Die Siebentäler Therme soll auf Vordermann gebracht werden. Derzeit wird die Genehmigungsplanung erstellt.
Umbau und Sanierung ab Juli 2024: Bis Ende 2025 soll die Siebentäler Therme wieder öffnen. Das war in der Bad Herrenalber Gemeinderatssitzung Ende Juni zu erfahren. Es handelte sich hierbei um einen Zwischenbericht. Die Fachleute seien guter Dinge, dass dies zeitlich so klappt, meinte seinerzeit Karina Herrmann, Geschäftsführerin der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH.
Neubau erforderlich
Die „harte Planung“ stehe allerdings noch nicht, war zu erfahren. Es gebe aber Verschiebungen wegen der neuen Technik. Das Innenbecken werde vom Außenbecken getrennt. So seien auch unterschiedliche Wassertemperaturen möglich. Umkleidekabinen, Sanitärbereich und Foyer würden sich ändern. Auch ein Gastronomiebereich sei geplant.
Die Geschäftsführerin erwähnte auch eine Dampf- und eine Panoramasauna. Im oberen Teil der Therme werde nicht viel passieren.
Die ganze Substanz der Freizeiteinrichtung sei auf Herz und Nieren geprüft worden. Die Therme sei in die Jahre gekommen, doch sie befinde sich in einem besseren Zustand als angenommen, so Herrmann. Das einzige schlechte Ergebnis: Das Außenbecken müsse abgerissen werden. Statt einer Sanierung sei hier ein Neubau erforderlich.
Genauere Kostenplanung
Wie jetzt auf Nachfrage unserer Redaktion zu erfahren war, befindet man sich in der Leistungsphase vier (Genehmigungsplanung), „damit die Baugenehmigung beantragt werden kann“. In diesem Abschnitt werde die bisherige Kostenplanung, die eine Grobkostenplanung sei, verfeinert. Man gehe davon aus, „dass wir im Januar 2024 den Bauantrag stellen können und dann kommt es darauf an, wie lange dieses Verfahren dauert“.
Mit den Vorarbeiten, zum Beispiel Rückbauten, soll April/ Mai 2024 begonnen werden. Der Baubeginn sei aktuell auf Ende Juli 2024 geplant – abhängig von der Baugenehmigung.
100 000 Badegäste
Wie Herrmann in Sachen Finanzen in der Juni-Sitzung des Gemeinderats informierte, kommen laut Generalplaner (4a Architekten Stuttgart GmbH) auf Grundlage der Vorplanung Gesamtkosten netto in Höhe von knapp 14,393 Millionen Euro (brutto rund 17,127 Millionen Euro) zusammen. Zieht man die knapp fünf Millionen Euro Zuschüsse des Landes ab, ergibt sich ein Betrag in Höhe von 9 395 413 Euro. Man geht nach Öffnung der „neuen“ Therme von einem Betriebsertrag in der Größenordnung von 2,765 Millionen Euro aus.
Der Betriebsaufwand wurde mit 2,835 Millionen Euro angegeben und der sonstige Aufwand mit 410 000 Euro. Somit ergibt sich ein Spartenergebnis von minus 480 000 Euro. Zugrunde gelegt wurden Preise, die derzeit gelten. Ausgegangen wird von 100 000 Badegästen (15 Euro Eintritt) und 45 000 Besuchern des Spa-Bereichs (26 Euro Eintritt). Bei der Eröffnung würden die Preise bestimmt höher sein.
Angebot abgelehnt
Zur Erinnerung: Ende September des vorigen Jahres hatte der Gemeinderat die Angebote des türkischen Investors Hüseyin Aydogan abgelehnt. Es wurde beschlossen: keine Übernahme der Siebentäler Therme und keinen Aquapark auf der Schweizer Wiese oder auf dem Freibad-Gelände. Lediglich Bürgermeister Klaus Hoffmann stimmte dafür, die Verwaltung mit der Weiterverfolgung der Angebote zu beauftragen.
Betriebszweige der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH
Gesellschafter
Der »Eigenbetrieb Stadtwerke« wurde 2005 aufgehoben und die »Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH« neu gegründet. Mit notarieller Beurkundung im Juni 2006 wurden mit der EnBW Regional AG, heute EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH, sowie der SWE Servicegesellschaft für Energiedienstleistungen mbH Ettlingen, heute Stadtwerke Ettlingen GmbH, weitere Gesellschafter in die Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH aufgenommen. In einem weiteren Schritt beurkundete man die Verschmelzung zwischen den Stadtwerken und der Therme Bad Herrenalb GmbH, sodass die Betriebszweige der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH folgendermaßen aussehen: Stromnetz, Strombetrieb, Wasserversorgung, Freibad und Siebentäler Therme. Geschäftsführerin ist seit 2007 Karina Herrmann. Die Bäderbetriebe erwirtschaften jährlich einen hohen Verlust, der mit dem Erlös der anderen drei gewinnbringenden Sparten verrechnet wird. Die am 2. Januar 1971 eröffnete Siebentäler Therme und das Waldfreibad gehören zu 100 Prozent der Stadt Bad Herrenalb. Das bedeutet: Den Verlust muss ausschließlich die Stadt decken.