätte geschlossen. Dies sei aber nicht der Fall. "Wir müssen natürlich die Corona-Regeln einhalten: Abstand, Maskenpflicht, und im Verabschiedungsraum darf nur die Familie."

Was mit dem Vierbeiner nach dem Tod passiert, ist letztendlich Entscheidung der Besitzer. "Am Ende ist es aber egal, der Hund ist und bleibt tot und kommt nicht zurück. Stören tut es ihn dann auch nicht mehr, ob er nun verbrannt oder vergraben wird und wo die Reste hinkommen", kommentiert ein Facebook-Nutzer.