Alle am Projekt beteiligten gaben der Startschuss. Foto: Ralf Recklies

Nachdem der Bund für den Ortsverband 2022 das Areal des ehemaligen Busunternehmens Rexer an der Robert-Bosch-Straße gekauft hat, fiel der Startschuss für den Umbau.

Bereits im kommenden Jahr, so die Hoffnung aller am Projekt Beteiligten, sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Dann soll der Umzug der THW-Ortsgruppe Calw vom derzeitigen Standort in Station Teinach in das dann neue THW-Domizil im Gewerbegebiet Stammheimer Feld erfolgen.

 

Für die aktuell 53 Mitglieder des ursprünglich 1964 in Wildberg gegründeten THW Ortsverbands bedeutet der Umbau der Bestandsgebäude, welche von der Bundesanstalt für Immobilienentwicklung (Bima) nach der Insolvenz der Firma Rexer laut Bima-Vertreter Max Bühl für knapp zwei Millionen Euro erworben worden waren, vor allem eins: mehr Platz – für das Unterstellen der Einsatzfahrzeuge, für die Lagerung von Materialien und auch für die Aus- und Fortbildung der aktiven Kräfte.

Gebäude misst 500 Quadratmeter

Außerdem können in dem rund 500 Quadratmeter umfassenden Bestandsgebäude auch ausreichend viele Umkleideplätze für alle THW-Akteure – sowie mögliche Neumitglieder geschaffen werden. Sowohl für Männer als auch für Frauen. Ob auf dem Gelände, wie von anderen Blauchlichtorganisationen wie DLRG oder DRK erhofft, aufgrund des großen Bestands an ehemaligen Bushallen auch Platz für die Unterbringung weiterer Fahrzeuge von Partnerorganisationen gegeben ist, bleibt aber zunächst abzuwarten.

Haben sich als Abrisshelfer betätigt: der CDU-Landtagsabgeordnete Carl Christian Hirsch, Christoph Hemminger vom staatlichen Hochbauamt Karlsruhe, der stellvertretende Calwer Oberbürgermeister Jürgen Ott, der Calwer THW-Ortsbeauftragte Marc Stahl sowie der THW-Landesbeauftragte Dietmar Löffler (von links nach rechts). Foto: Ralf Recklies

Der THW-Ortsverbandsbeauftragte Marc Stahl ist mit seinen Kameraden bereits voller Vorfreude, dass es nach knapp zwei Jahrzehnten in Bad Teinach „nun wieder zurück nach Calw“ geht. „Die neue Unterbringung in Calw ist dabei weit mehr als nur zusätzliche Quadratmeter“, so Stahl. Mit modernen Ausbildungsräumen und neuen Möglichkeiten, sich auf Einsätze vorbereiten zu können, könne vor allem die Jugend- und Nachwuchsarbeit verbessert und ausgebaut werden.

Start in eine neue Ära

Bei „aller Funktionstüchtigkeit des Areals“ sei der neue THW-Standort vor allem auch ein Ort der Begegnung. Das THW übernehme wichtige Aufgaben im Bevölkerungsschutz, bei der Gewährleistung von Sicherheit und bei der Eingrenzung von Schäden in Katastrophenfällen. Dafür müssten auch die richtigen Rahmenbedingungen gegeben sein. Dies sei am letzten Calwer Standort im Bereich des heutigen TSV-Sportzentrums am südlichen Stadtausgang vor Jahren nicht mehr gegeben gewesen. Auch die Unterbringung in Station Teinach erfülle nur bedingt die Anforderungen. Die Investition in den neuen Standort sei richtig und wichtig. Mit dem Startschuss gehe man nun in eine neue Ära.

Jürgen Ott überbrachte in Vertretung von Oberbürgermeister Florian Kling Glückwünsche und hob mit Blick auf den künftig zentralen THW-Standort in der Nachbarschaft von Rotem Kreuz oder Bauhof die Bedeutung des THW ab, indem er von Meilenstein oder Quantensprung sprach. „Es ist gut und richtig, dass sie hier ein neues Zuhause bekommen“, so Ott, der auch auf darauf verwies, dass OB Kling sich von Anfang dafür stark gemacht hat, dass das THW in Calw eine neue Heimat bekommt.

Zeichen der Zeit erkannt

Dass die Hallen mit Solarpaneelen ausgestattet werden, um auch Energieautarkie zu erreichen, begrüßte Ott. Er sieht das Engagement des Bundes durch den Kauf und den nun anstehenden Bau auch „als Wertschätzung für das Engagement des THW“, und die Politik habe erkannt, dass wir im Zuge der gegenwärtigen Krisen „in neuen Zeiten leben und mehr in den Zivil- und Katastrophenschutz investieren müssen“.

Ähnlich sieht es der THW-Landesbeauftragte Dietmar Löffler, der vor allem die Möglichkeit sieht, dass das THW mit einer solcher Liegenschaft attraktiver wird und „es damit ermöglicht wird, neue Leute anzuwerben“. Denn man brauche in Zukunft mehr für das Gemeinwohl engagierte Menschen. Dass geplant sei, „bei Mitte nächsten Jahres eine Einsatzbereitschaft herzustellen“, begrüßt Löffler.

Neue Möglichkeiten sieht auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack, der den Ausbau des neuen THW-Standort als „starkes Zeichen der Wertschätzung sieht“. Seine Grußworte kamen per Videobotschaft aus Berlin.

Bund investiert einen Millionenbetrag

Bima-Vertreter Max Bühl sowie Christoph Hemminger vom Staatlichen Hochbauamt in Karlsruhe wissen um die Bedeutung des Projekt,s in das der Bund einen Millionenbetrag investiert, der noch nicht genau beziffert werden kann. Dem THW käme in der heutigen Zeit eine besondere Verantwortung zu, da es im Krisen- oder Katastrophenfall einen „anspruchsvollen Auftrag“ habe. Mit den Hallen, einer Fahrzeugwerkstatt, Lagerflächen und Räumen für die Ausbildung werde der Standort zukunftsfähig gemacht. „Wir alle gehen von einer zügigen Umsetzung aus“, so Bühl, der sich wie Hemminger nicht zu den endgültigen Kosten und einem konkreten Fertigstellungstermin äußern wollte. Das THW leiste einen Dienst, „der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“, so Hemminger. Von daher freue man sich, „dass wir sie mit dem Gebäude unterstützen können“.

Da aufgrund der Verfügbarkeit und des Umbaus eines Bestandsgebäudes weder ein klassischer Spatenstich, noch eine Grundsteinlegung erfolgen konnte, hatte sich das THW für die Gäste eine andere Aktion einfallen lassen, um die Bauphase symbolisch einzuläuten. Mit Vorschlaghämmern zertrümmerten Marc Stahl und einige Ehrengäste eine Trockenbauwand, die im Zuge der Umbaumaßnahme weichen muss.