Einweihung der "Königlich wilden Plattform" beim Schwanensee im Kurpark. Sie wirkten mit (von links): Klaus Wuthe, Jochen Heuse, Stefanie Dickgiesser, Andreas Drost, Philipp Bott und Michael Seidel. Foto: Bechtle

Im Kurpark Bad Wildbad gibt es eine neue Attraktion: zwei aus Eichenholz gefertigte "Thronsessel". Mit Krone und Wildschwein eine königlich-wilde Kombination – passend zum seit zwei Jahren bestehenden Wildbad-Logo.

Bad Wildbad - Wo bis in die Mitte der 1950er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts beim Schwanensee in den Wildbader Enzanlagen das Sommercafé Rosenau stand, verblieb nach dessen Abbruch vor mehr als einem halben Jahrhundert nichts außer einem großen Podest aus Granitsteinen mit einem Geländer. Dort feierte in den 1970er-Jahren vor allem der Liederkranz Wildbad seine Sommerfeste, die immer einen guten Zulauf hatten. Schließlich gab es hier selbst gebackene Kuchen.

Und dann war Schluss! Eine wenig attraktive leere Fläche, ein Podest am Rande des Weges und viel Unkraut.

Einen neuen Namen gibt es gleich dazu

In den vergangenen Monaten jedoch veränderte sich das Ganze. Mitarbeiter der Kurgärtnerei waren im Einsatz, beseitigten Moos sowie Gras und reinigten den Boden des früheren Cafés, der mit hellen Fliesen belegt war. Sie errichteten ein Steinpodest mit großen Sandsteinplatten, öffneten die versperrten Außenstufen als Zugang zur Freifläche, säten Gras ein.

Nun wurden zwei verhüllte Statuen vorgestellt und die zuvor gesperrte Fläche freigegeben. Einen neuen Namen gab es gleich dazu: "Königlich-wilde Plattform". Die speziell für diese Eröffnung daneben platzierte Wildsau wurde jedoch anschließend wieder in die Touristik zurückgebracht.

Stefanie Dickgiesser, Geschäftsführerin der Touristik Bad Wildbad, wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass der Schwanensee mit seinem Liegebereich, dem Matschplatz und dem Kneipp-Becken in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden war, zumal gegenüber auch die Tennisplätze liegen. In der vor zwei Jahren organisierten Tourismus-Zukunftswerkstatt habe man auf diesen Bereich hingewiesen, an dem – siehe oben – bis in die 1950er-Jahre ein Sommercafé bestand, das einst einige Jahre vom Wildbader Konditormeister Julius Funk betrieben worden war.

Seit zwei Jahren gibt es das neue Wildbad-Logo "Königlich wild", und, so Dickgiesser, hier könnte man dieses Logo verwirklichen und die Natur neu erleben. Gemeinsam mit dem Chef der Kurgärtnerei, Jochen Heuser, enthüllte Dickgiesser die vermummten "Gestalten", die sich als zwei aus Eichenholz gefertigte "Thronsessel" entpuppten. Sitzflächen mit einem hohen Überbau, "wild" mit einem überdimensionalen Wildschweinkopf und Eichenblättern, "königlich" mit einer Art Krone und dem neuen Wildbad-Logo sowie geschnitzten Zweigen und Blättern.

Nein, nicht geschnitzt, sondern gesägt vom Motorsägekünstler Andreas Drost aus Königsbach-Stein. Manche Wildbader hatten ihn bereits kennengelernt, denn er war beim Weihnachtsmarkt "Winterzauber" vor einigen Jahren mit dabei. Drost versicherte, dass wegen der beiden "Sessel" keine Eiche gefällt werden musste, sondern dass der "Rohling" einer der Ohrenstühle aus dem Sägewerk Klein in Igelsloch stamme, der zweite noch im Wald übrig geblieben war. Immerhin, so Drost, dürften die Eichen etwa 250 Jahre alt gewesen sein.

Heuser freute sich über diese Verschönerung des Kurparks und die neuen Sitzgelegenheiten, zu denen auch noch etwas abseits zwei (moderne) Gartentische mit Stühlen aufgestellt waren. Die "königlich wilde Plattform", so Heuser, sei das bisher größte Projekt der Mitarbeiter der Kurgärtnerei gewesen, nachdem ja vor wenigen Wochen die "Riesenbank" hinter des Königlichen Kurtheater aufgestellt worden war, die inzwischen überaus beliebt ist. Die Holzsessel sind mit Holzöl behandelt, was jährlich wiederholt werden muss, damit die Holzfarbe erhalten bleibt.

Eine neue Attraktion im Kurpark, die wenige Minuten später von zwei Schulklassen erobert wurden, die sich selbst als König und Königin wähnten.

Auf jeden Fall wird es ein beliebter königlich-wilder Fotopunkt werden, denn auf der anderen Seite der Enz steht der Maurische Pavillon, in dem Trauungen abgehalten werden können, und manche Frischvermählten werden die beiden Ohrensessel als Fotohintergrund aufsuchen, auch wenn diese etwas weit auseinander stehen.