Tapsig wird das Nest erkundet. Foto: Heidepriem

Die ersten Küken sind geschlüpft und fühlen sich bei den Eltern sichtlich wohl. Doch droht ihnen Gefahr?

Jetzt ist es endlich soweit. Nach ausgiebigem Brüten sind die ersten Sulzer Schwanenküken geschlüpft.

 

Voller Neugierde tapsen die flauschigen Federknäule im sorgsam gebauten Nest im Schindergraben umher.

Kritische Tage

35 Tage lang hatte das Schwanenpaar abwechselnd die Eier bebrütet, bei sonnigem Wetter sogar auch den lieben Petrus die Arbeit übernehmen lassen.

Doch nachdem die Kleinen nun eben dieses Sonnenlicht erblickt haben, wartet eine erlebnisreiche Zeit auf sie. „Die ersten Tage sind die kritischen“, gibt der ehrenamtliche Naturschutzwart Ludwig Schrägle zu bedenken.

Gefahr durch Hochwasser

Und Tierärztin Anne von Stromberg ergänzt: „Die schwierigste Zeit sind immer die ersten drei bis vier Tage, weil die Küken dann unterschiedlich alt sind und dementsprechend dann auch der Entwicklungsstand unterschiedlich ist, was Größe und Fitness angeht“.

In den vergangenen Jahren hatte man sehr um den Nachwuchs bangen müssen. So wurde 2018 das Nest mitsamt dem frisch geschlüpften Nachwuchs von einem Schwallregen fortgeschwemmt. Als Reaktion darauf wurde das Nest von Schrägle und weiteren Ehrenamtlichen auf einem schwimmfähigen Floß befestigt.

Küken vermisst

2023 dann ein weiterer Schicksalsschlag: An einem Samstagmorgen im Mai, ging bei der Polizei die Meldung ein, dass zwei Küken auf dem Bitzeweg, etwa 100 Meter nach der Fischerhütte, ohne die Elterntiere gesichtet worden seien.

Engagierte Bürger machten sich daran, die Tiere wieder einzufangen. Doch: von den ursprünglich sieben Jungtieren konnten nur vier gefunden werden.

Übeltäter Hund?

Offenbar war damals ein großer schwarzer Hund durch ein Loch im Zaun in das eigentlich geschützte Gelände, auf dem sich die Schwanenfamilie aufhielt, eingedrungen und hatte die Tiere attackiert, die sich nur aufs Wasser retten konnten, schildert die Tierärztin. „Dabei gerieten die Kleinen über das Wehr und waren der Strömung des Neckars hilflos ausgeliefert.“

Den Besitzer des Hundes habe man bis heute nicht ausfindig machen können, blickt Schrägle zurück. Doch der Naturschutzwart ist zuversichtlich, dass die Schwanenfamilie in diesem Jahr gut durch den Frühling und Sommer kommen wird.