Kühe können offenbar ziemlich neugierig sein. In Balingen wollte sich eine den Keller eines 75-Jährigen anschauen. (Symbolbild) Foto: imago//Fotografie Lisa + Wilfried Bahnmüller

Am Wochenende hat eine kuriose Polizeimeldung für Aufsehen gesorgt: Eine Kuh soll einem Radfahrer in seinen Keller gefolgt sein. Der Mann aus Balingen berichtet, wie es zu dem Vorfall kam.

Solche Einsätze erlebt die Polizei auch nicht alle Tage: Am vergangenen Freitag mussten die Beamten in Balingen (Zollernalbkreis) zu einem kuriosen Vorfall ausrücken – und am Ende sogar selbst mitanpacken. Eine Kuh hatte einen 75-jährigen Radfahrer bis in seinen Keller verfolgt.

 

Die Meldung sorgte am Wochenende für Aufsehen – und bewegte offenbar auch viele Leserinnen und Leser unserer Zeitung. Sogar die Nachbarschaft des 75-Jährigen las über den besonderen Polizeieinsatz in der örtlichen Tageszeitung und rätselte am Montag, in wessen Keller sich das Tier wohl verirrt hatte.

Der 75-Jährige wollte sein Fahrrad im Keller abstellen, die Kuh folgte

Ein Anwohner hat es selbst mitbekommen: „Das war beim Breisinger“, sagt er auf Nachfrage. Und dieser, mit vollem Namen Klaus Breisinger, 75 Jahre alt, kann sich am Montag vor lauter Anrufen kaum retten. „Jetzt ist schon der nächste in der Leitung“, sagt er während des Gesprächs. Denn jeder Anrufer will natürlich wissen: Was hatte die Kuh in seinem Keller gesucht?

Aber von Anfang an: Breisinger kam am vergangenen Freitag gerade mit seinem Fahrrad nach Hause, als er das Tier schon im Hof seines Nachbarn entdeckte. Dann wollte der 75-Jährige – so wie er es immer macht – sein Rad im Keller abstellen. Circa acht Stufen geht es dafür in seinem Haus die Treppe runter. „Die Kuh ist mir gefolgt und schnurstracks Richtung Kellerabgang gelaufen“, berichtet Breisinger.

Auch ein Polizist hilft mit, die Kuh aus dem Keller zu leiten

In dem engen Raum habe sie Panik bekommen und eine „Sauerei“ hinterlassen, sagt der Mann. Laut Polizei ein geschätzter Schaden von mehreren hundert Euro. Über einen Tisch sei sie gesprungen, auf ein Sofa – ja sogar durchs Fenster habe sie versucht, sich zu befreien. Den Treppenaufgang zurück schien sie aber nicht als Ausgang in Betracht zu ziehen.

Da nicht viele Landwirte in der Umgebung in Frage kamen, rief Breisinger den Bauern an, aus dessen Haltung er das Tier vermutete – vergeblich. Also der Anruf bei der Polizei. „Die wussten schon Bescheid, anscheinend sind noch weitere Kühe entwischt“, berichtet der 75-Jährige. Die Kuh in seinem Keller sei an diesem Tag zum ersten Mal draußen auf der Weide gewesen – was wohl ihre Abenteuerlust auf noch mehr Freigang geweckt hatte.

Das Ende dieses Ausflugs: mehr als eine halbe Stunde Verharren im Keller der Breisingers. Mit vereinten Kräften aber wurde die Kuh schließlich befreit. „Die Schwiegertochter des Bauers hat hinten geschoben, auch der Polizeibeamte hat geholfen“, berichtet Breisinger. Anschließend ging es per Anhänger wieder zurück auf den Hof des Landwirts.