An vielen Stellen der Tiefgarageneinfahrt zerbröselt mittlerweile der Beton. Foto: Beyer

Aufatmen für Anwohner und Pendler – zumindest vorerst: Die für September geplante Sperrung der Tiefgarage am Marktplatz wird verschoben.

Freudenstadt - Die Sanierung der Tiefgarageneinfahrt galt eigentlich als unaufschiebbar – nun wird sie doch verschoben. Eigentlich sollte ab 29. August die Garage für zwei Monate gesperrt werden. Denn seit Jahren sickert im Bereich der Zufahrtsrampe im Winter Streuwasser in die Risse im Beton ein und zersetzt die Stahlträger.

Lieferprobleme bei einigen Baustoffen

Doch jetzt sollen die Arbeiten laut Stadtverwaltung erst im Frühjahr beginnen. Grund sind Lieferprobleme bei einigen Baustoffen. Vor allem das Material für die abschließenden Beschichtungsarbeiten könnte nicht rechtzeitig geliefert werden, erklärt Rudolf Müller, Leiter des Amts für Stadtentwicklung.

"Dadurch wären wir in die kritische Jahreszeit hineingekommen", erklärt Müller. Denn bei nassem Wetter könnte die Beschichtung nicht aufgetragen werden. Daher habe die Stadt gemeinsam mit dem beauftragten Bauunternehmen die Entscheidung getroffen, bis zum Frühling mit den Arbeiten zu warten.

Rampen-Oberfläche könnte abreißen

Doch ist eine Verschiebung überhaupt möglich? Schließlich hatte Oberbürgermeister Julian Osswald erst vor Kurzem im Gemeinderat erklärt, wie dringlich die Arbeiten sind: "Wenn wir die Möglichkeiten sehen würden, das ins nächste Jahr zu verschieben, würden wir es tun. Aber wir würden riskieren, dass die Rampen-Oberfläche abreißt."

Und nun? "Die Oberfläche könnte durchaus abreißen", bestätigt Müller. "Dann müsste man eine provisorische Reparatur vornehmen." Dafür müsste die Zufahrt dann nur für einen Tag gesperrt werden, kosten würde das grob geschätzt um die 10 000 Euro. Verwendet würde dafür entweder Kaltasphalt oder Gussasphalt. "Das ist dann, wie wenn man ein Pflaster draufmacht", so Müller.

Im Winter werden neue Schäden entstehen

Auch ist es wohl unvermeidbar, dass über den Winter weiteres Salzwasser in den Beton eindringt und zusätzliche Schäden verursacht. "Wir müssen davon ausgehen, dass der Sanierungsaufwand um einen gewissen Prozentsatz steigt", räumt Müller ein.

Mit den Bauarbeiten verschiebt sich nun auch das befürchtete Park-Chaos. Durch die Sperrung würden auf einen Schlag 417 Parkplätze wegfallen. Doch das Problem ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Denn auch für das Frühjahr hat die Stadt laut Müller keine Pläne, um die Parkplatznot zu lindern.

Ampelregelung weiterhin keine Option

Wäre es dann nicht vielleicht sinnvoll, die Zufahrt nur halbseitig zu sperren und eine Ampel einzurichten? Schließlich würde im Frühling ja nicht mehr die Gefahr bestehen, durch die längere Bauzeit in den nassen Winter zu geraten.

Müller hält davon wenig. Er geht davon aus, dass dann trotzdem nur wenige Autofahrer die Tiefgarage nutzen würden. "Das ist dann ja eine riesige Baustelle", meint Müller. Das würde viele Autofahrer abschrecken. Außerdem würde durch eine Ampelregelung die Baustelle teurer.

Stadtverwaltung setzt auf App

Auch ist Müller dagegen, den Marktplatz als provisorischen Parkplatz zu verwenden. "Wir haben die parkenden Autos in den letzten Jahren erfolgreich vom Marktplatz verdrängt, das wollen wir nicht zurückhaben." Außerdem würde der Platz für viele Veranstaltungen benötigt.

Müller hofft stattdessen, dass die Autofahrer die "Parkster-App" nutzen, um alternative Parkplätze zu finden. Denn mit der App ließen sich nicht nur Parkgebühren bezahlen. Das Programm zeigt Autofahrern auch, wo es überall Parkplätze gibt.

Ob das wirklich ausreicht, um ein Park-Chaos in der Innenstadt zu verhindern, wird sich dann im Frühling zeigen