Die am 2. Januar 1971 eröffnete Siebentäler Therme gehört zu 100 Prozent der Stadt Bad Herrenalb. Foto: Kugel

Wie sieht’s aktuell aus mit der Revitalisierung der Siebentäler Therme in Bad Herrenalb? Die Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH informierte die Stadträte.

Das Einjährige ist bereits vorbei. Am 4. Mai 2024 hatte die Siebentäler Therme zum letzten Mal geöffnet. Die Revitalisierung der Freizeiteinrichtung war am Mittwochabend wieder ein Thema in der Bad Herrenalber Gemeinderatssitzung. Wird doch der Projektstatusbericht regelmäßig in der ersten Sitzung nach einem Quartalsende vorgestellt.

 

Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH, erläuterte den Bericht. Wobei sie bemerkte, dass künftig Jens Walter, der ab dem 1. Oktober die Geschäftsführung der Bäderbetriebe der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH übernimmt, das Gremium auf den neuesten Stand bringen wird. Dieser war anwesend und stellte sich denn auch gleich den Stadträten vor. Der 34-jährige Familienvater wechselt von den Stadtwerken Tübingen, wo er derzeit als Abteilungsleiter Bäder tätig ist, nach Bad Herrenalb.

Herrmann berichtete somit zum letzen Mal im Gremium über den aktuellen Stand.

Momentan ändere sich – „Gott sei Dank“ – wenig. Rund 90 bis 95 Prozent aller Themen, die Überraschungen bringen könnten, seien abgehakt.

Zweite Bodenplatte Das Außenbecken ist mittlerweile abgerissen. Hierbei habe man eine zweite Bodenplatte gefunden, die nicht in den alten Bestandsplänen eingezeichnet gewesen sei. Herrmann klärte auf, dass das neue Außenbecken nicht so groß sein werde wie der Aushub. Allerdings ändere sich die Form.

„Auf Spur“

In den Plänen seien tragende Pfeiler vermerkt, die allerdings gar nicht bis zur Decke reichten. Beim Aushub für den Saunakeller seien die Arbeiter zudem im Untergrund auf Fels gestoßen, erklärte die Geschäftsführerin.

Mit Blick auf den Bauzeitenplan sei man aktuell „auf Spur“. In Sachen Kostenbudget habe der Puffer etwas erhöht werden können. Die „neue“ Siebentäler Therme soll am 31. Juli 2026 wieder geöffnet werden. Das Außenbecken stehe den Besuchern allerdings wohl erst ab 1. Oktober 2026 zur Verfügung.

Im Sommer 2026 soll die Therme wieder öffnen. Foto: Kugel

Laut Geschäftsführerin ist man „tapfer dabei“, Ausschreibungen zu erstellen. Das Ganze sei sehr herausfordernd und zeitaufwendig.

Jeden Tag ändere sich die Zahl – aktuell seien etwa drei Millionen Euro ausbezahlt worden.

Das Kreditangebot sei gegenwärtig auf 3,15 Prozent angepasst worden. Es werde jedenfalls davon ausgegangen, dass beim Abschluss des Vertrages der Zins unter vier Prozent liege.

Die Fördermittel in Höhe von knapp fünf Millionen Euro würden peu à peu fließen, führte die Geschäftsführerin des Weiteren aus.

Rund 30 angemeldete Gäste nutzten am vergangenen Samstag die Gelegenheit, hinter die Kulissen der derzeit im Umbau befindlichen Therme auf der Schweizer Wiese zu blicken. Wie übrigens Walter bemerkte, habe er inzwischen ebenfalls eine ausgiebige Baustellenführung bekommen.

Quorum nicht erreicht

Abgelehnt Zur Erinnerung: Das Bürgerbegehren gegen die Sanierung der Siebentäler Therme war Ende Mai noch einmal Thema in der Gemeinderatssitzung. Weil das nötige Quorum von sieben Prozent der Wahlberechtigten nicht erreicht wurde, lautete der Beschlussvorschlag der Verwaltung, das am 22. April eingereichte Bürgerbegehren gemäß Paragraf 21 der Gemeindeordnung als unzulässig abzulehnen. Mit 17 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen folgten die Räte der Empfehlung.

Sondersitzung Im Januar dieses Jahres verfolgten rund 450 Interessierte die Diskussion im Kurhaus. Ging es doch bei einer Sondersitzung um die Frage, ob es mit der Revitalisierung der Siebentäler Therme weitergehen soll. Bevor die Stadträte diskutierten, gab es Ausführungen von Andreas Ditschuneit (4a Architekten Stuttgart) und Jürgen Dobler vom Büro Rödl und Partner, das die Ergebnisrechnung erstellte. Ditschuneit sprach von einer architektonischen Perle, die behutsam saniert werde. Es gebe kaum noch Pläne von damals – wegen der dürftigen Unterlagen sei viel Arbeit notwendig gewesen.

Namentlich abgestimmt

Dobler erklärte, dass das durchschnittliche Ergebnis der Jahre 2026 bis 2043 für alle betrachteten Szenarien bei einem Zins von vier Prozent sowie einem von fünf Prozent dargestellt sei. Wobei Bürgermeister Hoffmann informierte, dass man wegen der Bürgschaft der Stadt für die Stadtwerke aktuell mit einem Zins von 3,5 Prozent oder weniger rechne. Die ermittelten Zahlen zeigten, dass die vom Gemeinderat beschlossene Verlustobergrenze von 500 000 Euro machbar sei. Letztendlich wurde über die Fortführung der Revitalisierung namentlich abgestimmt. Wobei 14 Mitglieder des Gemeinderats Ja und sieben Nein sagten.