Jürgen Schwarz (von links), Selim Mokni und Stefanie Bott Foto: Bernd Mutschler

Touristisch lief es 2025 in Bad Wildbad richtig gut. Das zeigen die Zahlen, die Touristik, die Thermen und ein Hotelier präsentierten. Sie sagten auch, was künftig wichtig ist.

Das Jahr mit guten Nachrichten beenden – das war das erklärte Ziel des Pressetermins, zu dem die Bad Wildbader Touristik-Geschäftsführerin Stefanie Bott gemeinsam mit Jürgen Schwarz vom Staatsbad Bad Wildbad und Selim Mokni vom gleichnamigen Hotel eingeladen hatten.

 

„Wir sind sehr zufrieden, so wie es lief“, blickte Bott bereits auf das ja eigentlich noch laufende Jahr zurück. Das gelte nicht nur für Bad Wildbad, die Übernachtungen im gesamten Schwarzwald sind gestiegen. So gab es bis August – neuere Zahlen liegen noch nicht vor – rund 15,8 Millionen Übernachtungen im Schwarzwald, 0,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch stärker war der Anstieg im nördlichen Schwarzwald. Hier gab es bis August rund 4,5 Millionen Übernachtungen, ein Plus von 0,9 Prozent.

„Flaggschiff im Tourismus

Für Bad Wildbad selbst konnte Bott nur die Zahlen bis Ende 2024 präsentieren. Aber auch hier sieht sie den Tourismus im Aufschwung. Als einer der wenigen Heilbäder und Kurorte habe man 2024 das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. Bott bezeichnete Bad Wildbad als ein „Flaggschiff im Tourismus“ und sagte, man könne den Aufschwung nach Corona mit Stolz präsentieren.

„Man merkt, dass im Ort wieder was los ist“, so Bott weiter. Die Besucher kämen auch wieder und „genießen die Angebote vor Ort“. Sie ist überzeugt, dass man gemeinsam mit den Attraktionen in der Stadt – wie etwa Baumwipfelpfad, Hängebrücke oder auch die Thermen – auf dem richtigen Weg sei. Sehr große Nachfragen gebe es auch im Hochzeitssektor. Die Arbeiten im Vogelhaus hätten begonnen und es soll bis April 2026 saniert werden. Anfragen für Hochzeiten dort gebe es bereits.

Hype um Schwarwaldmarie

Ein Renner war auch in Bad Wildbad die Playmobil-Schwarzwaldmarie. In sechs Tagen verkaufte die Tourist-Info 1050 Figuren. Dafür hätten die Kunden sogar morgens vor der geschlossenen Tür gewartet. „Das war Wahnsinn“, kommentierte Bott den Hype um die kleine Figur.

Möglich sei der Erfolg aber nur mit „ausreichend Marketing“. Man habe dafür „sehr viel Budget von der Stadt erhalten“ und profitiere auch vom Staatsbad, den Hotels oder dem Sommerberg. „Es funktioniert nur, wenn man gut zusammenarbeitet“, sprach sie den anderen Anwesenden ihren Dank für die gute, herausragende Zusammenarbeit aus.

Foto: ECHT EPPELT GMBH

Dem schloss sich auch Jürgen Schwarz, Geschäftsführer der Staatsbad Wildbad GmbH und damit Chef der beiden Thermen in der Stadt, an. Schon bei seinem Amtsantritt 2022 habe er gesagt, es funktioniert nur, wenn alle an einem Strang ziehen. „Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, Bad Wildbad lebenswert und liebenswert zu machen“, so Schwarz weiter.

Erfolgreichstes Jahr

Er blickt ebenfalls auf ein „außerordentlich erfolgreiches Jahr“ zurück und kann in beiden Thermen, also Palais Thermal und Vital Therme, eine deutliche Besuchersteigerung vermelden. Bei der Vital Therme sei diese nur moderat ausgefallen und man habe sicherlich auch von der Schließung der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb profitiert.

Richtig gut lief es dagegen im Palais Thermal. 2025 sei „das erfolgreichste Jahr seit der Wiedereröffnung 1995“ mit – erstmals – mehr als 100 000 Besuchern. Mehr Besucher bedeuten natürlich mehr Einnahmen. Deshalb zeigt er sich mit der Entwicklung zufrieden, auch wenn es kein Geheimnis sei, das die Thermen defizitär seien. Der Verlust liegt bei beiden Thermen zusammen bei 1,5 Millionen Euro im Jahr. Nun gelte es, diese Verluste zu verringern. Insgesamt freut sich Schwarz über eine „sehr positive Entwicklung“, bei der es auch immer mehr gelinge, auch ein jüngeres Publikum anzuziehen – mit allen Fragen und Herausforderungen, die sich dabei stellen. Dafür pumpe man auch „ordentlich Geld ins Marketing“, aber er ist überzeugt: „Die Maßnahmen zahlen sich aus.“

Rekordjahr für Hotelier

Auch für die Hotels der Familie Mokni, die eng mit dem Palais Thermal verbunden sind, vermeldete Selim Mokni von der Inhaberfamilie „ein Rekordjahr“. Die direkte Anbindung an die Therme mit einem eigenen Zugang sei ein „Alleinstellungsmerkmal“ für die Hotels, die so auch von der neu renovierten Therme profitieren. Bereits jetzt können die Hotels am Kurplatz ein Plus von 6000 Übernachtungen und 38 Prozent mehr Umsatz in diesem Jahr verzeichnen. Und das Jahr sei noch nicht vorbei.

„Das Produkt muss stimmen“, meint Mokni und ergänzt, dass man in den vergangenen Jahren „super viel investiert“ habe – und zwar sowohl in Umbaumaßnahmen als auch ins Marketing. Mokni nennt hier die Zahl von vier bis fünf Prozent des Monatsumsatzes, der ins Marketing fließt.

Einen Namen gemacht

Wichtig sei es, Synergien – auch im Marketing – auszuspielen. „Bad Wildbad hat sich wirklich einen Namen gemacht, nicht nur als Kurstadt“, so Mokni weiter. Aber „wenn es niemand weiß, bringt es nichts“. Deshalb galt sein Dank auch der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat für das Marketingbudget. Das jüngere Publikum sei durch die Corona-Pandemie auf Bad Wildbad aufmerksam geworden und habe dann gemerkt: „So blöd ist der Schwarzwald gar nicht.“ Zudem profitiere man davon, dass die Preise im Ausland regelrecht „explodieren“.

Schwarz betont, dass man durch die Auszeichnung als höherprädikatisierter Kurort auch für die Bewohner sehr viel zu bieten habe, die davon dann auch profitieren würden. Dem schloss sich auch Mokni an: „Von den Touristen profitieren alle in der Stadt“, etwa die Restaurants, der Handel oder die Bergbahn. „Es wäre schade, wenn es nur ein Strohfeuer wäre“, sagte er.

Das Marketingbudget der Touristik, beziehungsweise der Zuschuss der Stadt könnte im nächsten Jahr deutlich gekürzt werden. Um wie viel, werden letztlich die Haushaltsberatungen zeigen. Ein Teil sei im Haushalt eingeplant, sagte Bott und fügte an: „Ich bin froh um jeden Euro, den wir zusätzlich bekommen.“ Natürlich sei ihr die angespannte Haushaltslage bekannt, aber für sie wäre es der falsche Weg, „das Budget ganz zu streichen“. In den vergangenen Jahren habe man „zeigen können, was wir damit machen können“.