Pfarrer Thomas Mitzkus leitet die ab 2026 neue Großpfarrei „Im Quellenland“ und hat seinen Arbeitsplatz im Münsterzentrum in Villingen bereits bezogen. Foto: Birgit Heinig

Ab 1. Oktober ist es offiziell: Pfarrer Thomas Mitzkus ist Nachfolger von Dekan Josef Fischer und damit zuständig für die Villinger Münstergemeinde – aber längst nicht nur für sie.

Wenn sich am 1. Januar 2026 innerhalb der Erzdiözese Freiburg sechs Seelsorgeeinheiten mit ihren 30 Pfarreien zur neuen Großpfarrei „Römisch-katholische Kirchengemeinde im Quellenland“ zusammenschließen, dann steht Thomas Mitzkus an deren Spitze und trägt Verantwortung für rund 48 000 Gläubige.

 

Eine Größenordnung, die dem 54-Jährigen zwar Respekt einflößt, für ihn aber auch eine Herausforderung darstellt, die er gerne annimmt. Er gehöre der Generation von Pfarrern an, „die stets Vergrößerungen von Seelsorgeeinheiten erfahren hat“, sagt er.

Die Zeiten, als ein Pfarrer durch sein Dorf ging und am Gartenzaun seine Schäfchen begrüßte, seien vorbei, gibt er zu bedenken. Gleichwohl werde er in den nächsten Tagen und Wochen das Gespräch mit möglichst vielen Menschen in allen Seelsorgeeinheiten suchen, um sie kennenzulernen, herauszufinden, was von ihm erwartet werde, Besonderheiten herauszufinden und zu klären, welche Strukturen man wie gemeinsam weiterentwickeln und welche man belassen kann.

In Bayern geboren

Thomas Mitzkus ist im oberbayerischen Weilheim geboren und mit einem Bruder aufgewachsen. Dabei erlebte er seine Heimatpfarrei als starke Gemeinschaft, die sein Interesse für Kirche und Glauben weckte. Nach Abitur und Zivildienst studierte er in Benediktbeuern Soziale Arbeit und Theologie. Priester zu werden, erwog er damals noch nicht.

Ins Priesterseminar Freiburg

1996 wechselte er mit dem Theologiestudium nach Freiburg, wo er sich schließlich doch für das Priesterseminar entschied, in dem er „menschlich ausgebildet und im Glauben gestärkt wurde“, wie er sagt. 2001 wurde er Diakon, ein Jahr später zum Priester geweiht. Die Kaplanzeit verbrachte er in Hechingen und Achern.

Seine erste eigene Pfarrstelle 2007 lag im Klettgau, wo er mit der Aufgabe betraut wurde, aus vier Pfarreien eine Einheit zu bilden. „Das war mein erster großer Schritt zu mehr Verantwortung“, erinnert er sich gerne an die Zeit als Landpfarrer. 2019 wurde er von der Erzdiözese nach Konstanz entsandt.

Die neue Kirchengemeinde

Schließlich ereilte ihn dort vor zwei Jahren die Frage, ob er mit seiner Erfahrung nicht noch mehr Verantwortung für eine noch größere Seelsorgeeinheit übernehmen wolle – und er sagte zu. Künftig werden die bisherigen Seelsorgeeinheiten An der Eschach, Bregtal, St. Georgen-Tennenbronn, Triberg, Villingen und Zwischen Brigach und Kirnach, also die neue „Kirchengemeinde im Quellenland“, sein Einsatzgebiet sein.

Team im Münsterzentrum

Vor wenigen Tagen erst hat Thomas Mitzkus sein Büro im Erdgeschoss des Münsterzentrums bezogen, das er zu einem „Alltagszentrum“ umgestalten will als Symbol der Nähe. Froh ist er um das Leitungsteam, in dem er künftig zwar als Chef, aber nicht alleine agieren wird. Melanie Bächle, Stefanie Dilger, Tobias Hofmann, Harald Bethäuser und er teilen sich darin die wichtigsten Aufgaben, so auch die Verwaltung und die Finanzen. Am 28. Januar wird das Team offiziell auf den Weg geschickt.

„Ich freue mich darauf. Ich arbeite gerne im Team“. Er freut sich auch auf die Zusammenarbeit mit den sogenannten „mitarbeitenden Pfarrern“ und allen Haupt- und Ehrenamtlichen aus den sechs Seelsorgeeinheiten.

Eine Wohngemeinschaft

Wohnen wird Thomas Mitzkus – wie zuvor Josef Fischer – im Münsterpfarrhaus, was er als „großes Privileg“ empfindet. Da dort gerade noch umgebaut wird, lebt er momentan in der nahen Kronengasse in einer Wohnung der Caritas. Im Münsterpfarrhaus bildet er dann zusammen mit Marcus Maria Gut eine Priester-Wohngemeinschaft. Sein Freund seit der Priesterweihe wird die Seelsorgeeinheit An der Eschach als mitarbeitender Pfarrer übernehmen.

Die Hauswirtschaft wird Mitzkus’ gute Seele aus Konstanz übernehmen, die an drei Tagen in der Woche vom Bodensee kommen wird, ansonsten aber bei ihrer Familie wohnen bleibt.

Thomas Mitzkus ist bereit, die Herausforderungen sowohl einer Großpfarrei anzunehmen, als auch die Aufgabe zu übernehmen, Kirche in einer Zeit steigender Kirchenaustritte zu gestalten. „Ich bin davon überzeugt, dass es Menschen besser geht, wenn sie Gott kennen“, sagt er.

Er habe den Halt und die Begleitung Gottes am eigenen Leib erfahren dürfen. „Es ist hart, alles alleine tragen zu müssen.“